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Mittwoch, 04.06.2014

Der Quartiersrat erzählt...

 

 

 

 

 

 

Im Gespräch mit Carsten Schulz:


Carsten Schulz ist 45 Jahre alt und seit 2005 als Hauseigentümer im Quartiersrat tätig. Herr Schulz ist seit 2007 Quartiersratssprecher und verfolgt als Eigentümer eines Wohnhauses in der Ravenéstraße das Anliegen, sich im und für die Entwicklung des Kiezes zu engagieren.

1. Worin liegen für Sie die Chancen in der Beteiligung im Quartiersrat?

Als wir im Jahr 2000 das Haus erworben haben, gab es hier einen großen Leerstand. Dies lag zum Einen an dem Zustand des Hauses, welcher die Wohnungen zum Teil unvermietbar machte, zum Anderen auch am Zustand des Wohnumfeldes. Vor allem vernachlässigte Grünanlagen, Schulen und öffentliche Plätze zeigten mir, dass sich hier einiges tun kann und muss. Daher sind mir auf der einen Seite die Mitbestimmung und das steuernde Eingreifen hinsichtlich der Aufwertung im Quartier, wichtig. Auf der Anderen Seite ist es die Möglichkeit die Bewohner für ein Mitwirken zu motivieren, in der ich die Chance für die Beteiligung im Quartiersrat sehe.

2. Was macht Ihnen bei der Arbeit im Quartiersrat besonders viel Spaß?

Was für mich das Wichtigste und auch Spannendste ist, sind die Diskussionen im Quartiersrat. Da wir alle sehr verschieden sind, werden hier immer ganz unterschiedliche Sichtweisen der Beteiligten eingebracht. Da ich als Sprecher im Quartiersrat tätig bin, nehme ich an einer Reihe Auswahlrunden und Auswahlgesprächen von Projekten teil, was nicht unbedingt üblich für die Quartiersratsarbeit ist. Ansonsten schaue ich mir gerne zwischendurch die Projekte an, vor allem hinsichtlich Verlängerungs- oder Finanzierungsmöglichkeiten.

3. Wo sehen Sie sowohl konkrete Chancen und Potenziale als auch Probleme im Quartier?

Im Quartier gibt es durchaus Zuzüge von vermögenden Leuten, Leuten mit besseren Sozialdaten. Dies führt zu einer Veränderung. Wir sind ein Innenstadtbezirk, wir haben eine sehr ordentliche infrastrukturelle Anbindung, insofern ist das Quartier natürlich ein Gebiet, welches sehr stark vom Wandel betroffen ist. Manche Leute haben sogar Angst, dass es das neue Prenzlauer Berg oder Friedrichshain wird. Ganz so schlimm sehe ich das allerdings nicht. Es ändert sich natürlich auch einiges an der Bevölkerungszusammensetzung. Diesen Wandel sollte man, denke ich, aktiv begleiten. Hier sehe ich ein deutliches Potenzial für das Gebiet. Deutliche Probleme sehe ich auf dem Gebiet der Gewerberaumentwicklung. Wir möchten, dass eine weitere Belebnung stattfindet, dass die Geschäfte auch wieder funktionieren.

4. Verfolgen Sie bei der Tätigkeit im Quartiersrat spezielle Entwicklungsstrategien oder Ziele? Liegt für sie persönlich bei der Beteiligung im QR der Fokus auf einem Projekt?

Mit einem Projekt kann diese Frage nicht beantwortet werden. Natürlich hat man immer Projekte die einem mehr am Herzen liegen als andere. Die Themen Gewerberaum und Sauberkeit im Wohnumfeld bleiben sicherlich für mich als Hauseigentümer Projekte, auf die ich meinen Schwerpunkt lege.

5. Verfolgt der Quartiersrat als Einheit generell gemeinsame Ziele?

Es gibt gewisse Querschnittsthemen, wie Bürgeraktivierung, die von Oben vorgegeben sind. Was sich jedoch letztes Jahr zeigte ist, dass die Kiezzeitung zur Aktivierung der Bürger dem Quartiersrat sehr am Herzen liegt. Diese ist in der Förderung jedoch ausgelaufen und kann und darf leider in der Form nicht weiter finanziert werden. Wir möchten Bürger noch stärker aktivieren, sich einzubinden. Dazu wird man neue Beteiligungsformen finden müssen.

6. Welche Veränderungen können Sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre erkennen?

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten, insgesamt ist die Bilanz jedoch sehr positiv. Ich kann mich an kaum ein Projekt erinnern, das inhaltlich an die Wand gefahren ist. Ich sehe sehr viele positive Veränderungen im Gebiet, ob dies auf das Quartiersmanagement oder die allgemeine Entwicklung zurückzuführen ist, ist natürlich nicht klar zu trennen. Wir haben auch mit dem Team des Quartiersmanagements sehr viel Glück gehabt, denn wir haben immer ein ordentliches Einvernehmen, ohne Missgunst oder Misstrauen.

7. Abschließend: Warum lohnt es sich, für den Quartiersrat zu kandidieren?

Ich kann immer wieder dazu aufrufen, Leute, welche 90% ihrer Lebens- oder Tageszeit hier im Kiez verbringen, mögen sich doch bitte für ihr Quartier engagieren. Man kann mit sehr wenig Geld und ein bisschen Motivation so viel bewirken, das sollte es jedem wert sein. Auch ich werde für die nächste Wahlperiode wieder kandidieren.


Das Interview führte Hannah Gumm.

 

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H. Gumm