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Die Sprachstube Deutsch wird erweitert

Die Sprachstube Deutsch wird erweitert

Viele Kinder in unserem Quartier haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Dadurch entstehen Probleme in der Schule und später bei der Suche nach einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Obwohl in den Schulen bereits viel unternommen wird – von zusätzlichem Förderunterricht bis hin zum Gebot, Deutsch als Schulsprache zu verwenden – ist die Wirkung schulischer Maßnahmen begrenzt. Denn die Grundlagen der Sprache lernen Kinder bevor sie in die Schule kommen: in erster Linie in der Familie.

Hier setzt das Projekt „Sprachstube Deutsch“ an. Zweisprachige Sprachförderer besuchen wöchentlich Familien mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren. Mit den Kindern machen sie Sprachübungen, zudem reden sie mit den Eltern und informieren sie z.B. über Angebote wie Sprachkurse und Erziehungsberatungen. Bislang übernahmen in unserem Quartier rund zehn ältere Jugendliche diese wichtige Aufgabe: gegen eine Aufwandsentschädigung und betreut von qualifizierten MitarbeiterInnen des Trägers Casablanca gGmbH.
 
Seit dem 11. Dezember erhalten sie Verstärkung: Insgesamt 14 Vollzeit-Stellen auf ABM-Basis, gefördert vom Jobcenter Mitte, werden jetzt eingerichtet, um dieses wichtige Angebot weiter zu entwickeln. Wenn die Aufbauphase des Projektes abgeschlossen ist, können zusätzlich zu den ca. 20 Familien, die in unserem Quartier und im Soldiner Kiez bislang betreut werden, noch rund 140 dazukommen. Die sind dann jedoch über den gesamten Wedding verteilt, denn das Projekt wird von allen fünf Quartiers- und Stadtteilmanagementgebieten Weddings im Programm Soziale Stadt gefördert.

Die Sprachstube Deutsch kooperiert dabei mit den Kindertagesstätten. „In unserer bisherigen Arbeit haben wir damit gute Erfahrungen gemacht“, meint Stefanie Corogil, die die jugendlichen Sprachförderer betreut: „Die Kitas schicken uns zu Familien, in denen Kinder offensichtlich Probleme beim Spracherwerb haben. Dabei unterstützen wir die ErzieherInnen auch dabei, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen.“ Denn sprachliche und kulturelle Barrieren verhindern häufig den Austausch. Aber natürlich können sich Eltern auch direkt bei der Sprachstube Deutsch melden: „Viele kommen auch von sich aus auf uns zu, weil sie die Deutschkenntnisse und damit die Zukunft ihrer Kinder fördern wollen. Deshalb sind die Niveaus auch sehr unterschiedlich.“ In der konkreten Arbeit in den Familien kommt es vor allem darauf an, Sprechanlässe zu schaffen und kommunikative Rituale aufzubauen. „Das kann schon das gemeinsame Abendessen sein, das in vielen Familien gar nicht mehr stattfindet“, so Stefanie Corogil. Dabei ist es gar nicht so erheblich, ob die Familie deutsch oder die Sprache ihrer Herkunftskultur spricht. Der Unterricht in den Familien findet zwar in deutscher Sprache statt, die Mütter und Väter werden aber dennoch ermuntert, auch in ihrer Muttersprache mit dem Kind zu reden: „Wichtig ist vor allem, dass überhaupt gesprochen wird“, so Stefanie Corogil.

 
Kontakt:
Sprachstube Deutsch
frisbee
Koloniestraße 129
Michael Winkler
Stefanie Corogil
Tel: 030 - 28 47 18 77

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