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Aktuelle Veranstaltungen

Sonntag, 16. Dezember 2018  13:00 Uhr

Weihnachtlicher Weddingmarkt auf dem Leopoldplatz

Dienstag, 16.10.2018

BoostCamp – Macht dich fit für Menschenwürde und gegen Diskriminierung

Unter dem Motto „Arsch hoch, Demokratie retten“ fand am 15. und 16. September im Berliner-Wedding ein zweitätiges BoostCamp statt. Dieses fand im Rahmen des Quartiersmanagement-Pankstraße geförderten Projekts „Antidiskriminierung durch Prävention“ statt und richtete sich an Engagierte, Multiplizierende, Ehrenamtliche, Trainierende, Lehrende – sozusagen an alle, die sich in irgendeiner Form für die Achtung der Menschenwürde und gegen Diskriminierung engagieren.


Zur Begrüßung betonte der Vorsitzende des Vereins Artikel 1- Initiative für Menschenwürde e.V. Kajo Wasserhövel zunächst die Notwendigkeit zur Stärkung der Grundfeste unserer Demokratie und richtete sich dann entschlossen an die Teilnehmenden mit den Worten „Wir müssen uns der Menschenverachtung und dem Hass, der sich immer offener zeigt, stellen und entschieden entgegentreten!“

2 Tage BoostCamp – für unsere Demokratie ein großer Gewinn

Der erste Tag gliederte sich in zwei Workshop-Sessions, an denen jeweils sechs verschiedene Workshops rundum Argumente für Menschenwürde und gegen Diskriminierung angeboten wurden. Aus diesen Modulen konnten die Teilnehmenden frei wählen und sich ein persönliches Trainingsprogramm zusammenstellen, das den individuellen Herausforderungen in der alltäglichen Demokratiearbeit Rechnung trug. Sich aus den insgesamt zwölf Modulen für „nur“ zwei entscheiden zu müssen, gehörte dabei für die meisten der knapp 80 Teilnehmenden zu einer der größten Herausforderung an diesem ersten Tag.

Das Angebot der Vormittags-Session reichte dabei vom klassischen Rhetoriktraining (Johannes Karl) und einem Modul zu Hate-Speech samt möglichen Gegenstrategien (Johannes Baldauf) über einen Workshop zur vieldiskutierten Frage „Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben“ (Maria Söllner) bis hin zum innovativen Format Redesign Democracy, dass politisch interessierte Menschen befähigen soll, sich für Demokratie einzusetzen (Michael Metzger). Ergänzt wurde das Ganze durch Module zu den thematischen Schwerpunkten Feminismus (Laura Sophie Dornheim) und Rassismus (Lawrence Oduro-Sarpong).

Nach einer ordentlichen Mittagspause, die von einigen auch genutzt wurde, um an unserem DemokraTisch über aktuelle Themen zu diskutieren, stand die nächste harte Entscheidung für die Teilnehmenden auf dem Programm – die Wahl des Nachmittags-Workshops. Dabei wurde das bestehende Angebot erweitert und teilweise durch Module mit anderen thematischen Schwerpunkten ergänzt.

So hatten die Teilnehmenden zusätzlich die Möglichkeit sich für das Modul zum Thema Inklusion (Mareice Kaiser) zu entscheiden oder in einem Workshop zu erarbeiten „Warum echte Demokratie nur feministisch geht.“ (Jeannette Gusko). Darüber hinaus wurde zusätzlich ein Handlungstraining angeboten, das für diskriminierendes und rassistisches Verhalten sensibilisieren sollte (Demokratie in der Mitte). Komplettiert wurde das Angebot durch einen Campaigning-Workshop (Kajo Wasserhövel und Hans Langguth), bei dem so konkrete Kampagnen konzipiert wurden, mit denen man hätte sofort loslegen können.

„Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich“ (Art. 4 GG)

Der Sonntag begann mit einer äußerst spannenden Diskussionsrunde zum Thema Glaubens- und Religionsfreiheit. Dabei waren auf dem Podium die Podiumsgäste Ramzi Ghandour (u.a. Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.), Dennis Kirschbaum (u.a. i,Slam) Dalia Grindfeld (Präsidentin Jüdische Studierendenunion Deutschland) und Rebecca De Vries(u.a. Salaam-Shaloom Initative), die sich jede*r auf eigene Weise der Arbeit und dem Engagement gegen religiöse Diskriminierung verschrieben haben. Den Podiumsgästen gelang es dabei auf anschauliche Weise über die Arbeit und das Engagement gegen Diskriminierung und ihren Einsatz, für der im Grundgesetz festgeschriebenen religiösen Freiheiten und Rechte, zu informieren und zu zeigen, wie wichtig und lohnenswert dieses Engagement ist. Jana Faus, die als Moderatorin durch diesen interreligiösen Dialog führte, diskutierte mit den Gästen dabei auch Probleme und Herausforderungen der alltäglichen Antidiskriminierungsarbeit, wobei die persönlichen Diskriminierungserfahrungen der Gäste für die Thematik besonders sensibilisierten.

Das BoostCamp bringt Menschen zusammen, die für die gleichen Ziele kämpfen

Bereits am Samstag zwischen den einzelnen Workshops, aber vor allem am Sonntag beim „Markt der Begegnungen“ hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, nimmt man die Anzahl der intensiven Gespräche als Grundlage. Sogar erste Grundsteine für künftige gemeinsame Projekte wurden hier und da gelegt.

Text + Fotos: Artikel 1 - Initiative für Menschenwürde e.V.