Sie befinden sich hier: kiez.info - Aktuell / Aktiv fürs Quartier

Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Aktiv fürs Quartier

Aktiv fürs Quartier

 

Carsten Schulz war als Vertre­ter der Gruppe der Gewerbe­treibenden und Hauseigentü­mer im letzten Quartiersrat aktiv und wird für diese Grup­pe auch dem neuen Quartiers­rat angehören. Er betreibt die Hausverwaltung Schulz in der Ravenéstraße 9 und ist dort zusammen mit seinem Bruder auch gleichzeitig Hauseigentü­mer.

 

 

Herr Schulz, Sie wohnen in Reini­ckendorf, engagieren sich aber in un­serem Quartier. Wieso machen Sie das?

Ich habe mit dem Haus, das ich zusammen mit meinem Bruder in der Ravenéstraße gekauft und anschließend saniert habe, natür­lich eine starke Verbindung zum Quartier und ein Interesse daran, dass es sich positiv entwickelt. Solche Wurzeln muss man auch haben, wenn man im Quartiers­rat mitarbeiten will.

 

Welche Hoffnungen knüpfen Sie an die Neuwahl auf dem Kiezplenum am 31. Oktober?

Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Jugendliche dazu bereit erklären, im Quartiersrat mit zu arbeiten. Sehr viele Projekte ha­ben ja etwas mit Bildung, Schule und Jugendarbeit zu tun.

 

Wie groß ist der Aufwand für dieses ehrenamtliche Engagement?

Der hält sich normalerweise in Grenzen. Wir haben uns im letz­ten Jahr vier Mal getroffen, wo­chentags in den frühen Abend­stunden. Die Sitzungen dauerten dann jeweils ungefähr vier Stun­den lang. Dazu muss man noch einmalig ungefähr vier Stunden für die Vorbereitung einplanen. Das ist schon zu machen, auch wenn man eine normale Arbeit hat. Ich bin aber darüber hinaus noch Vertreter des Quartiersra­tes bei den Steuerungsrunden, in denen sich die Quartiersmanager und die Vertreter des Bezirksam­tes abstimmen. Die Runden finden alle drei, vier Wochen tagsüber statt und dauern dann jeweils meh­rere Stunden. Da ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen kann, geht das.

 

Dabei war es doch am Anfang um­stritten, ob überhaupt Mitglieder des Quartiersrates an dieser Runde teil­nehmen sollen....

Ja, aber am Anfang war vieles noch unklar, der Quartiersrat war ja ein vollkommen neues Modell, für das noch keine Erfahrungen vorlagen. Ich denke aber, dass es sinnvoll ist, an der Steuerungs­runde teilzunehmen. Der Quar­tiersrat schlägt dem Bezirk ja vor, welche Projekte mit den Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ in den Folgejahren durchgeführt werden sollen. Bis zur Umset­zung dauert es häufig eine gerau­me Zeit, es ergeben sich dadurch zwangsläufig Änderungen. Da ist es dann gut, wenn einer dabei ist, der sagen kann: „Ja, das liegt im Sinn des Quartiersrates“ oder auch: „Nein, das ist inzwischen ein ganz anderes Projekt gewor­den, das der Quartierrat so nicht vorgeschlagen hätte.“

 

Bisher ging den jährlichen Runden des Quartiersrates jeweils ein allgemeiner Ideenaufruf voraus. Einige halten das nicht mehr für sinnvoll. Ist schon klar, wie das Verfahren geändert wird?

Nein, das muss der neue Quar­tiersrat erst mal besprechen. Aber es war doch so: In der ersten Run­de, im Jahr 2005, standen noch rund 800.000 Euro zur Verfü­gung. Von rund 60 eingereichten Projektideen wurden 28 geför­dert. In diesem Jahr hatten wir 83 Projektvorschläge und nur rund die Hälfte der Mittel zur Verfü­gung. Es konnten daher nur 18 Projekte gefördert werden - die allermeisten können nicht wei­ter verfolgt werden. Das ist für die Ideengeber dann nicht gerade eine Ermutigung. Zudem stimmt das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht mehr. Im Vorfeld wird eine breite und intensive Diskussion geführt, für welche Handlungsfelder Projekte benö­tigt werden. Dann starten wir verschiedene gezielte Ideen- oder Projektaufrufe.

Interview: Christof Schaffelder