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Julia Boeck und Axel Völcker

Mastul e.v.
Kreativ und aktiv im Kiez: Julia Boeck
und Axel Völcker

In der ersten Ausgabe des Magazins „Der Wedding“ beschreibt Tim Schintlholzer den Bezirk als einen „der authentischsten Orte (…), die dieses Land zu bieten hat. Im Wedding ist die ganze Welt vertreten“, so der Kölner Exilant. Die beiden jungen Macher des Blattes, die genau die gleiche Begeisterung für den Wedding mitbringen, sitzen mir entspannt und gut gelaunt gegenüber. Julia Boeck und Axel Völcker sind sichtlich stolz auf ihr Magazin und das zu Recht. In einer gelungenen Mischung aus fotografischen Impressio¬nen sowie witzigen aber auch hintergründigen und informativen Texten haben sie die erste, fast 100 Seiten starke Ausgabe mit Hilfe von weiteren ehrenamtlichen Mitstreitern auf die Beine gestellt.

Die Idee kam Axel Völcker noch während des Studiums in seiner Weddinger Küche. „Ich wollte ein eigenes Magazin machen. Authentisch sollte es sein, Geschichten aus dem Kiez erzählen, den Charme der alteingesessenen Weddinger verbreiten.“ Den Prototyp verwirklichte er als Diplomarbeit. Gestaltet wurde er im so genannten Retrolook, weil der sich besonders dazu eignet, Erinnerungen und Gefühle zu wecken, und die Texte untersuchten die Phänomene des Weddings – zum Teil mit Forschungsmethoden, aber eben auch originell und witzig. „Wir haben so viel positive Resonanz erhalten, dass klar war: Das muss jetzt realisiert werden!“, erzählt Axel Völcker.

Zu diesem Zeitpunkt kam Julia Boeck offiziell mit ins Boot und übernahm die redaktionelle Leitung. Inzwischen ist die erste Ausgabe raus, aber das Heft ist nicht nur für Weddinger gedacht. „Wir wollen junge Leute und vor allem ein kunst- und kulturinteressiertes Publikum in Berlin und anderswo ansprechen“, sagt Julia Boeck und fügt hinzu: „Wir wollen die Realität abbilden und nicht verklären.“ Die nächste Ausgabe erscheint zum Thema Verwandtschaft und wird über den Weddingschwerpunkt hinausgehen.

Zurzeit nutzen Julia Boeck und Axel Völcker Räume auf dem Gelände von ExRotaprint in der Gottschedstraße, die sie kostenlos als Stipendium für ihr „innovatives Vorhaben“ zur Verfügung gestellt bekommen haben. Die Produktionsbedingungen in den lichtdurchfluteten Räumen des charmevollen 50er-Jahre Baudenkmals sind ideal, wären aber ohne die Unterstützung von ExRotaprint nicht finanzierbar.

Neben dem Magazin betreiben die beiden jungen Leute auch einen sehr aktiven Kulturverein namens mastul. Das arabische Wort beschreibt sinngemäß die kreative, berauschende und spontane Energie, wenn Menschen zu Musik und Gesprächen zusammenkommen. In den frisch renovierten Vereinsräumen mit Bar, Galerie, Salon und Kleinkunstbühne finden ab September wieder internationale Konzerte, Diskussionen und Kunstausstellungen statt.

Während des Gesprächs wird schnell klar: Julia Boeck und Axel Völcker geht es nicht um die Selbstverwirklichung verspielter künstlerischer Ideen, sondern um die konkrete Verbesserung der Lebensqualität und den Abbau von Berührungsängsten und Hemmschwellen. Beispielsweise zu Gruppen von Jugendlichen mit ihrer eigenen Alltagssprache oder auch alteingesessenen Weddingern mit ihrer manchmal festgefahrenen Sicht auf Veränderungen. So greift mastul e.V. mit „Obst statt Kunst. Tek yol, iki sonuç“ humorvoll ins Kiezleben ein. Für zwei Wochen werden Waren aus dem türkischen Discounter Kral ausgestellt; im Gegenzug präsentiert Kral im Laden Liebenwalder Ecke Reinickendorfer Straße Kunst.

Die Lust, mit der sie bei der Sache sind, ist ansteckend und man versteht sofort, wie es den beiden überzeugten Weddingern gelingt, Mitstreiter zu finden. Deshalb der Rat zum Schluss: mitmachen oder wenigstens hingehen und ansehen!

„Der Wedding“ erscheint zweimal im Jahr und kostet 4,65 . Einen Einblick und die Liste der Verkaufsstellen gibt es unter: www.derwedding.de

 Professionelle Autoren und Fotografen sind gefragt, das Magazin (unentgeltlich) mitzugestalten. Kontakt: redaktion@derwedding.de

mastul. e.V.
Liebenwalder Str. 33 • 13347 Berlin
Bis zum 19.9. läuft die Ausstellung „Obst statt Kunst. Tek yol, iki sonuç“.
Immer Dienstag bis Sonnabend 16-20 Uhr.
Weitere Informationen unter: www.mastul.de

 

 

Manuela Lintl