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Freitag, 12.09.2014

Auf die Plätze – fertig – los!

Aktionsspaziergang Panke Nord

Eine Aktion, die zieht
Die Motive der Bilderrallye
Bowling einmal anders
Hier konnten Kinder und Erwachsene ihre Wünsche formulieren
Flieg, UFO, flieg
Ob die Untertasse trifft?
Team Minigolf
Ute Mai von Baufachfrau

Die Panke rückt ja schon seit einiger Zeit verstärkt in den Fokus der Bewohnerschaft. Kein Wunder, hat sich doch in den letzten Jahren die Verweilqualität erheblich verbessert. Der so genannte Panke-Grünzug ist ein Naturrefugium im Wedding und wird für verschiedenste, oft sportliche Freizeitaktivitäten genutzt. Am Freitag, 29. August, wurde die Panke nebst Ufer zwischen Pankstraße und Brunnenplatz zu einem großen Spielfeld. Eingeladen hat das Projekt „Auf die Plätze – fertig – los! Ein Quartier kommt in Bewegung “, das seit 2014 hier im Kiez aktiv ist. Nach einem ersten Aktionsspaziergang im Juni an der südlichen Panke nimmt das Projekt diesmal die nördlichen Teile der Kiez-Panke ins Visier. Ein Parcours aus verschiedenen Übungen erstreckt sich an beiden Uferwegen mit Wendeschleife an der Pankstraße.

Start und Ziel liegen am Brunnenplatz, wo ich Ute Mai treffe, einer assoziierten Projektentwicklerin und –koordinatorin beim Projektträger Baufachfrau. Außerdem ist Mai im elf Köpfe starken Team auch für PR verantwortlich. Worum geht es in dem Projekt? Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern – jungen und alten – werden mobile Bewegungs- und Sportelemente entwickelt, gebaut und in Aktionen angewendet. Nach Ersteinsatz verbleiben sie bei verschiedenen Projekten im Kiez. Wichtig ist, dass die Bewohnerschaft dabei selber Ideen entwickelt und umsetzt, natürlich mit fachkundiger Unterstützung. Die Aktionen wie der heutige Spaziergang dienen zur Mobilisierung und Inspiration.

Entsprechend diesem Ansatz hat der Aktionsspaziergang vier Stationen: Boule, Bilderrallye, Minigolf und „Ufo“. Drei der Stationen sind eher körperlich-aktivierend, die Bilderrallye übernimmt für diesmal den Part der Inspiration: Sie soll die Sinne schärfen, dabei helfen, den bekannten, alltäglichen Raum neu wahrzunehmen. Dazu erhalten die Teilnehmer einen Bogen mit drei Detailaufnahmen aus dem Parcourverlauf. Diese müssen sie nun identifizieren. Die Suche nach den „eigenen“ Details führt dazu, dass man eine ganze Menge weiterer Details sieht. Der Raum wird mit anderen Augen gesehen. Dies ist die Idee. Und sie funktioniert, wie der Autor berichten kann. Vor allem nach dem Muster des Brückengeländers musste ich lange suchen und machte dabei Bekanntschaft nicht nur mit schmiedeeisernen Formen aller Couleur.

Um die Teilnahme attraktiver zu machen, gibt es auf dem Spaziergang Preise in drei Kategorien zu gewinnen – allerdings blieb der Hauptpreis, ein kegelbahnähnliches Holzspiel, diesmal im Bestand, niemand erreichte die notwendige Punktzahl. Die Beteiligung ist gut. Ungefähr hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so schätzen Ilka Holtorf und Isabel Müller vom Team Minigolf, bewegen sich im Verlauf des Nachmittags über den Parcours und versuchen ihr Glück. Wobei sie beobachten, dass sich die Kinder oft geschickter anstellen als die Erwachsenen. Nicht immer zur Freude der Großen, wie Holtorf einen Besuch einer Mutter mit zwei Söhnen erinnert.

An der UFO-Station müssen Holzscheiben auf eine Zielscheibe geworfen werden. Hier erwarten mich die Projektleiterin Jutta Ziegler und eine ihrer Kolleginnen und führen mich ein. Egal welche Wurftechnik gewählt wird – Hauptsache der Landepunkt liegt möglichst zentral auf dem Ziel. Wer die Mitte trifft, bekommt drei Punkte. Ein Mann wirft die Scheibe mit beiden Armen in hohem Bogen, allerdings landen die Scheiben trotzdem im Aus. Seine Frau wirft die Scheiben frisbee-artig, verfehlt aber auch das Ziel. Macht nichts, die beiden ziehen lachend zur nächsten Station.

Begleitend zur spielerischen Komponente gibt es eine Befragung der Gäste. Wo wollen die Kinder gerne spielen? Und was? Solche Dinge interessieren die Projektträger, um mit ihren Aktionen darauf eingehen zu können. Ein Junge findet es hier ganz toll, denn „da kann man sich nach dem Spielen auf die Wiese setzen.“ Die Spielwünsche sind sehr unterschiedlich – vom Hindernisparcours über Slackline oder ein Wettrennen bis hin zum Glücksrad, jede und jeder hat so seine Vorstellungen.

Der Verein Baufachfrau wurde 1988 gegründet mit dem Ziel, Frauen in klassischen Bauberufen zu stärken. Inzwischen ist Baufachfrau ein anerkannter Ausbildungs- und Bildungsträger. Vor allem in den 1990ern führte Baufachfrau auch eigene Bauprojekte durch, zum Beispiel im Denkmalschutz, im Sanierungsbereich und im Lehmbau. Heute gibt es neben der Ausbildungs- und Projektschiene vor allem eine Tischlerei mit Schwerpunkt auf Möbel-, Messe- und Ausstellungsbau. Schwerpunkte der Projektarbeit sind Gestaltung und Veränderung von Stadträumen, Bildungs- und Freizeitorten - gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern werden Brachflächen, Freiflächen, Schulhöfe, Spielräume, Schul- und Freizeiträume neu gestaltet, vom Stadtmöbel bis zum interkulturellen Garten.  

Wer sich für die Aktionen von Baufachfrau weiter interessiert: Es gibt Ideenwerkstätten im Oktober 2014, Bauwerkstätten im Stattbad im November 2014 und weitere Bauwerkstätten 2015. Dazu gibt es aktuelle Informationen auf der Website des Quartiersmanagement.

Der Aktionsspaziergang am 29. August war für die Teilnehmer ein großer Spaß. Für mich leider nur zum Teil – ich habe so lange mit Ute Mai gesprochen, dass die Minigolf-Station schon abgebaut war, als ich endlich dort ankam. Aber dann beim nächsten Mal!

Bild + Text: Johannes Hayner