Sie befinden sich hier: kiez.info - Aktuell / Ferienschule „Reloaded“

Ferienschule „Reloaded“

Wie ein erfolgreiches Pilotprojekt wiederholt wurde.

Eingangstor der Herbert-Hoover-Schule
Die Aufführung der Schüler...
...hat allen großen Spaß gemacht
Der Schuldirektor bei seiner Rede
Zum Abschluss wurden...
...allen Beteiligten Urkunden überreicht

(Siehe Artikel Ferienschule Herbst)
 
 
„Das ist eine schöne Erinnerung und eine Annerkennung ihres Engagements.“, strahlt Schulleiter Schumann. Nach der Abschlussaufführung werden allen Schülern der Ferienschule auf der Bühne der Aula individuelle Teilnahmezertifikate überreicht. Von ihren jungen Lehrern: Neunt- und Zehntklässler der Herbert Hoover Schule. Auch sie bekommen eine Teilnahmeurkunde, die sie stolz präsentieren.
 
Nach der erfolgreichen Premiere der Ferienschule im Herbst 2010 kam es in den Winterferien 2011 zu einer Neuauflage des Projekts.
 
„Es hat allen Beteiligten so viel Spaß gemacht, dass wir es unbedingt wiederholen wollten!“, freut sich Schuldirektor Thomas Schumann.
 
Worum geht’s? Neunt- und Zehntklässler unterrichten Sechstklässler aus den umliegenden Schulen in Mathe, Englisch und Deutsch. Zusätzlich wird gesungen, getanzt und Theater gespielt. Ein Gelungener Spagat zwischen klassischen Schulfächern und kreativ Musischem.
 
Die Ferienschule ist ein natürlich gewachsenes Element des kulturellen Bildungsverbundes. In dem aus QM-Mitteln geförderten Projekt soll an Kitas, Grundschulen und Sekundarschulen eine Kontinuität in den Schwerpunkten Musik, Tanz und Theater gesichert und eine kulturelle Identität für den Kiez geschaffen werden.
 
Ein weiteres QM-Projekt, das in die Ferienschule spielt ist „Lebensort Schule“. Hier begleiten drei Sozialarbeiter mit türkisch-, arabisch- und polnischem Hintergrund den Übergang von Grund- zur Sekundarschule in allen Facetten. Dieser Tage fungieren sie als Ansprechpartner für die Eltern der Ferienschulkinder. Auch um Design und Herstellung der Urkunden haben sie sich gekümmert.
 
Die freiwilligen Lehrer zu finden war leicht. Viele sind schon zum zweiten Male dabei. Auch Schüler, die in ihren Ferien freiwillig die Schulbank drücken, fanden sich schnell.
Eingeladen wurden Sechstklässler der benachbarten Grundschulen wie zum Beispiel Humboldthain und Rudolf-Wissell-Grundschule, deren Schulleiter an der Entwicklung des Projektes beteiligt waren. Aber auch Kinder aus der Trift Grundschule und anderen Schulen aus dem Kiez haben mitgemacht.
„Bei 30 Kindern mussten wir leider Schluss machen, um ein gutes Betreuungsverhältnis zu gewährleisten.“, weiß Direktor Schumann. Diese wurden von neun „Schüler-Lehrern“ unterrichtet. Unterstützung kam von drei LehramtsstudentInnen, die auch im Herbst schon mit von der Partie waren und den Neulehrern mit Rat und Tat zur Seite standen.
 
„Die Ferienschule macht den Schülern und uns wahnsinnig viel Spaß. Es ist ein sehr gutes Miteinander, freiwillig und ohne Zwang. Und wir Lehrer können extrem viel lernen in Sachen Ansprache und Didaktik. Besonders toll finde ich das persönliche Engagement der Schüler und Ferienlehrer und ihren herzlichen Umgang.“, erzählt Annette von Schlabrendorff, Lehramtsstudentin von der Humbold-Uni.
 
Die planerische Vorbereitungszeit für die Ferienschule, die an vier Wochentagen jeweils von 10 bis 13 Uhr stattfand, war kurz. Auf eine Art Lehrplan, der jede Unterrichtsminute definiert, wurde bewusst verzichtet, um genügend Raum für Spontaneität und eigene Ideen zu belassen, sowohl für Schüler als auch für Lehrer. So konnte flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse reagiert werden.
 
„Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den kleinen Kindern zu lernen und zu spielen. Wir haben sehr viel Freiraum, keiner redet einem rein.“, findet Schulsprecher Walid Kassen, einer der Schüler-Lehrer und Moderator der Abschlussveranstaltung.
 
Eine echte Win-Win-Situation: Die Grundschüler werden in einem Unterricht auf Augenhöhe auf die Oberschule vorbereitet. Der Übergang wird „fassbar und erlebbar“ (Schumann). Ferner haben sie die Chance, eventuelle Lücken zu stopfen. Die Lehrer wiederum wiederholen Gelerntes und vertiefen es durch die aktive Vermittlung. Ein Lernzuwachs auf beiden Seiten.
 
In der Abschlussaufführung gibt es Tanz, Theater und Gesang. Ein Mini-Musical, in dem zwei Jungs sich in dasselbe Mädchen verlieben. Alle Ferienschüler und -lehrer sind eingebunden und erproben sich im Rampenlicht. Auch die Licht- und Tontechnik wird von ihnen gemeistert. Am Ende gibt es viel Applaus aus dem Publikum und durchweg strahlende Gesichter auf der Bühne.
 
„Ich denke, mit der Ferienschule haben wir es geschafft, Schule als Ort der Begegnung und der Ermöglichung zu etablieren“, resümiert Direktor Schumann. „Schule, da kann ich was machen, da kann ich mich einbringen.“ 

Volker Kuntzsch