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Gute Nachrichten für den Kiez

In der Kita Gottschedstraße 28 gehen die Umbauarbeiten dem Ende entgegen

Das Kita-Gebäude in der Gottschedstraße 28
Die Balkone werden ab März saniert
Hinter diesen Fischen verbergen sich frisch sanierte Sanitärräume
Insgesamt 480 Quadratmeter umfasst die Baustelle
Einige Elemente wie diese Hochebene bleiben erhalten

Angelika Graß ist eine viel beschäftigte Frau. Neben ihrer Tätigkeit als Kita-Leiterin ist sie auch seit vielen Jahren Quartiersrätin im QM-Gebiet Pankstraße. So ganz nebenbei betreut sie in ihrer Kita in der Gottschedstraße 28 noch den Ausbau der obersten Etage. Darüber wollen wir heute sprechen. Aber es dauert noch ein wenig. Baubesprechung.


Nun gut, wir nehmen im Personalraum Platz. Am Tisch herrscht jetzt um die Mittagszeit - die meisten Kinder haben Mittagsruhe - starke Fluktuation. Köche, Erzieherinnen und Erzieher, ehemalige Kollegen, die sich nun weiter qualifizieren, Facility Manager und Kiezredakteure nehmen Platz, sprechen miteinander, lachen, man trinkt Kaffee und freut sich am Leben. Koch, was gibt's denn heut'? Fisch mit Soße, Salat und Kartoffelstampf steht auf dem Speiseplan. Wie immer wird hier frisch gekocht - für die beiden Kitas des Trägers "Kinder in Bewegung", die hier nebeneinander stehen. Direkt vor der Ausgabe steht ein Teller mit den frischen Zutaten. So können die Kinder sehen, woraus ihr Mittagessen gemacht wird. Gute Idee!


Der Koch hat noch mehr davon. Weil die Eltern immer wieder fragen, möchte er ein Kochbuch mit den Rezepten für die beliebtesten Kita-Essen herausbringen. Kleiner Tipp vom Kiezredakteur: Wegen der Druckkosten könnte er ja beim Aktionsfonds des Quartiersmanagements nachfragen.


Aber jetzt: Tür geht auf, Angelika Graß kommt rein. Entschuldigung, hat länger gedauert - aber bitte, kein Problem, nett unterhalten - na dann komm doch mal mit. Im Büro wartet schon Walfried Haas, der mit seiner Firma BBI GmbH als planender und betreuender Architekt die Bauarbeiten bekleidet und noch von der Baubesprechung übrig geblieben ist.


Also, Frau Graß, worum geht es hier? Die Geschichte ist schnell erzählt. Die oberste Etage im 1974 errichteten Gebäude ist ein wenig in die Jahre gekommen und kann deshalb ohnehin eine Renovierung gebrauchen. Zweitens und wichtiger sind die Räume damals für Hortkinder konzipiert worden, die heutigen Nutzer sind zwei bis sechs Jahre alt. Klar, dass sich hier etwas ändern musste.


Und so bewarb sich die Kita unter Angelika Graß' Federführung um eine finanzielle Unterstützung aus dem Baufonds. Über diesen Fonds kam das Geld für den Umbau letztendlich von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Europäischen Union. So ein Antrag ist nicht schnell gelesen, geschweige denn schnell geschrieben. Aber in diesem Fall hatte es sich gelohnt, denn dem Antrag auf 332.000 Euro Unterstützung wurde stattgegeben. Na klar, wer sonst hätte das Geld verdient wenn nicht unsere Kinder?! Immerhin muss der Träger "Kinder in Bewegung" als Mieter des Objektes selbst 37.000 Euro zuschießen.

Gut ist, dass zwischen Träger, Verwaltung und auch ausführendem Architekten ein Vertrauensverhältnis besteht, bedingt durch jahrelange Zusammenarbeit ohne schwerwiegende Komplikationen. Und für das Bezirksamt ist entscheidend, dass der Träger einen Architekten hat, mit dem er zusammen plant und umsetzt - von der Einreichung bis zur Abrechnung. Dies ist hier mit Herrn Haas der Fall, und so wurden die Mittel bewilligt. 

Nun also kann gebaut werden. Herr Haas, wie ist denn der Baufortschritt? (Bitte vorm Weiterlesen daran denken, dass wir uns in BER-lin befinden) "Also, wir sind unserer Planung um ein paar Wochen voraus, liegen 1A im Plan", grinst der Architekt, der schon seit Jahren mit dem Träger zusammenarbeitet. Eigentlich könnte schon jetzt - das Gespräch findet im Dezember 2018 statt – weiter gebaut werden. 


Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu bei so einem Projekt, und das hatten die Verantwortlichen. Zwar verbarg sich wie in den anderen Etagen unter den abgehängten Decken eine komplizierte Metallkonstruktion. Diese enthielt aber anders als dort keine Dämmung, deren Zweck nicht nachvollziehbar war (Gegen Wärmeverlust und Lärm jedenfalls war sie nicht geeignet).


Die Decken waren aus KMF gefertigt, das ist die Abkürzung für künstliche Mineralfaser. Ähnlich wie Asbest kann sie beim Verarbeiten durch die kleinen Fasern, aus denen sie besteht, Krankheiten hervorrufen. Deshalb ist die Entsorgung auch nach Schutzvorschriften zu erledigen.


Wie ist nun der Stand der Arbeiten? Die Decken sind neu eingezogen, Abriss und Trockenbau abgeschlossen. Im Moment planen Tischler den Einbau der Möbel, in anderen Räumen finden Malerarbeiten statt und wird Bodenbelag verlegt. Ab März, wenn es wärmer wird, folgt dann die Sanierung der Balkone. 


In die Räume, in denen früher fast 100 Hortkinder ihre Nachmittage verbrachten, werden nach dem Umbau vier bis fünf Gruppen à 15 Kindern einziehen. Ab zwei Jahre sind sie alt, dementsprechend mussten auch die Treppenhäuser umgestaltet werden, zum Beispiel mit niedrigeren Handläufen. Auf 480 Quadratmetern entsteht dort eine Kinderlandschaft, die den Anforderungen des Jahres 2019 entspricht.


Sollte sich, wofür im Moment alles spricht, die Planung verwirklichen, dann ziehen schon im März die Kinder, die in den unteren Etagen Asyl gefunden haben, zurück in den zweiten Stock. Guten Nachrichten für den Kiez, denn ab April kann die Kita dann noch mal 50 Kinder aufnehmen. Eltern werden sich freuen, denn viele stehen auf den Wartelisten, die im Moment bis zu sieben Monate Wartezeit bedeuten. 
Die hier ohnehin angestrengte Situation verschärfte sich durch den Umbau nochmals, denn die Kita hat im laufenden Kindergartenjahr keine neuen Kinder aufgenommen, um Platz für die oben vorübergehend heimatlos gewordenen Gruppen zu bekommen. Gerade im Krippenbereich ist der Bedarf viel größer als das Angebot, teilweise bis zu 60 Kinder mehr als die Kita aufnehmen kann.

Übrigens hat der benachbarte Kindergarten "Kunterbunt", in dem die Kinder anders als hier altersgemischt betreut werden, ähnliche Bauarbeiten gerade hinter sich. Im Hochsommer 2018 wurde dort ebenfalls die obere Etage renoviert, erinnert sich Walfried Haas, der schon zehn Jahre für "Kinder in Bewegung" plant und baut. 


Nun also bald Eröffnung! Frau Graß, freuen Sie sich drauf? "Na klar! Unsere Erzieherinnen und Erzieher werden es viel leichter dort haben. Aber am besten ist es für die Kinder. Ich freue mich schon sehr darauf, sie dabei zu beobachten, wie sie die Etage erobern."

Text und Fotos: Johannes Hayner