Sie befinden sich hier: kiez.info - Neuigkeiten / 25 Jahre Revival Church

Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 26. Oktober 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 02. November 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Mittwoch, 30.09.2015

25 Jahre Revival Church

Pastor Kingsley und Pastorin Evelyn Werther
Gemeinde
Ehepaar Willich
Pastor Jean-Christoph aus dem Allgäu
Gesänge ...
... und Tänze

Es sind wohlbekannte Nachbarn: Am 19. und 20. September feierte die International Christian Revival Church ihr 15-jähriges Bestehen. Die Gemeinde bekommt keine Kirchensteuern, sondern finanziert sich einzig und allein durch die Gemeinde selbst und die Hilfe von Freunden und Unterstützern.

Die Stimmung in der Gemeinde in der Maxstraße 5 ist ausgelassen und heiter. Von 0 bis 99 ist scheinbar jedes Alter vertreten. Man merkt sofort, dass sich hier gerade eine multikulturelle Gemeinde versammelt, denn es werden viele verschiedene Sprachen gesprochen und trotzdem scheint man sich einwandfrei zu verstehen. Noch hat der Programmteil der Feier nicht begonnen. So bleibt allen noch genug Zeit für Begrüßungen und gegenseitige Umarmungen. Und auch Pastor Kingsley heißt jeden Gast mit einem Händedruck oder mit einer herzlichen Umarmung willkommen.

Pastor Kingsley hält seine Reden generell auf Englisch. Zur Unterstützung übersetzt Pastorin Evelyn Werther ins Deutsche. Allerdings muss sie sich mit dem Übersetzen ganz schön sputen, da Pastor Kingsley mit einer solchen Euphorie redet, dass sie Aufpassen muss, von seinem nächsten Satz nicht übertönt zu werden. In seinen ersten Worten bestätigt sich sofort mein erster Eindruck der bunt gemischten Gemeinde. Pastor Kingsley sagt: „Es ist eine Gemeinde, die Nationen zusammen bringt.“ Er erzählt von den Anfängen der Kirche, welche er vor 25 Jahren gründete. Damals war eine Gemeinde wie diese ganz neu in Berlin. Die Menschen wunderten sich und dachten: „Ein afrikanischer Missionar?“

Anschließend erklärt seine Frau Barbara Arthur den weiteren organisatorischen Ablauf des Programms, denn so Pastor Kingsley: „Meine deutsche Frau hat eine deutsche Ordnung!“ Bei ihr sei das eben anders als bei Afrikanern bei denen der Satz: „Kommste heute nicht, kommste morgen“ eher zutrifft. Kaum ist Frau Arthur auf der Bühne räumt sie ein, dass auch sie sich anpasse, denn sie trägt ein offensichtlich traditionell afrikanisches Kleid, welches aus dem gleichen Stoff besteht wie die Kutte ihres Mannes.

Eingeladen ist auch das Pastorenehepaar Willich, welches das Publikum mit zwei Liedern beglückt. Cornelia Willich ist die ehemalige Pastorin der neuen Nazarethkirche, doch vor einer Weile zog das Ehepaar weg aus dem Wedding und sagt: „Irgendwo hängt immer ein Zipfel des Herzens am Wedding. Und auch an Afrika.“ Wahrscheinlich aus eben diesem Grund singen sie eines ihrer beiden Lieder auf Sotho, einer Sprache aus dem Norden Südafrikas. Selbst spielt das Ehepaar Willich dazu Gitarre und wird mit dem Schlagzeug begleitet. Nach ihrem Auftritt ruft Pastor Kingsley erfreut aus: „Na und wer sagt denn da, Deutsche hätten kein Temperament?“

Dem Auftritt folgt eine Lobrede auf Pastor Kingsley von Pastor Pedro aus Argentinien, „Pastor Kingsley ist eine gute Person, aber komisch“ sagt er „Sein Herz ist größer als sein Körper.“ Wenn die Leuten sagen etwas sei nicht möglich, erklärt Pastor Kingsley es für möglich.

Zum Ende des Programms wird den Gästen noch eine kleine Modenschau geboten. Die Frauen der Gemeinde führen Trachten aus verschiedenen Ländern vor. Der Witz liegt jedoch darin, dass hier die Nationalität der Frauen und die Kleider nicht zusammen passen. So sehen wir z.B. eine Afrikanerin in einem bayrischen Dirndl oder eine Asiatin in einer typisch ghanaischen Tracht. Die Gäste applaudieren und lachen beherzt über diesen Anblick.

Zu guter Letzt hält ein langjähriger Freund und Kollege von Pastor Kingsley, Pastor Jean-Christoph aus dem Allgäu eine Rede. Die beiden lernten sich in der Bibelschule kennen. Für Pastor Jean-Christoph sind Pastor Kingsley und seine Frau Barbara ein großes Vorbild. Er bewundert deren Gabe, immer wieder den Zugang zu schwierigen Menschen zu finden.

Das dreistündige Programm ist durchzogen von Musik. Ganz anders als in deutschen Durchschnittsgemeinden geht es lauter und mit mehr Elan zu, es wird miteinander gesungen, getanzt und gelacht. Bei all den gemeinsam gesungenen Liedern sind scheinbar für die bessere Beweglichkeit der Gäste auch keine Liederbücher nötig. Alle Texte werden mithilfe eines Beamers an die Wand projiziert.

Und nach so viel Gesinge und Getanze braucht natürlich jeder eine Stärkung. Somit wird nach dem gut 3-Stündigen Programm das ebenfalls multi-kulturelle Buffet eröffnet.

Text und Fotos: Anna Lindner