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Dienstag, 03.11.2015

„Auf die Plätze, fertig, los!“ – Ein Quartier kommt in Bewegung!

Bauwerkstätten 2014
"bewegte Terrasse"
Die Baufachfrauen Anne Hänisch, Isabel Schmidt, Jutta Ziegler und Ute Mai (v.l.)
Scrabble-Spiel
Balancierscheiben
Balancierscheiben im Einsatz
Panke Parcours
und die ganze Familie macht mit

Zwei Jahre ist es nun her, dass sich die Baufachfrauen sagten: „Auf die Plätze, fertig, los!“ und in die Köpfe setzten, ein Quartier in Bewegung zu bringen. Aber wie haben sie das angestellt?

Rückblick: Zu Beginn des Projektes gab es viele ungenutzte öffentliche und halböffentliche Räume im Kiez, für deren Umgestaltung und Nutzung es die Bewohnerinnen und Bewohner zu begeistern galt. Wie also diese Räume für jung und alt attraktiver machen? Genau, durch Sport-, Spiel- und Bewegungselemente, dachten sich die Baufachfrauen.

Die erste Phase des Projektes hieß nun: Ideenfindung. Dies geschah in den so genannten Ideenwerkstätten. Hier wurden die Bewegungs- und Sportelemente im Kopf und auf dem Papier entwickelt. Die Baufachfrauen veranstalteten Stadtteilspaziergänge und sportliche Auftaktaktionen für Mobilisierung und Inspiration. Entsprechend dieses Ansatzes hatte zum Beispiel der Aktionsspaziergang vier Stationen: drei der Stationen waren eher körperlich-aktivierend, eine eher inspirierend. Das Projekt legte einen super Start hin: etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen, spielten und ließen sich inspirieren. Auch die Kinder und Jugendlichen wurden nach ihren Wünschen und Ideen für ihren Kiez befragt.Die Ideen wurden gesammelt und in den anschließenden Planungswerkstätten der Baufachfrauen besprochen.

Die Öffnung der Terrasse des STATTBADES als halböffentlicher Raum eröffnete für die Baufachfrauen ganz neue Möglichkeiten. So fanden die ersten Werkstätten unter dem Motto „Die bewegte Terrasse“ statt. Hier durften man sich mit Spiel- und Bewegungsideen austoben. Bei den Bauwerkstätten Ende 2014 ging es dann endlich an die Werkzeuge. Damals besuchten wir die Baufachfrauen bei kalten Novembertemperaturen im STATTBAD beim eifrigen Sägen und Schrauben. Bis zum Frühling wurden die fertigen Elemente eingelagert, um sie dann mit Beginn des Frühlings den gespannten Bewohnerinnen und Bewohnern präsentieren zu können.

Am 24. April 2015 konnte die Eröffnung der neuen Terrasse, der „bewegten“ Terrasse gefeiert werden. Viele Anwohnerinnen und Anwohner sind an diesem Tag vorbei gekommen, um sich das Spektakel auf der zuvor so unbeachteten Terrasse nicht entgehen zu lassen. Hier gab es nun eine Kletterwand, mobile Spielmöglichkeiten für Backgammon, Dame, Schach und Mühle, eine höchst flexibel gestaltbare Bühne und ein Minigolf Parcours –und dies sind nur einige Highlights aus dem Repertoire des sogenannten „urban Playgrounds“ für Jung und Alt. Für den festlichen Rahmen sorgten Livemusik sowie Auftritte von Kindern und Jugendlichen des Zirkus Internationale und aus dem Haus der Jugend.

Ziel war es, die Terrasse fünf Tage die Woche zu öffnen und das Spielen und Bewegen mit einem Cafébetrieb zu verbinden. Café- und Verleihstation in einem sozusagen. Darüber hinaus sollte der neue „Playground“ auch für Kindergeburtstage oder Hortaktionen genutzt werden können. Die äußeren Umstände ließen dies jedoch nicht zu. Kurz nach der Eröffnung der Terrasse musste das STATTBAD seine Türen auf unbestimmte Zeit schließen und somit mussten auch die eigens für die Terrasse entworfenen und gebauten Spielgeräte wieder abgebaut werden. „Die Elemente haben alle unterschiedliche Heimaten gefunden“ so die Baufachfrau Isabel Schmidt. Eines der Slow Motion-Spiele, das KegDie lange Bankelspiel, ist im himmelbeet und die Bühnenelemente in der Albert-Gutzmann-Schule untergekommen. Dort wird auch bald die Kletterwand ihr neues Zuhause finden. Alles andere aus dem Stattbad, wie die Spieltische für Schach, Mühle, Backgammon und Dame  oder das Slow-Motion Kegelspiel wird sobald die Bauarbeiten der Herbert Hoover Schule abgeschlossen sind die deren Cafeteria wandern.

Doch damit war das Projekt ein Quartier in Bewegung zu bringen noch nicht abgesagt, denn so leicht lassen sich die Baufachfrauen nicht aus der Bewegung bringen! Diesen Sommer wurden mit verschiedensten Gruppen aus dem Kiez, zum Beispiel mit den Mädchen im DRK Jugendladen, Spielgeräte und Bewegungselemente gebaut. Sätze wie: „Das kann ich nicht!“ akzeptieren die handfesten Frauen nicht. Die Baufachfrauen zeigten jeder, dass sie es sehr wohl kann und gaben ihr so auch gleich noch eine Portion Selbstvertrauen mit auf den Weg. Ihm natürlich auch. Für die verschiedenen Bauwerkstätten mit verschiedenen Gruppen passten die Baufachfrauen die Herausforderungen in Sachen Tischlerei so an, dass nichts zu leicht aber auch nichts zu schwer für die Neulinge war. So wurden die Bauelemente schon vorgefertigt – aber nur so weit, dass es noch genügend Aufgaben zum selbst überlegen, bauen und teilweise sogar rechnen gab. „Aber nicht so simpel wie bei IKEA“ lacht Isabel Schmidt. Am liebsten hätte sie noch viel mehr bauen wollen, es gab so viele tolle Ideen, aber man musste eben eine Auswahl treffen. Ihr gefällt besonders, dass die Kreateure das Gebaute hinterher sofort ausprobieren können. Auch die Mitbauer und -bauerinnen waren begeistert. Immer wieder hörten die Baufachfrauen während ihrer Arbeit die Frage: “Wann macht ihr das wieder?“

Außerdem wurden so genannte Verleihstationen für die verschiedenen Geräte eingerichtet. Es wurden zum Beispiel Autos gebaut, welche nun im Haus der Jugend ausgeliehen werden können. Oder ein Minigolf Spiel, das im Haus Bottrop untergebracht ist. Weitere Verleihstationen für die Geräte sind das himmelbeet, der DRK Jugendladen und der Panke e. V. Somit hat nun jede Bewohnerin und jeder Bewohner, ob alt ob jung, Zugang zu ihnen, denn mit Sicherheit ist für jeden etwas dabei.

Abschluss des Projekts „Auf die Plätze, fertig, los“ ist ein Parcours entlang der Panke. Zwischen Gerichtstraße und Pankstraße lädt dieser zur Bewegung und Begegnung ein. Die Inspiration dafür hatten die Baufachfrauen durch eine Anwohnerin, welche regelmäßig mit älteren Menschen aus dem Kiez einen kleinen Trimm-Dich-Spaziergang macht. Hierbei werden mit Bewegungen zum Beispiel die Sonne oder die Bäume begrüßt, aber auch gemeinsam getanzt. Diese Möglichkeit der Bewegung ohne die Mittel eines klassischen Trimm-Dich-Pfades brachte die Baufachfrauen zu ihrer Idee. Gemeinsam mit einer Physiotherapeutin überlegten sie sich Übungen, die für jung und alt sinnvoll sind und zur Umgebung passen.

Am 9. Oktober feierten die Baufachfrauen gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern den Abschluss ihres Projektes und das Einweihungsfest des Panke-Parcours. Trotz des kalten Oktobertages kamen rund 60 neugierige Kinder und Erwachsene. Gemeinsam mit den Besuchern wurden die fünf Stationen mit genauen Erklärungen durchlaufen. Dabei gab es für jede abgeschlossene Übung einen Stempel. Wer alle fünf Stempel zusammen hatte, konnte sich bei den Baufachfrauen sogar noch einen kleinen Preis abholen. Durch die Kälte, wollte man sich auch einfach Bewegen. So wurde natürlich auch hier die Gelegenheit genutzt, die Spielelemente aus der direkt am Parcours liegenden Verleihstation Panke e.V. zu nutzen. Ein wenn auch kalter, aber dennoch gelungener Abschluss des Projektes: "Auf die Plätze, fertig los! – Ein Quartier kommt in Bewegung.“ Liebe Baufachfrauen, eure Ideen und euer Engagement werden uns fehlen!

 

Der seit 1988 bestehende BAUFACHFRAU Berlin e.V. ist ein Qualifizierungs- und Bildungsträger für Frauen in Bau- und Ausbauberufen. Inzwischen ist Baufachfrau ein anerkannter Ausbildungs- und Bildungsträger. Heute gibt es neben der Ausbildungs- und Projektschiene vor allem eine Tischlerei mit Schwerpunkt auf Möbel-, Messe- und Ausstellungsbau. Schwerpunkte der Projektarbeit sind Gestaltung und Veränderung von Stadträumen, Bildungs- und Freizeitorten - gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern werden Brachflächen, Freiflächen, Schulhöfe, Spielräume, Schul- und Freizeiträume neu gestaltet, vom Stadtmobiliar bis zum interkulturellen Garten.  

 

 

Verleihstationen:

 

Panke e.V.

Gerichtstraße 23

13347 Berlin

 

Haus der Jugend

Reinickendorfer Straße 55

Am Nauener Platz

13347 Berlin

 

Haus Bottrop

Schönwalder Straße 4

13347 Berlin

 

DRK Jugendladen

Neue Hochstraße 21

13347 Berlin

 

himmelbeet

Ruheplatzstraße 12

13347 Berlin

 

 

 

 

Text:Anna Lindner

Fotos: BAUFACHFRAUEN e.V. /georg+georg