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Montag, 04.03.2013

Das Quartiersmanagement organisiert Nachbarschaft

Das Team des Quartiersmanagement Pankstraße

Die Entwicklung und Pflege von Nachbarschaft ist unter dem Begriff "urbane Nachbarschaften" ein zentrales Leitbild für die Arbeit des Quartiersmanagement Pankstraße, betont Sükran Altunkaynak, Quartiersmanagerin und Teamleiterin. Der Auftrag des QM ist die Aktivierung der Bewohner, um sich miteinander zu vernetzen. Ein eng geknüpftes, wachsendes und lebendiges Netzwerk unter Nachbarn stabilisiert den sozialen Zusammenhalt im Quartier.

Als vor zehn Jahren das Quartiersmanagement mit seiner Arbeit begann, wurde schon früh versucht, eine Zusammenarbeit von Mietern und Hausverwaltungen anzuregen.  Um ersten Kontakt zu den Anwohnern aufzunehmen, gab es eine aktivierende Befragung der Haushalte.  Dabei ergaben sich gute Gelegenheiten für erste Gespräche, die für das Quartiersmanagement eine Möglichkeit waren, Ziele und Vorhaben mit den Bürgern zu diskutieren. Diese Kontakte wurden weitergeführt, bald kamen Anwohner ins QM-Büro und berichteten über die nachbarschaftliche Situation in ihren Häusern. Daraufhin wurden kleinere Treffen und gegenseitige Besuche unter Mietern  organisiert und so in kleinen Schritten nachbarschaftliche Beziehungen auf- und ausgebaut. Diese Netzwerke vor Ort wurden allmählich größer und es konnten auf Straßenplätzen Aktivitäten durchgeführt wurden.

Über diese Aktionen zur Bürgerbeteiligung wurde der Radius der Nachbarschaft vom privaten Umfeld bis in den öffentlichen Raum ausgeweitet, für den die verschiedensten Nutzungen realisiert wurden. Straßen- und Platzfeste wurden zu einem gern besuchten Angebot zum Feiern. Schließlich wurde das ganze Quartier durch diese vielen kleinteiligen Initiativen aktiviert und die Vernetzung wuchs zu einer solchen Größe an, dass seit 2011 vom Quartiersmanagement im September das große Kulturfestival durchgeführt wird, bei dem über zwei Tage an vielen Orten kulturelle Aktivitäten stattfinden.

Das Quartiersmanagement beobachtet, dass sich die Bewohner zu wenig trauen, aufeinander zuzugehen. Diese mangelnde Kommunikation ist ein Nährboden für Vorurteile. Man sieht sich gegenseitig nicht als Nachbar, sondern als Fremden. Man lebt isoliert nebeneinander, bleibt passiv und igelt sich in seiner Anonymität ein. Kommunikation ist deshalb der beste Weg, um Nachbarschaft zu stiften und entsprechende Aktionen des Quartiersmanagements zeigen auch gute Wirkungen.

Es gibt aber auch Probleme, die für das Quartier zur Belastungsprobe werden. So nimmt in der letzten Zeit der Zuzug von sozial schwachen Bevölkerungsgruppen erheblich zu. Das löst oft Unsicherheit und Abwehr bei den eingesessenen Bewohnern aus. Um diese Situation zu entlasten, werden Anlaufstellen und Beratungsangebote geschaffen, die sich speziell um die neuen Nachbarn kümmern und ihre Integration erleichtern sollen. Das Quartier Pankstraße hat überwiegend eine jüngere Bevölkerung. Familien mit Kindern ziehen auch gern hierher, weil es viele Kitas und Schulen gibt. Auch Studenten und Künstler bevorzugen den Wedding. Gerade die Kulturprojekte des Quartiersmanagements fördern Gelegenheiten, sich künstlerisch in der Nachbarschaft zu präsentieren, wie der Erfolg der kleinen Konzertreihe der Panke-Musik sonnabends auf dem Nettelbeckplatz gezeigt hat. Wenn sich Leute, die man als Nachbarn kennt, auf der Bühne als Musiker produzieren, hat das einen schönen Überraschungseffekt.

Wichtig für die Entwicklung und Pflege von Nachbarschaft ist das QM-Büro in der Prinz-Eugen-Straße 1, das immer für alle Interessierten offen steht. Immer wieder kommen Anwohner vorbei, wobei die Anliegen von der Neugier auf die Arbeit der Quartiermanagerinnen, der Kiezläufer und anderen Mitarbeiter bis zu ganz konkreten Fragen reichen. Es entsteht ein Informationsaustausch zwischen der Basis im Quartier, indem die Bewohner über die Situation in ihren Häusern und Straßen berichten und den Akteuren des QM, die Ratschläge und wichtige Hinweise zur Lösung von Problemen geben können.

 

Beispiele für QM-Nachbarschaftsprojekte

 

Gestaltung von Spiel- und Quartiersplätzen. Projekte zu Umgestaltung und Ausbau von öffentlichen Plätzen und Spielplätzen sind besonders geeignet, um Anwohner, Familien und spielende Kinder aus der Nachbarschaft zusammenzubringen und zu beteiligen. Je freundlicher, anregender und je mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer/innen abgestimmt die Plätze sind, desto mehr kommt man sich näher und ist auch bereit, sich aktiv für Pflege und Aktionen im öffentlichen Raum zu engagieren.

Gewerbetreibende aktivieren und vernetzen. Ab 2013 startet ein Projekt zur Entwicklung von Gewerberäumen. Die Identifikation der Gewerbetreibenden mit ihrem Quartier soll gestärkt, werden, damit sie sich untereinander vernetzen und sich stärker für ihr nachbarschaftliches Umfeld einsetzen.

Müllkonzept. Das neue Projekt soll Bewohner für das Problem von Müll und Verschmutzung sensibilisieren und ihr Verantwortungsgefühl für die Pflege der Umwelt wecken.

Begegnungsanlässe entlang der Panke. Die Panke als grüne Oase und Erholungsbereich mitten im Quartier eignet sich hervorragend für nachbarschaftliche Aktivitäten. Das neue Projekt soll Bürger dazu animieren, neue Ideen für Begegnungen zu entwickeln und Aktionen entlang der Panke zu veranstalten.
Ewald Schürmann

Ewald Schürmann