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Immer unterwegs - die Kiezläufer

- Ihnen entgeht nichts im Kiez: Mustafa Güler und Axel Tomporowski
Aus dem öffentlichen Raum im Quartiersmanagement Pankstraße sind sie nicht mehr wegzudenken. Seit 2002 gehen täglich vier Männer und Frauen durch den Kiez, erkennbar an ihren olivgrünen Westen mit dem weißen Schriftzug KIEZLÄUFER.
QUARTIER hat zwei von ihnen auf ihrer Route begleitet, genauer gesagt, auf einem kleinen Teilstück; denn insgesamt legt ein Kiezläufer jeden Tag etwa 15 Kilometer zurück. Fast die Strecke eines Halb-Marathons.
Nach der morgendlichen Lagebesprechung mit dem Teamleiter des Quartiersmanagements, Christian Luchmann, geht es los. Bei unserer Stippvisite müssen Plakate für das Kinderfest verteilt werden, das das QM Pankstraße anlässlich des Weltspieltags Ende Mai veranstaltet. Es gibt zwar eine Liste mit Einrichtungen, die bestückt werden sollen, doch unterwegs steuern Mustafa Güler und Axel Tomporowski emsig auch Läden, Häuser und Leute an, die den Eindruck erwecken, dass sie irgendetwas mit Kindern zu tun haben könnten.
„Guten Tag, wir kommen vom Quartiersmanagement Pankstraße und möchten Ihnen etwas überreichen, dass sie dann aushängen können“, begrüßt Axel Tomporowski höflich eine junge Frau. Die meisten nehmen das Angebot dankend an. Wenn die Tür einmal nicht gleich geöffnet wird, rollen die Kiezläufer das Plakat aus, präsentieren es stolz und fügen einige erklärende Worte hinzu; dann ist auch hier das Eis gebrochen.
„Das ist eine wichtige Aufgabe der Kiezläufer“, sagt Mustafa Güler, „den Kontakt zu den Kiezbewohnern, zu Gewerbetreibenden oder Kultureinrichtungen zu knüpfen, Vertrauen aufzubauen.“ Das Vertrauen der Bewohner genießen sie. Wenn die Kiezläufer ihre Runden drehen und mit den Menschen ins Gespräch kommen, zeigen viele Interesse und verweisen auf Plätze oder Grünanlagen, wo etwas im Argen liegt.
„Solche Hinweise kommen ja allen zu Gute. Als Ansprechpartner der Bürger sorgen wir dann dafür, dass gefährliche Gegenstände von den Spielplätzen entfernt werden oder eine offene Kabelklappe an einer Ampel repariert wird. Da hat man hinterher auch das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben,“ erzählt Mustafa und Axel ergänzt: „Wenn zum Beispiel ein Straßenschild kaputt ist, schreiben wir ein Protokoll mit genauer Ortsangabe, und das faxen wir an das Tiefbauamt oder melden Sperrmüll an die BSR. Wir kommunizieren mit dem Grünflächen- und Ordnungsamt oder der Initiative Stadt und Hund, und wir kooperieren mit der Polizei. Langweilig ist unser Job nie.“
Nur peppigere Westen würde sich Mustafa wünschen, weil er sich als Anti-Militarist versteht und der Meinung ist, dass etwas mehr Farbe bei den Leuten besser ankäme. Andererseits verschafft die „offizielle“ Kleidung auch Respekt. Axel berichtet von Hundehaltern, die ihre Tiere freiwillig anleinen, wenn sie die Kiezläufer nur sehen, und auch der Mann, der eine Dose in das Blumenbeet kickt, als wir den Leopoldplatz überqueren, scheint beeindruckt. „Das ist nicht gut“, raunt Mustafa ihm nur kurz zu. Anstandslos hebt der Mann seinen Abfall auf und bekommt dafür ein „Danke!“.






