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Feiert die Kiezmütter!

Feierstunde zur Übergabe der Abschlusszerfikate für Kiezmütter im Rathaus Moabit

Der ehemalige BVV-Saal war an diesem Tag fest in Hand der Frauen
Die ersten Kiezmütter, die ihre Zertifikate erhielten
Dr. Hanke gab jeder Absolventin die Hand und gratulierte
Und noch ein Gruppenfoto mit frischgebackenen Kiezmüttern
Im Gewühl: Dr. Hanke im Gratulationsmarathon
Last but not least: Die letzten Kiezmütter, die ihre Urkunden erhielten
Die Macherinnen: Kerstin Drobick, Leiterin des Amtes für Gleichstellung, BA Mitte von Berlin, Shiva Saber Fattahy, Projektleiterin der Kiezmütter Moabit, Dr. Hanke, Nalan Regnoux, Projektleiterin Kiezmütter Utrechter Str., Carolin Holtmann, Geschäftsführerin Kulturen im Kiez, Selda Karacay, Leiterin des Familienzentrum Wattstr.
Nun ist es wirklich vorbei: Abschlussbild auf der Treppe

Ein wenig symbolträchtig war's schon: Während vor den Fenstern des ehemaligen BVV-Saals im Rathaus Tiergarten Bauarbeiter ein Gerüst stellten, fand drinnen eine Feierstunde zur Zertifikatsverleihung an die Kiezmütter des Bezirks Mitte statt. Beides dient dazu, den Aufstieg bestimmter Personengruppen zu sichern - hier den physischen der Bauarbeiter, dort den gesellschaftlichen von Menschen, mit denen die Kiezmütter arbeiten. Jedenfalls versammelten sich am 4. November dort  fast 80 Frauen, um aus den Händen von Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke ihre Urkunden entgegen zu nehmen. Dabei ließen sie sich von den vor den Fenstern turnenden Gerüstbauern nicht stören.

Hanke eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache, in der er die Vorteile des Kiezmütter-Konzeptes hervorhob. Diese sind in seinen Augen die Mehrsprachigkeit der Kiezmütter, die so erleichterten Zugang zu ihren Communities finden. Und vor allem die Besonderheit des Kontaktes – er ist vertrauensvoll und verbindlich. Ganz anders, als Angebote und Kontaktaufnahmen aus offiziellen Kanälen von den betroffenen Menschen wahrgenommen werden, die diese oft nicht verstehen oder als Bedrohung verstünden. Augenzwinkernd beendet Hanke seine Rede; er habe schon viel zu lang gelangweilt, immerhin gäbe es ja noch etwas zu verteilen.

Und dies sind Blumen und Urkunden für die Kiezmütter. Der Bezirksbürgermeister lässt es sich nicht nehmen, jeder der Absolventinnen persönlich zu gratulieren und für ihren Einsatz zu danken. In drei Gruppen – die Kiezmütter aus Moabit, aus Wedding und aus Gesundbrunnen – werden die Frauen nach vorne gebeten. Es ist eine fröhliche, beinahe aufgekratzte Atmosphäre, in der die Frauen stolz die Würdigungen ihrer Anstrengungen empfangen. Ein würdiges Ende fand die Feierstunde, als sich alle Frauen gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister für ein Foto auf der Treppe des Rathauses versammelten.

Der Veranstaltung ging ein intensives, halbjährliches Training voraus, in dem die Mütter aus den Kiezen das wurden, was sie nun sind: Kiezmütter. Inhalte der Ausbildung waren unter anderen: Deutsch für die Tätigkeit als Kiezmutter, Berufswegeplanung und Bildungsberatung, Demokratiebildung, Hilfs- und Freizeitangebote in Berlin, kindliche Entwicklung, z.B. motorische und sprachliche Entwicklung, usw., Gesundheit, Ernährung, Bewegung, das Berliner Schulsystem, Kindertagesstätten, gewaltfreie Erziehung, Hilfen bei Häuslicher Gewalt. Ziel der Ausbildung ist es nicht nur, die Frauen für ein souveränes Agieren in der eigenen Familie zu befähigen, sondern auch, das erworbene Wissen im Freundes- und Familienkreis zu verbreiten.

Bei uns im QM-Gebiet werden die Kiezmütter von Kulturen im Kiez e.V. qualifiziert. Die „fertigen“ Kiezmütter arbeiten unter anderem im Familienbildungszentrum Kulturen im Kiez e.V., Utrechter Straße 36, im Frauenbildungsladen Kulturen im Kiez e.V., Reinickendorfer Straße 105, im Familienzentrum (FZ) Schulstraße 101, im FZ im Paul-Gerhard-Stift und im Haus der Jugend, Reinickendorfer Straße 55. Hier arbeiten die Frauen in festen Teams und versuchen, vor allem niedrigschwellig zu helfen. Der Fokus liegt dabei auf der Kommunikations- und Sprachförderung: Hört einander zu und sprecht miteinander – in der Familiensprache! Und vor allem: Sorgt dafür, dass die Kinder früh in die Kita kommen, um dort Deutsch zu lernen! 

Kiezmütter gibt es im QM-Gebiet seit 2006. Sehr viel Unterstützung erhielten die Kiezmütter vom hiesigen Quartiersmanagement, das dieses Projekt auch über längere Zeit förderte. Zur Zeit arbeiten 20 Weddinger Kiezmütter im Rahmen öffentlich geförderter Arbeitsverhältnisse mit auf ein Jahr beschränkten Verträgen. In dieser Zeit wird versucht, mit Bildungsangeboten und Beratung eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt zu bauen. Gelingt dies nicht, ist eine Verlängerung um ein weiteres Jahr möglich.

 

Weitere Informationen zu den Kiezmüttern im Wedding erhalten Sie im Familienbildungszentrum Kulturen im Kiez e.V., Utrechter Straße 36 unter der Telefonnummer: 030 - 983 277 67

Mehr Infos zum Verbundprojekt „Kiezmütter für Mitte“  unter: www.kiezmuetter-fuer-mitte.de

Johannes Hayner