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Mittwoch, 04.06.2014

Der Quartiersrat erzählt...

 

 

 

Im Gespräch mit Maria Befeldt:

 

Am 6. Juni war Maria Befeldt zu Besuch. Im Kiez angekommen, engagierte sich die 28 Jahre alte Politikwissenschaftlerin zunächst als Lesepatin in der Wedding-Schule und lernte dadurch im Kiez bereits viele Kinder und ihre Familien kennen. Nachdem sie auf den Quartiersrat aufmerksam wurde, entschied sie sich 2012 zu kandidieren und ist seitdem auch als Sprecherin im Rat tätig.

1. Worin liegen für Sie die Chancen in der Beteiligung im Quartiersrat?

Was ich am Quartiersrat besonders spannend finde ist, dass man direkten Einfluss auf seine unmittelbare Umgebung nehmen kann. Man sieht Probleme oder Problemfelder und kann direkt gemeinsam nach einer Lösung suchen.

2. Was macht Ihnen bei der Arbeit im Quartiersrat besonders viel Spaß?

Mir macht vor allem Spaß zu sehen, wie aus den Problemen konkrete Lösungen entwickelt werden und wie man diesen Prozess begleiten kann. Ich als Sprecherin kann auch an den Auswahlrunden teilnehmen und in der Steuerungsrunde mit besprechen, wie wir das angehen können und was es eventuell für Hindernisse gibt, auch von bürokratischer Seite.

3. Wo sehen Sie Chancen und Potenziale im Quartier?

Ich finde den Kiez macht aus, dass er sehr nachbarschaftlich ist, dass sich sehr viele Leute kennen, verwandt oder befreundet sind. Deshalb findet hier viel Leben auf der Straße statt, das gefällt mir sehr gut. Man leiht sich auch untereinander was aus oder hilft bei Hausaufgabenproblemen. Das Problem ist, wie in vielen anderen Kiezen in Wedding auch, dass sehr viele Leute, sogar solche mit Schulabschluss, auch noch Jahre danach keine weitere Anstellung finden. Hier sehe ich ein großes Potenzial - dass wir schon früh anfangen mit der Förderung und auch hinterher, genau an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf, mehr begleiten und vernetzen. Außerdem möchten wir die Gewerbetreibenden dabei unterstützen, zu sehen, dass es hier Potenzial gibt - einen riesen Schatz an Menschen, die viel mitbringen. Das gilt andersrum genauso: wir haben ja neben den vielen Spätis und Spielcasinos auch Fachbetriebe, Gastronomie verschiedenster Coleur und viele Kulturschaffende. Das ist auch als Ausbildungs- oder Arbeitsplatz für die Menschen aus dem Kiez interessant!

4. Verfolgen Sie bei der Tätigkeit im Quartiersrat spezielle Entwicklungsstrategien oder Ziele?

Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen dem Quartiersrat und der Steuerungsrunde aber auch zwischen den Projekten und der Öffentlichkeit. Vor allem weil viele Leute gar nicht genau wissen was der Quartiersrat macht und auch viele Quartiersräte manchmal gar nicht sehen wie toll das ist, was wir hier alles machen können. Hier versuche ich, die Leute dafür zu begeistern.

5. Verfolgt der Quartiersrat als Einheit generell gemeinsame Ziele?

Ich finde schön zu sehen, dass wir innerhalb dieser zwei Jahre als Gruppe zusammengewachsen sind. Gerade weil wir alle mit unterschiedlichen Hintergründen in den Quartiersrat gekommen sind und wahrscheinlich auch alle verschiedene Erwartungen hatten, aber uns mit der Zeit immer mehr kennen gelernt haben. So hat man richtig gemerkt, dass Diskussionen am Anfang zum Teil unnötig hart geführt wurden. Mit der Zeit kam aber immer mehr die Erkenntnis, dass es hier um die Sache geht und wir letztlich alle etwas Gutes für unseren Kiez tun wollen. Das hat man auch in den Sitzungspausen gemerkt, dass wir immer vertrauter wurden!

6. Welche Veränderungen können Sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre erkennen?

Eigentlich hat sich (fast) alles positiv entwickelt, sowohl die Kommunikation untereinander, als auch mit dem Quartiersmanagement, dem Bezirk und dem Senat. Ich glaube, dass von mehr Menschen wahrgenommen wird, dass es das Quartiersmanagement gibt und was das Team eigentlich genau macht. Und ich finde, dass unter den Projekten auch viel mehr Kommunikation stattfindet, dass sie sich untereinander viel mehr vernetzten und dadurch auch Synergieeffekte erzielt werden. Und auch, dass die Panke sehr in den Mittelpunkt rückt für viele Menschen. Das man wahrnimmt, dass es diesen schönen Fluss gibt und dass man dort auch Zeit verbringen kann.

7. Abschließend: Werden Sie wieder kandidieren?

Ich werde auf jeden Fall wieder kandidieren. Mir sind die Gruppe und die Arbeit sehr ans Herz gewachsen und ich würde jedem empfehlen zu kandidieren! Weil es einfach wichtig ist, in seiner Umgebung mit zu entscheiden und weil es einfach unglaublich schön ist zu sehen, dass man etwas bewegen kann. Mein Motto ist: Es gibt viel zu tun, packen wir's an!

 

Das Interview führte Hannah Gumm.

 

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H. Gumm