Jugend, Bildung, Kultur: Workshop II zur Gebietskonferenz

Nachdenken und Diskutieren über Verbesserungsmöglichkeiten für den Kiez

Drei Impulsreferate stimmten die rund 30 Teilnehmer auf das Thema ein. Heike Dorr-Sallmann vom „Regionalen Sozialpädagogischen Dienst“ (RSD) berichtete über die Zusammenlegung von Jugendförderung, Kita, Erziehungs- und Familienberatung sowie RSD seit 2008, durch die der Austausch und die Abstimmung innerhalb der Jugendämter verbessert wurden. So können im Sinne der Sozialraumorientierung Bürger stärker aktiviert und vernetzt sowie vorhandene Ressourcen effektiver genutzt werden.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Mehrgenerationenhaus. Timm Lehmann vom Mittelhof in Zehlendorf berichtete darüber, wie das vom Bund geförderte Modellprojekt Menschen ganz unterschiedlichen Alters zusammenbringt und ihre Potenziale bündelt. Junge und alte Menschen treffen sich hier, unterstützen sich gegenseitig mit einer Job-Börse oder mit Kinder-Patenschaften. Neben Kursangeboten gibt es informelle Lernmöglichkeiten, wo zum Beispiel ein Senior im direkten Kontakt zwei Jungen das Modellbauen beibringt. Eine wichtige Säule des Hauses sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Denn die Sog-Wirkung, so Herr Lehmann, entstehe durch das Gefühl: Hier ist ein Haus, wo man mitmachen kann.

Doch weil auch in Zehlendorf eine gute Idee allein nicht ausreicht, basiert das Mehrgenerationenhaus auf einem strikten Regelwerk. Wer wiederholt gegen die Prinzipien der Rücksichtnahme und Akzeptanz verstößt, wird mit Maßnahmen bis zum begrenzten Hausverbot belangt. Wichtig dabei: mit den Streetworkern gibt es auch für diese Fälle weiterhin einen Ansprechpartner.

Den Stellenwert kultureller Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen erläuterte Carola Tinius vom Kulturamt Mitte. So bekamen Schüler aus Bremen in einem dreiwöchigen Camp täglich zwei Stunden Sprachförderung und zwei Stunden Theatertraining. Die abschließende Untersuchung ergab, dass ihre Sprachkompetenz in dem Maße gestiegen war, wie sonst innerhalb eines Schuljahres.

Woran man die Wirkung kultureller Angebote sonst noch messen kann, oder ob das Mehrgenerationenhaus als Modell auch für das Haus der Jugend am Nauener Platz geeignet wäre, wurde in anschließenden Arbeitsgruppen diskutiert.

Kontakt:
Quartiersmanagement Pankstraße
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Tel.: 030/7474 6347

 

 

Michaela Nolte