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Interview mit dem Oberschulrat Detlev Thietz

Gute Grundlagen in Mathe sind das A und O
Die Herbert-Hoover-Schule wird in Zukunft die einzige Schule im Kiez sein in der man einen Abschluss erwerben kann
Ferienschule: Schüler der Herbert-Hoover-Schule beim Unterrichten
Eine der Grundschulen im QM-Gebiet: Die Humboldthain Schule
Schüler der Humboldthain-Grundschule weisen auf den schlechten Zustand der Schule hin

 

Setzen wir das Quartier Pankstraße in Vergleich zu Berlin bzw. Wedding. Wie hoch ist prozentual gesehen die Anzahl der einzelnen Schulabschlüsse und wie hoch ist die Abbrecherquote?

Im Jahr 2009 lag die Quote im Hauptschulbereich ohne Abschluss bei etwa 38%. Den einfachen Hauptschulabschluss erreichten etwa 25%, den erweiterten Hauptschulabschluss 34% und den mittleren Schulabschluss 3% aller Schülerinnen und Schüler.

Im Realschulbereich gingen 0,2% ohne Abschluss ab, 13% mit einem einfachen Hauptschulabschluss und 22% mit einem erweiterten Hauptschulabschluss. 61% erreichten den mittleren Schulabschluss.

Wir liegen damit so etwa 10 Prozent hinter den Berliner Durchschnittsergebnissen, aber im Weddinger Durchschnitt. Die Quote der Schüler nichtdeutscher Herkunft betrug in den Schulen 88%.


Zum Thema „Lernen in der Zukunft“: sind Erscheinungen wie E-Learnig ein Zukunftsmodell für die neue Schule? Wie sieht es mit der Computerausstattung aus?

Neue Lehr- und Lernformen wie e-Learning fördern unter anderem die Individualisierung und Binnendifferenzierung und die Lernmotivation der Schüler. Wir fördern deshalb diesen Bereich durch Angebote in der Lehrerfortbildung und Ausstattung der Schulen. Grundsätzlich haben die Schulen eine gute Ausstattung mit Computern. Diese wird im Rahmen des eEducation-Masterplans in den nächsten 4 Jahren noch verbessert.

 

Wie sieht Ihr Schwerpunkt bei der Schulentwicklung aus? Worauf legen Sie besonderen Wert?

Der Schwerpunkt liegt auf den vier Säulen der Sekundarschule:

1.    Individualisierung der Lernprozesse,

2.    Ganztagsbetreuung,

3.    Kooperation mit Oberstufenzentren für Schülerpraktika und Übergang in die gymnasiale Oberstufe,

4.    Entwicklung von Angeboten im Bereich des Dualen Lernens.

 

Ist der Bildungsverbund Wedding Beispiel für andere Schulen und gibt es bereits ähnliche Verbünde oder Pläne? Wenn ja, was sind deren Ziele?

Es gibt einen vergleichbaren Bildungsverbund im Brunnenviertel und in Moabit mit dem Ziel, die Übergänge von Kita zu Grundschule und von der Grundschule in die Oberschule harmonisierter zu gestalten. Ziele dabei sind die Entwicklung von gemeinsamen Profilen, die Verbesserung der Elternmitarbeit, durchgängige Sprachförderung und möglichst keine Brüche im pädagogischen Bereich beim Wechsel der Kinder von Einrichtung zu Einrichtung.

 

Welche Probleme gibt es bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund? Haben sie sich im Lauf der letzten Jahre verändert?

Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Probleme im Bereich der Sprache und der Bildungsferne haben zugenommen, dennoch halten die Schulen erfolgreich mit vielen innovativen Konzepten und Vernetzung mit außerschulischen Einrichtungen, Praxislernangeboten, Sprachförderkonzepten und Ganztagsangeboten dagegen.

 

Wie sind die ersten Erfahrungen mit der neuen Schulform der Sekundarschule? Funktioniert die Integration und wie stark ist die Umstellung für die Schüler?

Es gibt noch keine verwertbaren Erfahrungen mit den Sekundarschulen. Die Schulen arbeiten an den Schulprogrammen, im Mittelpunkt stehen die 4 Säulen. Bisher sind nur die 7. Klassen integrierte Sekundarschule mit Ganztagsangebot. Die Klassenhöchstfrequenz liegt bei 26 Schülern.

 

Wie bewerten Sie die Sekundarschule speziell im Hinblick auf die Situation hier im Kiez?

Ich sehe in der gemeinsamen Unterrichtung aller Schüler mit einem sehr individualisierten Bildungskonzept, auch in Hinblick auf ganztägiges Lernen, eine gute Chance für die Verbesserung der Bildungschancen und Bildungsperspektiven im Quartier Pankstraße. Es wird jedoch nur die Herbert-Hoover-Schule im Kiez verbleiben.

 

Werden LehrerInnen auf die Problematik vorbereitet, dass eine Vielzahl ihrer SchülerInnen aus bildungsfernen Schichten stammt?

Die Lehrer werden in der Ausbildung leider nicht speziell vorbereitet. Wir machen aber eine Vielzahl von Fortbildungsangeboten und bieten Berufseinsteigern eine spezielle Begleitung durch die Schulpsychologie.

 

Was macht für Sie persönlich eine gute Ausbildung aus?

Eine gute Ausbildung ist für mich dann gegeben, wenn der jeweilige Schüler in seinen Stärken individuell gefördert wird, einen realistischen Berufswunsch entwickelt und selbständig bzw. gesellschaftlich handlungsfähig wird (kulturell, religiös, ethisch und beruflich).

 

 

In der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist Herr Detlev Thietz Oberschulrat und Referatsleiter für die Außenstelle Mitte.