Sie befinden sich hier: kiez.info - Neuigkeiten / Das Festival der kulturellen Bildung im Wedding

Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Donnerstag, 21. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Donnerstag, 21. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Weihnachtsessen im Tageszentrum m32

Sonntag, 24. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Heiligabend - Geselliges Beisammensein im Tageszentrum m32

Dienstag, 26. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Weihnachtscafé im Tageszentrum m32

Dienstag, 28.05.2013

Das Festival der kulturellen Bildung im Wedding

Kultur für Kinder - Kultur durch Kinder

Kultureller Bildungsverbund – eine Wortkonstruktion, die steif daher kommt, aber viel Leben in sich birgt. Davon konnten sich beim Festival der kulturellen Bildung am 15. und 16. Mai im Musiktheater viele Weddinger und Nicht-Weddinger überzeugen. Denn mit den kulturellen Bildungsverbünden Parkviertel und Pankstraße organisiert der Stadtbezirk Mitte Unterstützung für die kulturelle Entwicklung der Kinder dort, wo sie am nötigsten ist; und das schon seit Jahren.

Nun präsentierten die Kinder und Jugendlichen ihre Ergebnisse beim 2013 erstmals stattfindenen "Festival der kulturellen Bildung". Veranstalter des bunten Festivals waren das Amt für Weiterbildung und Kultur des Bezirksamtes Mitte von Berlin, der Kulturelle Bildungsverbund Parkviertel und der Kulturelle Bildungsverbund Pankstraße. Insgesamt wurde die Arbeit von 35 Gruppen am 15. und 16. Mai jeweils von 8:00 bis 21:00 Uhr im ATZE Musiktheater präsentiert und bejubelt. Für das Webportal des Quartiersmanagements Pankstraße besuchten wir den großen Festakt im großen Saal des Musiktheaters ATZE am 16. Mai.

Ein Festakt braucht prominente Teilnehmer. Und die kamen. Zu den Anwesenden zählten Dr. Christian Hanke (Bezirksbürgermeister Mitte), Thomas Sutter (Theaterleiter ATZE), Sabine Weißler (Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz), Simone Krupsack-Dabel (Amt für Weiterbildung und Kultur in Mitte), Tanja Pfefferlein und Thorsten Böhm (Theaterpädagogen im ATZE und Projektleiter) sowie Christiane Freund (Rektorin der Möwensee-Grundschule) und Thomas Schumann (Rektor der Herbert-Hoover Sekundarschule) .

Tanja Pfefferlein, Theaterpädagogin im ATZE Musiktheater, eröffnete die Veranstaltung. Sie begrüßte die Anwesenden und übergab dann an ihren Ko-Moderator Tom Müller-Heuser, der für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters verantwortlich ist. Den beiden gelang es gut, das Publikum – vorwiegend Kinder aus den beteiligten Schulen und Kitas – in Stimmung zu bringen und gleichzeitig Aufmerksamkeit für den folgenden Redner-Reigen zu erzeugen.

Thomas Sutter der Leiter des ATZE Musiktheaters trat als erster ans Rednerpult. Nach seinen warmen Begrüßungsworten erzählte er von der in Aussicht gestellten Kündigung und der 2014 drohenden Schließung des ATZE Musiktheaters in der Luxemburger Str. 20. Das Theater soll vom Bezirk Mitte aufgrund der Verschuldung des Stadtteils und den anfallenden jährlichen Unterhaltskosten von 500.000 an das Land Berlin verkauft werden. Somit wäre eine Weiterführung mehr als ungewiss. Thomas Sutter will den Standort jedoch auf keinen Fall aufgeben und gibt sich kämpferisch. So sammelte er in den letzten 2 Wochen bereits 8.000 Unterschriften für eine Petition gegen die Pläne des Bezirks Mitte. Die damit einhergehende Forderung des Theaterleiters an den ebenfalls anwesenden Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke definierte er klar in seiner Rede: "Wir wollen eine Verlängerung des Vertrages bis zum Ende 2015!" Am Ende seiner Rede rieselten die einzelnen Blatt Papier der Unterschriftensammlung, 500 Stück an der Zahl, in blauem Bühnenlicht, unterlegt mit dramatischer Musik von der Decke auf die Bühne und veranschaulichten die Menge der in so kurzer Zeit gesammelten Unterschriften dieser Petition. Eine sehr beeindruckende Übergabe.

Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke bekam die Gelegenheit zur direkten Gegenrede. In seiner Ansprache nahm er Stellung zu der Forderung des Theaterleiters und zu dem Gerücht, dass die Beuth-Hochschule eine Übernahme der Räumlichkeiten des ATZE Musiktheaters plane. "Ein Gerücht ist und bleibt immer noch ein Gerücht und eine Übernahme des Theaters durch die Beuth-Hochschule ist ein Gerücht!", sagte Dr. Christian Hanke dem Publikum. Weiterhin räumte er ein, dass der Bezirk Mitte arge Finanzprobleme hat und der Unterhalt des ATZE Musiktheaters auf Dauer zu teuer wird. Dennoch ist auch er für den Erhalt des Standortes und kündigt persönlich seine volle Unterstützung an. Dann bedankte er sich bei Lehrern, Erziehern und den Kindern für ihre Teilnahme an den einzelnen Projekten und übergab das Podium an die Rektorin der Möwensee-Grundschule, Christiane Freund.

Christiane Freund dankte den Pädagogen vom ATZE Musiktheater, insbesondere den beiden Projektleitern Tanja Pfefferlein und Thorsten Böhm für ihre tolle Arbeit. Ebenfalls bedankte sie sich herzlich bei Simone Krupsack-Dabel vom Amt für Weiterbildung und Kultur dafür, dass ihre Schützlinge ohne das Kulturamt nicht die Möglichkeit bekommen hätten, Theatererfahrungen zu sammeln. Anders als viele zentral gelegene Schulen kann die Möwensee-Grundschule nämlich nicht von QM-Fördertöpfen profitieren. Erst die Installation des Kulturellen Bildungsverbundes Parkviertel ermöglichte es ihr, ihren Schülerinnen und Schülern kostenfreie Angebote im Theater-, Musik- und Tanzsegment zu machen. Was ohne diese Initiative verloren gegangen wäre, konnte das Publikum direkt im Anschluss erleben.

Denn es folgte die erste Aufführung: Kinder der Möwensee-Grundschule präsentierten ihr Tanztheaterstück "Miteinander, beieinander, gegeneinander". Ein Junge aus der Gruppe setzte sich an einen Flügel und spielte berühmte Themen etwa aus den Filmen "Die fabelhafte Welt der Amelie", "Titanic" und das Werk "River flows in You" vom südkoreanischen Piano-Künstler Yiruma. Dazu tanzten neun Kinder eine selbstgestaltete Performance. Es war sehr beeindruckend, wie es die jungen Künstler schafften, grazil, ausdrucksstark und überzeugend die Choreographie zum Leben zu erwecken. Besonders schön, dass auch einige Jungen bei der Aufführung mitwirkten. Am Ende gab es großen Beifall vom Publikum, insbesondere auch für das kleine Yiruma-Cover am Flügel.

Nach der Aufführung bat Christiane Freund die beiden Klassensprecherinnen der 6B Nuri und Juliane auf die Bühne, die sich gemeinsam mit ihrer Klasse ebenfalls für den Erhalt des ATZE engagieren und weitere Unterschriften für die Petition gegen den Verkauf der Räumlichkeiten gesammelt haben. Sie übergaben die Unterschriften direkt an Dr. Christian Hanke.

Schließlich hielt  – last but not least – Thomas Schumann, Rektor der Herbert-Hoover Sekundarschule, eine kurze Dankesrede. Darin dankte er vor allem Carola Tinius von "Junge Kunst Mitte" und Miriam Glöckler vom ATZE Förderverein.

Und noch einmal Kunst: Die Grundschule Humboldthain begeisterte anschließend mit ihrer Performance "Im Dunkeln funkeln". 11 Mädchen der 4. Klasse tanzten mit Knicklichtern geschmückt  zur Musik über die dunkle Bühne und sorgten für eine schön bunte Kulisse.

Zum Ende der Veranstaltung bat Tanja Pfefferlein alle mitwirkenden Pädagogen der insgesamt 35 verschiedenen Gruppen zu sich nach vorn, um ihre Blumensträuße entgegen zu nehmen. Mit tosendem Applaus wurden sie vom Publikum gefeiert.

Dieser Festakt hat gezeigt, wie wertvoll es ist, Kinder und Jugendliche mit einem abgestimmten Konzept an darstellende Kunst heranzuführen. Und in Ergänzung dazu auch, wie wichtig dabei die Räume sind, in denen sich diese Kunst einstudieren und präsentieren lässt. So hoffen wir sehr auf eine Fortsetzung des Festivals im Jahr 2014 im ATZE-Musiktheater.

Zur Auswahl einer Galerie bitte auf das entsprechende Bild klicken.
Jessica Quade / Johannes Hayner