Sie befinden sich hier: kiez.info - Neuigkeiten / Eine Woche mit den Goldtänzern

Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 26. Oktober 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 02. November 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Mittwoch, 11.11.2015

Herbstferien mit den experimentierfreudigen Kindern der Goldtänzer e.V.

Eine Woche mit den Goldtänzern

der U und S Bahnplan...
... entsteht
Fingerfarbe, Papier und Kreativität sind die Zutaten für diese schönen Masken
Maskentheater

Goldtänzer? Wer soll das sein, fragen Sie sich sicher jetzt? Der Verein Goldtänzer e.V wurde erst kürzlich gegründet. Alles begann durch ein von Kunstvermittlerin Ulla Möckel geleitetes Theaterprojekt an der Förderschule Buch. Nach Beendigung des Projektes konnten vier der aufgeweckten Schüler, zwei Mädels, zwei Jungs, nicht genug bekommen. Sie hatten Blut geleckt und wollten nun mehr experimentieren mit Theater, Tanz und den bildenden Künsten. Gemeinsam einigten sich die Kids auf den passenden Namen „Die Goldtänzer“.

Die Sonne scheint, die Blätter fallen von den Bäumen, es sind Herbstferien in Berlin. Und diese zweite Ferienwoche gehörte ganz den Goldtänzern. Gemeinsam mit Ulla Möckel treffen sie sich nun jeden Tag im Tanzsaal der Wiesenburg. Eine Woche lang heißt es hier Theater spielen, Musik hören, tanzen und sich ausprobieren, mit dem Zeichnen, dem Geschichten erfinden und dem Fotografieren.

Es wurde im wahrsten Sinne des Wortes miteinander gelacht und geweint, denn auch Streit gehörte in dieser Woche dazu. Obwohl sich am Ende alle einig waren, dass diese Woche sie mit allen ihren Höhen und Tiefen zusammengeschweißt hat.

Gemeinsam ließen sich die Goldtänzer von den Werken der Künstlerin Monika Grzymala in einer Ausstellung in Kreuzberg inspirieren.  Monika Grzymala zeigte dort riesige Installationen aus Klebeband. Anschließend durften auch die Goldtänzer sich im Kleben ausprobieren.  Für die Ausstattung mit  Klebeband sorgte die Klebekünstlerin persönlich. Einer aus der Gruppe konnte hier zum Beispiel sofort seine Affinität zum Berliner Nahverkehr demonstrieren. In seiner Freizeit verbringt er Stunden mit dem Auswendiglernen von S- und U-Bahn Routen. Da wurde natürlich prompt das Berliner Bahn-Netz an die Wand des Tanzsaals geklebt. „Moderne Kunst made by den Goldtänzern“, kann man da nur sagen.

Außerdem wurde in dieser Herbstwoche viel getanzt und Theater gespielt. Masken entstanden aus Papier und  wurden mit Fingerfarben verschönert. Simpel, aber wirkungsvoll. Die Goldtänzer experimentieren mit der Wirkung eines Menschen durch das Tragen einer Maske. Zum Beispiel kann allein die Änderung der Kopfhaltung des Maskenträgers bei dem Gegenüber ganz neue Emotionen auslösen. Mit den selbstgebastelten Masken entstanden lustige bis gruselige Standbilder und Fotos.

„Am Ende des Tages geht es nicht immer um ein fertiges Werk wie ein Theaterstück oder ein Bild.“, so Ulla Möckel, „Es geht um das Erlebte während des Prozesses. Denn das ist doch eigentlich das Spannende. Vergleichbar mit dem Werk eines Malers, für ihn persönlich ist auch der Prozess des Malens, bei dem er  zum Beispiel Erlebtes verarbeitet oder sich mit einem Problem auseinandersetzt, viel bedeutsamer als das am Ende entstandene Bild.“

Resümee der Woche: Es war, als ob ein Koffer voller verschiedener Kunstmethoden die entdeckt werden wollten, geöffnet wurde. Nun ist Freitag und unter erschöpftem Gähnen sagt einer der Jungs: “Es war eine schöne Woche, aber nun freue ich mich auch auf ein Wochenende zu Hause.“

Jeder der Lust hatte die Herbstferienwoche zu nutzen, um kreativ zu sein, neue Dinge kennen zu lernen und auszuprobieren, war von den Goldtänzer herzlich eingeladen. Leider – lag es am üppigen Ferienangebot, an der Kommunikation oder anderen Dingen – wurde das Angebot im Quartier nicht wahrgenommen.

Aber im nächsten Jahr soll es weiter gehen für die Goldtänzer; wie genau, da dürfen wir gespannt bleiben.

 

Text/Fotos: Anna Lindner