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Mittwoch, 21.05.2014

Der Quartiersrat erzählt...

 

 

 

 

 

Im Gespräch mit Leon Tilly:


Am 07.05.2014 war Leon Tilly für ein Interview zu Besuch in unserem Büro in der Prinz-Eugen-Straße. Leon Tilly ist 22 Jahre alt, studiert Geschichte und Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Er lebt seit 2011 im Quartier und ist seit 2012 im Quartiersrat tätig. Aufmerksam wurde er auf das QM Pankstraße durch ein eigenes Projekt im Kiez, wofür er gemeinsam mit Freunden Fördergelder beantragt hat.

 

1. Worin liegen für Sie die Chancen in der Beteiligung im Quartiersrat?

Ich finde sehr interessant, als Student oder junger Bewohner im Kiez mitwirken zu können. Die Chancen liegen darin, dass durch die direkte Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die Akzeptanz für Maßnahmen in jedem Fall höher ist, als wenn Entscheidungen „von Oben“ getroffen werden. Meine persönlichen Interessen liegen neben dem traditionellen sozialen Engagement vor allem auch darin, für die neuen Bewohner des Kiezes etwas zu tun, um das Leben auch für Studenten und junge Familien langfristig attraktiv zu gestalten.

2. Was macht Ihnen bei der Arbeit im Quartiersrat besonders viel Spaß?

Besonders positiv ist für mich das intensive Kennenlernen des Kiezes. Durch die Tätigkeit im Quartiersrat, steht man im engen Kontakt zu verschiedenen Trägern und Einrichtungen. So kam es häufig vor, dass ich im Auftrag des Quartiers zu den verschiedenen Leuten hingegangen bin und mich persönlich mit deren Arbeit und Projekten beschäftigt habe oder gelegentlich zu einem netten Abendempfang eingeladen wurde.

 

3. Wo sehen Sie sowohl konkrete Chancen und Potenziale als auch Probleme im Quartier?

Chancen sehe ich in jedem Fall in dem Wissen darüber, dass es den Quartiersrat und diese Förderung, welche thematisch offen für alles ist, im Kiez überhaupt gibt. Dies sollte in jedem Fall noch weiter verbreitet werden, denn es gibt immernoch viele Bewohner die nichts davon wissen. So gibt es ein bestimmtes Netzwerk an Leuten, welche die Strukturen kennen und somit auch mehr davon profitieren als andere. Potenziale sehe ich außerdem nach wie vor in den Angeboten für neu Hinzugezogene, also den Möglichkeiten auf Studenten und junge Familien einzugehen.

 

4. Verfolgen Sie bei der Tätigkeit im Quartiersrat spezielle Entwicklungsstrategien oder Ziele?

Ich habe nicht von Anfang an ein konkretes Ziel verfolgt. Ich habe mich eher treiben lassen und anstecken lassen von den Ideen der Anderen und dort dann verstärkend mitgearbeitet. Als Strategie müsste in jedem Fall das Konzept des Quartiersmanagements weiter verbreitet werden, denn es hat mich wie gesagt oft enttäuscht, dass es immer das gleiche Netzwerk an Leuten ist, welche von den Förderungen profitieren.

 

5. Verfolgt der Quartiersrat als Einheit generell gemeinsame Ziele?

Der Quartiersrat ist relativ groß. Es wird oft darüber diskutiert, was gefördert werden sollte und was nicht, dann werden basisdemokratische Entscheidungen getroffen. Am Ende hat man sich dann natürlich immer auf ein Ziel oder mehrere gemeinsame Ziele geeinigt.

 

6. Gibt es spezielle Handlungsschwerpunkte, die dieses Quartier ausmachen?

Ich denke es ist immernoch unglaublich viel Sozialarbeit im klassischen Sinn. Für Kulturvereine, Kindertagesstätten, Ferienbetreuung. Dabei kamen mir jedoch immer die neuen Potenziale zu kurz – Künstler zum Beispiel. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es sehr lange im Quartier keinen Zuzug von Studenten oder jungen Familien gab. Ich denke zum Großteil muss noch Bewusstsein darüber geschaffen werden, dass an dieser Stelle angesetzt werden muss. Es wäre sehr wichtig, auch ihnen die Hand zu reichen, damit sie eben auch längerfristig da bleiben möchten.

 

7. Welche Veränderungen können Sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre erkennen?

Ich finde es hat sich unheimlich viel getan. Vor allem was Ladenlokale angeht. Hier gab es eine Initiative gegen Ladenleerstände. Das hat den Kiez auf jeden Fall weiterentwickelt und ich denke da hat der Quartiersrat auch einen großen Teil dazu beigetragen. Und generell konnte sich durch die Präsenz des Quartiersrates einiges weiter entwickeln in den letzten Jahren. Meiner Meinung nach gibt es kaum eine negative Entwicklung.

 

8. Abschließend: Warum lohnt es sich, für den Quartiersrat zu kandidieren?

Jeder kann zu Hause sitzen und meckern aber es kann sich auch einfach jeder die Zeit nehmen, etwas zu verändern. Außerdem kann man auf diesem Weg nicht nur sein Quartier besser kennen lernen, sondern dabei auch noch etwas für die Leute tun. Deshalb sollte man sich engagieren.

 

Das Interview führte Hannah Gumm.

 

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