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"Am Nettelbeckplatz müsste noch mehr passieren"

„Am Nettelbeckplatz müsste noch mehr passieren“

Der Wedding lässt ihn nicht los. Seine ersten Lebensjahre ver­brachte er in der Neuen Hochstra­ße und später viel Zeit im Garten in der „Kolonie Togo“. Dann stu­dierte und forschte er im Virchow-Klinikum und wohnte nebenan im Sprengelkiez. Nach einem längeren Aufenthalt in Afrika, wo er eine Zahnklinik aufbaute, verschlug es ihn wieder in den Wedding. Seit Januar 2001 führt Sigurd Pohl zusammen mit einer Partnerin und zwei Assistenzärz­ten eine Zahnpraxis am Nettel­beckplatz: in der Reinickendorfer Str. 110a, im Neubau über dem Café Solitaire.

 

„Der Nettelbeckplatz ist nach der Umgestaltung viel schöner gewor­den“ .ndet der Zahnarzt, „aber es müsste noch mehr passieren, um attraktivere Geschäfte hierher zu holen.“ Denn die Lage sei eigent­lich gut. Die Kreuzung von U-Bahn und S-Bahnring am nahen Bahnhof Wedding macht es sei­nen PatientInnen leicht, auch aus dem Umland von Berlin zu ihm zu kommen. Der Großteil kommt jedoch aus dem Kiez. Die Praxis ist darauf eingestellt: „Ein Kollege spricht arabisch, die Zahnarzthel­ferinnen türkisch. Das geht gar nicht anders am Nettelbeckplatz. Mehr als ein Drittel der PatientIn­nen sind MigrantInnen, teilweise können sie kaum Deutsch.“ Si­gurd Pohl ist sich klar, dass auch er gefordert ist: „In unserer Praxis haben wir vier Auszubildende, das ist viel mehr als vorgeschrieben ist. Und wir haben auch ständig PraktikantInnen aus den Schu­len, wir unterstützen das sehr.“

Der Zahnarzt engagiert sich zu­dem im Nettelbeckforum, einen Zusammenschluss von Gewerbe­treibenden am Nettelbeckplatz. Das will jetzt mit Unterstützung des Quartiersmanagements Info­säulen errichten, um die Kunden auf die Geschäfte und Gewerbe um den Platz herum aufmerksam zu machen. „Ich kenne die aus dem Sprengelkiez“, sagt Sigurd Pohl dazu, „Dort stehen solche Säulen in der Nähe der U-Bahnhöfe. Auf ihnen findet man einen Plan des Gebietes, auf dem die Standorte der Gewerbe eingezeichnet sind. Das ist eine gute Idee.“ Auch an den Unkosten würde er sich jeder­zeit beteiligen.

 

cs