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Mittwoch, 01.02.2012

Neujahrsempfang des Quartiersmangement Pankstraße in der Tanzhalle Wiesenburg

Symbolträchtiger hätte der Ort für den diesjährigen Neujahrsempfang kaum ausfallen können: Das Quartiersmanagement Pankstraße lud am 20. Januar 2012 um 17 Uhr in die Tanzhalle der Wiesenburg. In einen Raum also, der mit QM-Mitteln errichtet wurde und somit eindrucksvoll unter Beweis stellt, wozu die Mittel aus dem Programm Soziale Stadt befähigen. In den Ruinen der Wiesenburg entstand hier ein hochmodernes Tanzstudio, das inzwischen der Verein Wiesen 55 vielfältig nutzt.

Zahlreiche Gäste waren erschienen und lauschten zu Beginn den exotischen Klängen japanischer Trommeln, beeindruckend souverän geschlagen von Anita Stöcklein und Katrin Bruck. Im Widerhall des kargen hohen Raumes kamen die satten Sounds richtig zur Geltung.

Sodann eröffnete Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke die Veranstaltung. Er kam direkt vom Neujahrsempfang des QM Magdeburger Platz zur Wiesenburg und machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, wie sehr das nunmehr zehnjährige Wirken des QM den Kiez verändert hat. Hanke, der selber im Kiez wohnt, registriert ein kulturelles Angebot im QM-Gebiet, das vor Jahren so nicht denkbar gewesen sei. Aber auch im Kernbereich Bildung gehe es voran: Schritt für Schritt lesen die Kinder besser, schaffen mehr Jugendliche einen Schulabschluss und machen das Abitur - auch wenn der Nachholbedarf gerade bei den Jungen noch enorm ist. Und - auch das vergaß Hanke nicht - trotz aller Zuversicht: Es bleibt viel aufzuholen im innerstädtischen Vergleich. Aber auch dank des Wirkens der verschiedenen Quartiersmanagements im Stadtbezirk - der Bürgermeister ist optimistisch, dass es hier weitergeht.

Nun kam er auf die Veranstaltung selbst zu sprechen. Ein großer Dank ging an die Besitzerin der Wiesenburg, mit deren Unterstützung die Entstehung dieses großartigen Raumes erst möglich wurde. Für Hanke ein Vorbild an bürgerschaftlichem Engagement. Außerdem freut er sich, dass sein Freund und langjähriger Baustadtrat Ephraim Gothe als Staatssekretär für Stadtentwicklung einen direkten Kontakt vom Senat in den Wedding gewährleistet, zumal ihm die „Problemkieze“ am Herzen liegen.

Im Anschluss dankte QM-Teamleiterin Sükran Altunkaynak allen Beteiligten für die tolle Zusammenarbeit in 2011. Das Quartiersmanagement Pankstraße blickt inzwischen auf eine 10jährige Tätigkeit zurück. Frau Altunkaynak unternahm einen sehr persönlichen Rückblick auf den damaligen Beginn, an dem sie bereits beteiligt war. Projekte wie zum Beispiel der Kulturelle Bildungsverbund Pankstraße, initiiert und gefördert vom QM Pankstraße, halfen und helfen dabei, den Kiez nachhaltig zu verändern. Viel ist erreicht, viel bleibt noch zu tun. Damit übergab sie das Wort an Isabelle Schad und Sybille Müller vom Wiesen 55 e.V.

Die Betreiberinnen der Tanzhalle freuen sich mit ihren fünf Mitstreitern jeden Tag neu über die tollen Möglichkeiten, die ihnen dieser fantastische Ort bietet. Es entstand ein Probe- und Auftrittsraum für Tanzkompanies. Die beiden jungen Frauen sprachen allen, die bei der Entstehung der Tanzhalle geholfen haben, ihren Dank aus: dem Bezirksamt, dem Kulturamt, dem Quartiersmanagement und natürlich der Besitzerin der Wiesenburg, Frau Dumkow. Womit auch schon die nächste Rednerin genannt ist. Für sie war diese Veranstaltung in der Tanzhalle eine ganz besondere Freude, denn der sinnvolle Erhalt der Wiesenburg liegt ihr als Vermächtnis des Großvaters am Herzen. Dieser hatte sie darum gebeten, mit der Wiesenburg etwas für den Bezirk zu erhalten - und in diesem Sinne holte sich Dumkow die freundschaftliche Zusicherung des "lieben Christian" Hanke, stets ein Auge auf diesen besonderen Ort und ein offenes Ohr für dessen Betreiber und Nutzer zu haben.

Nach dem Ende der Ansprachen erwartete ein internationales Buffet die Hungrigen und jede Menge Neuigkeiten die Informationshungrigen. Denn man hatte sich länger nicht gesehen, nach den Feiertagen viel zu erzählen oder man lernte sich hier erst kennen. Jedenfalls löste sich das gerade noch aufmerksame Auditorium blitzschnell in kleinere und größere Gesprächsrunden auf. Wahrscheinlich, um Sükran Altunkaynaks Aufforderung umzusetzen: Jeder möge doch an diesem Abend zehn Leute ansprechen, die er noch nicht kennt. Die fröhlich-kommunikative Stimmung hielt den gesamten Abend an.

Der Neujahrsempfang des Quartiersmanagements Pankstraße: Ein vielversprechender Start ins Jahr 2012, das neue Herausforderungen bringt.

Einige Impressionen vom Neujahrsempfang

Johannes Hayner