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NAH DRAN XXXII - Stücke junger Tänzer & Choreografen
NAH DRAN XXXII - Stücke junger Tänzer & Choreografen
Ein heißer Sommer in der Maxstraße

Die Maxstraße ist in den Abendstunden belebter, als es tagsüber den Anschein hat. Nicht nur an der Ecke Schererstraße, wo sich die Weddinger Alternativszene trifft. Auch jenseits der Schulstraße, am Leopoldplatz, tobte in den vergangenen heißen Sommernächten oft bis tief in die Nacht das Leben. Sehr zum Leidwesen der AnwohnerInnen hat sich der Bürgersteig der Maxstraße Ecke Hochstädter und Nazarethkirchstraße zum abendlichen Treffpunkt Weddinger Jungendlicher entwickelt: vor allem türkischer junger Männer. "Das geht bis tief in die Nacht" beschreibt ein Anwohner die Situation. "Es ist ziemlich laut und manchmal muss man auch mit anhören, wie nachts um zwei auf der Maxstraße Autorennen im Rückwärtsgang veranstaltet werden." Zudem haben in letzter Zeit in einigen Ladengeschäften Vereinslokale eröffnet. Auch die erzeugen Lärm: der geht dann aber vor allem von älteren Männern aus, und auch häufig bis nach Mitternacht: "Die Straße hat sich sehr verändert, ist vielen fremd geworden. Einige sind bereits weggezogen und viele stehen kurz davor."
Doch einige fingen an zu handeln. Einer von ihnen, Gottfried Uebele, ergriff im Frühsommer die Initiative. Zusammen mit der Hausverwalterin eines der betroffenen Häuser wandte er sich an das Quartiersmanagement. Mit dessen Unterstützung wurde am 18. Juni in der Begegnungsstätte Schulstraße 118 eine erste Bürgerversammlung durchgeführt. Die Resonanz war riesig: Rund 70 AnwohnerInnen erschienen, viele von ihnen waren bereit, in einer Bürgerinitiative aktiv werden.
Regelmäßig trifft man sich seitdem – nicht nur in Privatwohnungen, sondern auch in den Vereinslokalen, die den deutschen Nachbarn zuvor so fremdartig erschienen waren. Zum Beispiel Anfang August im "effe 09": Bei türkischem Tee kamen AnwohnerInnen, Kneipiers und Vereinsmitglieder ins Gespräch. Auch ein Vertreter des Polizeiabschnitts 35 ist anwesend und erläutert die Möglichkeiten der Ordnungsbehörden. Dabei stellt er klar, dass die Gegend um die Maxstraße kein besonderer krimineller Schwerpunkt ist. Der Ruf nach der Staatsmacht ist aber inzwischen auch deutlich leiser geworden, man vereinbart vielmehr gemeinsame Handlungsstrategien. Dazu gehört zuallererst das persönliche Gespräch mit den Jugendlichen die über die Stränge schlagen. Mesut Lencper vom Kiezboom e.V. ist diesmal als Gast dabei. Er meint "Das ist ja eine Clique und keine Jugendbande, die sich hier trifft. Die hat fast immer ein oder zwei Köpfe, die besonders viel Einfluss ausüben. Die sollte man suchen und mit ihnen vor allem ins Gespräch kommen. Damit kann man schon viel erreichen."
Es sei schon deutlich besser geworden meinen denn auch mehrere Anwohner. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sich in der Straße inzwischen ein Zusammenhalt gefunden hat, wie er bisher noch nicht da war. Man kennt sich jetzt, grüßt sich und spricht miteinander. Man ist sich nicht mehr so fremd. Am Haus Maxstraße 19 soll jetzt der Briefkasten der Initiative angebracht werden, ein kleiner Schaukasten wird die Anwohner über die Aktivitäten der Bürgergruppe informieren. Und am 9. September ist ein erstes kleines Nachbarschaftsfest auf der Straße geplant, nachmittags um 17 Uhr geht es los.






