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20 Jahre lang war das ‚unsere’ Straße

Das „Offene Haus Maxstraße 14“ besteht zwar nur aus einem knapp 70 Quadratmeter großen Ladenlokal – doch soll es ein Treffpunkt werden, in dem Respekt und Freundlichkeit herrschen – im übertragenen Sinne eben: ein offenes Haus.
Regale und Stühle stiftete eine Bibliothek, ein engagierter Nachbar steuerte die Teppiche bei und zwischendurch schaut Petra Böhme von der Bürgerinitiative Maxstraße vorbei, um zu berichten, dass sie von einem Geschäft Fliesen für die Küche bekommen – umsonst natürlich.
„Wir haben ja keine Eigenmittel und sind auf Spenden angewiesen“, erzählt Gottfried Uebele, der die Initiative 2006 gegründet hat. Zur ersten Bürgerversammlung kamen 80 Teilnehmer. Der Bedarf scheint groß, doch bei der eigentlichen Arbeit engagierten sich dann nur noch zehn Mitglieder. Petra Böhme und Gottfried Uebele lassen sich davon allerdings nicht entmutigen. „20 Jahre lang war das ‚unsere’ Straße“, sagt Uebele, “viele Nachbarn aus ganz verschiedenen Nationen sind hier aufgewachsen oder sogar geboren. Wir wollen uns nicht verdrängen lassen.“
Mit Aktionen wie ‚öffentlichen Essen’ auf dem Freiplatz an der Straßenecke zeigen sie Präsenz und versuchen, ins Gespräch zu kommen, auch mit den Eigentümern der Vereinslokale.
„Das Problem sind ja nicht die türkischen oder arabischen jungen Männer, die hier wohnen. Einige derjenigen, die diese Vereine frequentieren, kommen nur hierher, um ‚Stimmung’ zu machen und um ihre Drogengeschäfte abzuwickeln“, sagt Gottfried Uebele. “Da entsteht ein ganz eigenes, zwielichtiges Milieu. Eine undurchdringliche Männerwelt, die sich den Bewohnern verschließt. Wenn diese Gruppen die Straße bevölkern, ist sie als öffentlicher Raum nicht mehr nutzbar, weil die Menschen verängstigt sind.“
Als die frühere Ladenbesitzerin Regina Bandar ihren Laden in der Maxstraße 14 aufgeben musste, wurden die Bürger aktiv. „Wir wollten nicht noch einen weiteren Verein haben. Zumal Frau Bandar hier einen informellen Begegnungsort für arabische Frauen etabliert hatte, wo die Frauen Ansprache und Hilfe bekamen. Solche Strukturen müssen aufrechterhalten werden“, so Uebele.
Mit Unterstützung des Quartiersmanagements Pankstraße gelang es nun, dass die Mietkosten aus Mitteln des Quartiersfonds 2 für ein Jahr gesichert sind.
Beistand erhalten die Bürger auch vom Polizeiabschnitt 35. Der Präventionsbeauftragte Wulf Dornblut und sein Kollege, Polizeiobermeister Ralph Schmidt, schauen regelmäßig vorbei - auch wenn es gerade keine kriminellen Vorgänge gibt - und besuchen schon mal gemeinsam mit Vertretern der Initiative und des QM Pankstraße die einschlägigen Lokale, um deren Besitzer und Besucher persönlich kennenzulernen.
Damit das „Offene Haus Maxstraße 14“ flexibel und in Eigenregie von ganz unterschiedlichen Gruppen und Personen genutzt werden kann, soll die Einrichtung bewusst einfach gehalten werden und die Nutzungsbedingungen werden unkompliziert sein. Interesse bekundet haben unter anderem das Netzwerk für Frauen im Kiez, das hier Alphabetisierungskurse durchführen möchte, die Libanesische Schule, Initiativen, die Hausaufgabenhilfe anbieten, ein Frauen- und ein Väterfrühstück sowie Arabischkurse für Erwachsene. Aber auch einzelnen Anwohnern steht der Laden zur Verfügung, um Feste zu feiern oder für selbst organisierte Gruppen. So möchte eine junge, türkische Mutter beispielsweise Rückbildungsgymnastik mit Kinderbetreuung anbieten.
Als Utopie schwebt der Bürgerinitiative ein Ort vor, an dem sich die verschieden Generationen und Nationen ganz selbstverständlich durchmischen und sich wohl fühlen. Ein weiteres Etappenziel ist die Zusammenarbeit mit Straßensozialarbeitern, um langfristig auch den jungen Männern, die jetzt für Probleme und Unruhe sorgen, eine mögliche Perspektive anzubieten. Ein Antrag beim QM Pankstraße liegt bereits vor. Doch erst einmal wird Ende März das „Offene Haus Maxstraße 14“ eingeweiht.
Kontakt:: gottfried.uebele@web.de






