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Ihre Ideen sind gefragt

01.09.2006
Noch vor wenigen Jahren galt der Nauener Platz als ein gefährlicher Ort, er war ein Zentrum des Drogenhandels im Norden der Berliner Innenstadt. Das hat sich inzwischen geändert: Dank des entschlossenen Einsatzes der Polizei aber auch des Engagements vieler BürgerInnen ist es gelungen, die Dealer weitgehend zu verdrängen. Zusammengeschlossen haben sich die AnwohnerInnen in der Initiative „Nauener Neu!“ Von Anfang an forderten sie auch die Neugestaltung der Freiflächen um das Haus der Jugend: vorne an der Schulstraße und das hinter dem Haus gelegene Geländes mit dem Bolzplatz. Mit viel Einsatz hat die Initiative auch schon einiges erreicht: So wurden die wuchernden Gehölze vor der Terrasse des Hauses entfernt und stattdessen der Garten des „Café Naumi“ angelegt. Zuletzt befreiten Jugendliche vom „SOS Kinderdorf“ das Gelände hinter dem Haus der Jugend von wucherndem Gestrüpp.
Aber um aus der rund 5.000 Quadratmeter großen Freifläche einen generationsübergreifenden Treffpunkt für den Kiez zu machen, sind weitere Maßnahmen erforderlich. Der Bezirk stellt im nächsten Jahr dafür insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung, zusätzlich werden Sondermittel aus dem Programm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ beantragt. Aus dem Programm „Soziale Stadt“ wird zudem eine umfangreiche Bürgerbeteiligung finanziert. Denn die Erfahrung aus dem Quartiersmanagement zeigt: Die Ideen der AnwohnerInnen sind wertvoll, es lohnt sich, sie zu sammeln, öffentlich zu diskutieren und gemeinsam ein Konzept zu entwickeln.
Den Auftakt dazu bildet eine Bürgerversammlung am 31. August im Haus der Jugend. Anschließend werden auf zahlreichen Veranstaltungen verschiedene Nutzergruppen nach ihren Vorstellungen befragt. Nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch z.B. Muslime, Frauen bzw. Mütter oder Senioren. Einbezogen werden dabei Vereine und Institutionen im Kiez, die mit diesen Gruppen bereits arbeiten. Der Stadtplaner Holger Scheibig, der den öffentlichen Prozess der Ideenfindung moderiert, weiß, wie solche Veranstaltungen Spaß machen können und Ergebnisse bringen: Mit Spielen zum Beispiel, die die Kreativität anregen: „Ideen, die auf den ersten Blick sonderbar wirken, sind uns besonders willkommen. Sie zeigen Richtungen an und zwingen zur Auseinandersetzung. Damit geben sie wertvolle Hinweise.“
Auf einer großen Planungswerkstatt am 21. Oktober werden dann die verschiedenen Ideen zusammengetragen und ausführlich diskutiert. Das kann dauern, möglicherweise geht die Veranstaltung auch am folgenden Sonntag weiter. Durchgehend begleitet wird der Prozess von der Landschaftsarchitektin Barbara Willecke, die im Quartier bereits durch die Neugestaltung des Nettelbeckplatzes bekannt ist. Sie wird aus den Ergebnissen der Planungsworkshops ein Konzept erarbeiten und es auf der abschließenden Bürgerversammlung am 12. Dezember um 18.30 Uhr vorstellen. Mit den Bauarbeiten wird im Jahr 2007 begonnen. Die Mittel des Bezirks stehen bereit. Wenn es gelingt zusätzliche Mittel aus anderen Programmen einzuwerben, könnten jedoch mehr gute Ideen umgesetzt werden. Der Nauener Platz kann viele davon gebrauchen!
Kontakt:
conceptfabrik
Holger Scheibig, Tel.: 030-48 62 26 50 mobil: 0173 8678003
Email: scheibig@conceptfabrik.de
Die Termine der Versammlungen:
31. August, 18 Uhr
Haus der Jugend: Auftakt – große Bürgerversammlung
5. September, 14 Uhr
Haus der Jugend: Kreativspiel mit „Nauener Neu!“
15. September, 17 Uhr
Kiezboom e.V.: Jugend-Forum Nauener Platz
17. September, 10 Uhr
Yumus-Emre-Moschee: Kinder malen ihre Ideen, danach (11 Uhr): Kreativspiel
21. September, 15 Uhr
Haus der Jugend: Senioren planen und gestalten
22. September, 16 Uhr
QM Pankstraße: Frauengespräch
28. September, 15 Uhr
Haus der Jugend: Frauen planen mit
5. Oktober, 14 Uhr
Jerusalem-Jugendbibliothek: Kinder planen: „Der supercoole Spielplatz“
21. Oktober, 11 Uhr
Haus der Jugend: Große Planungswerkstatt (unter Umständen Fortsetzung am 22. Oktober)
12. Dezember, 18.30 Uhr
Haus der Jugend: Bürgerversammlung mit Vorstellung der Planung






