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Das Altenheim der Zukunft
Die zwei Stationen für Demenzerkrankte tragen die Beinamen Rose und Gerbera, die Station für Wachkomapatienten heißt Jasmin, der Tagespflegebereich Dahlie. Jede Etage ist in einem eigenen und angenehmen Farbton gestrichen, und die Ausstattung entspricht modernsten Komfort- und Pflegestandards.
Eine der Besonderheiten: Zwischen dem Grundmobiliar stehen alte Truhen und Rundfunkempfänger, Biedermeierschränke oder mechanische Schreibmaschinen. Die besorgen Verwaltungsdirektor Reinhold Pulcher und seine derzeit 70 Mitarbeiter vom Trödel und arbeiten sie dann sorgfältig auf.
Das sieht nicht nur wohnlich und behaglich aus, sondern aktiviert zudem die Erinnerungen insbesondere von Demenz- oder Alzheimererkrankten.
Bei der Führung durch das helle und großzügige Haus staune ich, dass die Fernseher, mit denen jedes der Ein- und Zweibettzimmer nebst Radio und Bad ausgestattet ist, auch bei den Wachkomapatienten laufen. „Wir möchten unsere Patienten soweit wie möglich aktivieren, ihnen Reize und Bewegung bieten“, sagt Herr Pulcher. „Durch ein freundliches und familiäres Umfeld können wir die Lebensspanne in der Pflegestufe III auf bis zu zwei Jahren erhöhen. Durchschnittlich wird sie in Deutschland mit sechs Monaten bemessen.“
Was Goldenherz außerdem von vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland unterscheidet, ist die medizinische Vor-Ort-Versorgung. Im Erdgeschoss ist eine Gemeinschaftspraxis angegliedert, und bei Bedarf können die vier Fachärzte direkt in den stationären Therapiezimmern behandeln. Dadurch ist ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst gewährleistet und ab 2010 steht die Praxis auch sonstigen Kiezbewohnern offen.
Es gibt zwei hausinterne Therapeuten, und ein Diätassistent sorgt für individuelle Ernährung. Mittels persönlicher Ess-Biografien wird berücksichtigt, wie die Patienten bisher gelebt und was sie gerne gegessen haben oder was diätetisch notwendig ist.
Individuelle Möglichkeiten bietet auch die Gestaltung der 25 bis 40 Quadratmeter großen Zimmer. „Wir haben 280 Pflegekonzepte!“, schwärmt Reinhold Pulcher. Dazu gehören kreative Gruppenangebote für die mobilen Patienten und der Bewohnergarten mit sicheren Gehwegen und Platz für fahrbare Betten. All das klingt fast ein wenig luxuriös. Doch die Kosten können ganz normal über die gesetzliche Pflegeversicherung und bei Bedarf über Sozialhilfeträger abgerechnet werden.
Der größte Luxus, den Goldenherz seinen Patienten bietet, ist die Aufmerksamkeit. Beim Pflegepersonal, das nicht in abgeschotteten Kabinen sitzt, sondern an Countern in den Gemeinschaftsräumen, wird auf Zweisprachigkeit geachtet: man spricht Russisch, Kroatisch, Serbisch, Türkisch, Englisch, Französisch und natürlich Deutsch. Gesucht werden noch Mitarbeiter mit Arabischkenntnissen.
So berücksichtigt das Goldenherz-Pflegekonzept, das vor 20 Jahren von einem russischen Pfleger-Paar in Israel begründet wurde, auch kranke Menschen mit Migrationshintergrund. Für den Andachtsraum stehen die Symbole aller Weltreligionen zur Verfügung und man arbeitet mit Imamen, Rabbinern, christlichen Priestern oder Pfarrern zusammen.
In dem Maße wie die Auslastung steigt, will Verwaltungsdirektor Pulcher auch die Zahl der Beschäftigten aufstocken. Bei insgesamt 240 Betten plus 40 Tagespatienten sollen bis zu 200 Arbeitsplätze entstehen. Denn nicht nur die Betreuung und die medizinische Versorgung, auch die Dienstleistungen werden direkt im Haus organisiert.
Goldenherz
Maxstraße 2-4
13347 Berlin
Tel.: 460 60 51 00
www.goldenherz.de





