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Fête de la Musique am Nettelbeckplatz

21. Juni. Längster Tag des Jahres. Sommeranfang. Fête de la Musique!


Nettelbeckplatz
Mehmed Kirmizigül
Zap

Schoko & Luise

Jacob Hühn
Joe James Boyle

Cairn McBain & Snake Fuzz Moan
The Stylz

 

Was 1982 mit der Idee des damaligen französischen Kulturministers Jack Lang und viel musikalischem Idealismus in Paris begann, hat sich längst zu einem globalen Ereignis entwickelt. Inzwischen verbindet die Fête de la Musique Menschen in über 500 Städten weltweit. Zu hören gibt es Musik unterschiedlichster Stilrichtungen. Alles bei freiem Eintritt, Dank all der Bands, Orchester und Solisten, die an diesem Tag ohne Honorar auftreten.

So auch im Wedding auf unserem geliebten, kreisrunden Nettelbeckplatz!
 

Das Kikisol hat hier mit viel Liebe eine Bühne gebastelt, die eigentlich aussieht wie das Kikisol selbst: Eine alte Stehlampe, durchgelatschte Perserteppiche und eine Blümchentapete mit einem gerahmten Tisch vom Trödelmarkt. Die Musiker verschmelzen förmlich mit dem Mobiliar. Es wirkt als spielten sie zuhause, intim und privat, sehr persönlich.
 

Mehmed Kirmizigül, Gründer vom Kikisol: „Wir haben noch bis kurz vor Konzertbeginn tapeziert und gewerkelt. Unsere Idee war es, die Wohnzimmeratmosphäre des Kiki Sol auf den Nettelbeckplatz zu transportieren und nicht nur irgendeine 0815-Bühne aufzustellen. Guck, hier an meiner Jeans klebt noch der Kleister!“ Mehmed grinst stolz. Kann er auch. Die Bühne ist extrem gut gelungen! Da steckt viel Liebe drin. Und das Schönste: Hier tapeziert der Chef noch selbst.
 

Bereits zum 5. Male hat der Vorsitzende des Kulturvereins Nettelbeckplatz eine Bühne bei der FDM angemeldet: “Dieser Platz schreit ja förmlich nach einem musikalischem Programm, der Klavierspieler im Brunnen gibt den Ton vor.”
 

Der Kulturverein, deren „Vereinsheim” das Kikisol in der Lindower Str. 12 direkt am Nettelbeckplatz ist, hat für den Anlass ein buntes Programm aus Jazz, Singer-Songwriter, Funk, Rock, Weltmusik, Chor, Country, Reggae zusammengestellt.
 

An der Nordseite des Platzes steht ein riesiger blauer Bus. Auf ihm eine Art Gepäckträgerkonstruktion und auf dieser thront die Band Zap. Sie eröffnet das musikalische Programm, bevor es auf die Hauptbühne geht. Die Szenerie gleicht einer Ouvertüre im Theater. Ein eindrucksvolles Bild!
 

Das Wetter ist viel besser als erwartet, nämlich richtig sommerlich! Und der Platz ist um 16:30 Uhr schon knallvoll. Das Publikum bunt gemischt. Bekannte und unbekannte Gesichter, Greise, Weise, Studenten, Künstler, Passanten, Anwohner und Ortsfremde. Viele Familien mit Kindern auch. Auch ich bin mit Nachwuchs da.


Die Stimmung ist absolut entspannt. Gute Laune zu toller Musik.
 

Es gibt Stände mit Grillzeugs, frisch gepresste Säfte, Crepes, Sandwiches und natürlich köstliches Eis. Letzteres hat meine Tochter natürlich zuallererst entdeckt und schafft es, mir eine große Kugel Vanille aus den Rippen zu leiern. War ja klar!
 

Jacob Hühn, Mitglied im Kulturverein Nettelbeckplatz e.V. und Mitorganisator des heutigen Events, erzählt mir ein wenig vom Konzept der Veranstaltung:
 “In diesem Jahr wollten wir einen bunten, belebten Nettelbeckplatz zeigen und eine gute offene und gemeinsame Stimmung erzeugen. Wir sind froh, dass sich so viele verschiedene Initiativen beteiligt haben: Der Südost Europa Kultur e.V., Kulturen im Kiez e.V., die Weddinger Kiezmütter, das DRK Familienzentrum.” Er deutet auf Elinas Eismäulchen, “Der Eiswagen kommt von unseren Freunden von Schoko & Luise, die im März ihren superleckeren Eisladen am Nordufer aufgemacht haben.” Die Kleine grinst schelmisch und reicht mir die halbleere Waffel: “Mehr, Papa!”.
 

Inzwischen spielt Joe James Boyle auf.

 
Jacob zeigt mir stolz die Saftbar unten im blauen Bus, dessen Dach eben noch als Ouvertüren-Bühne fungierte:
„Die Saftbar kommt von einer jungen internationalen Crew, die machen die weltbesten Säfte! Lass uns mal einen trinken!“

Frisches Obst und Gemüse liegen auf einem Tisch. Man kombiniert sich einfach was zusammen. Jeder Drink wird individuell zubereitet. Keiner gleicht dem anderen.

Ich entscheide mich für einen Möhren-Mango-Bananenmix, Jacob nimmt Orange-Ananas-Apfel. Beide schmecken spitze! Und vom Bus oben hat man eine super Perspektive auf den Nettelbeckplatz.

 
Wir wippen zu den chilligen Klängen von Cairn McBain & Snake Fuzz Moan.

„Entschuldige mich bitte!” Jacob klettert vorsichtig die Leiter herunter und wird auf dem kurzen Weg zur Bühne 3x angesprochen. Er kennt hier fast jeden, aber jetzt geht es darum, das Open Air Wohnzimmer fix für den nächsten Act zu verkabeln.
 

The Stylz greifen zum Mikrofon.
 

“Papa, tanzen! Papa, tanzen!” Inzwischen ist es schon fast acht. Meine Kleine muss ins Bett. Schade, denn Rush Hour heizen gerade richtig ein. Elina wackelt noch drollig im Stereopanorama und ist nur schwer zu trennen von Musik, dem nahen Eiswagen und der wunderbaren Gesamtsituation. Aber man soll ja bekanntlich gehen, wenn's am schönsten ist.

 
Nach der kürzesten Nacht des Jahres telefoniere ich am nächsten Tag nochmal mit Jacob, vor allem weil ich Fotos und Bandnamen nicht mehr zusammen bringe. Er ist noch sehr angetan von der Veranstaltung: “Wir sind total zufrieden mit dem Tag. Es ist alles so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben. Sogar das Wetter hat gehalten.”
 

“Was wollt ihr nächstes Jahr noch besser machen?”, will ich wissen.
 

“Nächstes Jahr könnten wir uns noch mehr Stände vorstellen und eine Erweiterung um die “Komponente Kunst”, vielleicht ein kleiner Kunstmarkt ... zusätzlich zum kulinarischen Angebot.”

 
“Und was hat Dir gestern am besten gefallen?”
 

“Die Show oben auf dem Bus, die friedliche entspannte Gesamtstimmung und die Tatsache, dass am Ende zu wirklich später Stunde alle noch beim Abbauen und Aufräumen geholfen haben. Das war eine große Geste und tolle Hilfe! Ich freue mich schon jetzt total aufs nächste Jahr!”

 

Text: Volker Kuntzsch

Fotos: Volker Kuntzsch, Facebookseite Kikisol