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Dienstag, 15.07.2014

K- und W-Fragen und Q und R

Der Quartiersrat Pankstraße ist neu gewählt

Die Wahlurne!
Die Wahl trotzt dem Wetter...
Etwas Süßes - Zuckerwatte selbstgemacht von Katja
Quatiersrat Schulz führt Strichliste
Neu gewählte Quatiersräte: Falko Kutz, Carsten Schulz, Ivanka Sucic, Marcel Flasch
Die Quatiersräte mit den QM-Mitarbeiterinnen Gesine Schulze (links) und Katja Krüger (rechts)

Wer kennt noch das Frühstück von Wolfratshausen? Bei dieser historischen Begebenheit im Januar 2002 wurde die K-Frage (Kandidaten-Frage) der Unionsparteien für die bevorstehende Bundestagswahl geklärt. Der damalige CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber lud die CDU-Vorsitzende Angela Merkel zum Frühstück in sein privates Wohnhaus in Wolfratshausen. Dort überließ Merkel Stoiber den Vortritt für die Kanzlerkandidatur. Wir wissen nicht, was auf dem Tisch stand damals, aber kennen das Ergebnis: Stoiber verlor die Wahl, Merkel konnte bei der nächsten als Kandidatin antreten und regiert seitdem (2005) ununterbrochen. Soviel zum ersten Frühstück in W.

Nun kam es in diesem Jahr zu einem neuen Frühstück in W., und auch hier wurden K-Fragen geklärt. Nur dass W. diesmal für Wedding steht, nicht für Münchener Vororte an der Loisach. Und die K-Frage war auch lange nicht so brisant wie damals: Es gab nicht nur einen „K“ und wer „K“ war, wurde auch gewählt. In unseren neuen Quartiersrat nämlich. Also mehr als eine Ebene unter Merkel, aber auch mehr als eine Ebene partnerschaftlicher. Denn im Quartiersrat arbeiten Nachbarn auf lokaler Ebene zusammen – und nicht wie in der großen Politik möglich gegeneinander.

Nach der Wahl des Vergabebeirats Anfang Mai war nun, am 25. Juni, die Wahl des Quartiersrates angesagt. Und weil auch diesmal die Wahl nicht nur frische Luft ins Kiezleben bringen sollte, sondern auch an solcher stattfand, ist das Wetter ein Thema. Der Vergabebeirat wurde an den Eisheiligen bei Kälte, Schauern und Wind gewählt – und bei der Wahl zum Quartiersrat mischte der Siebenschläfer die Thermik auf: Es regnete nahezu ununterbrochen und ohne das gute Zelt vom Zirkus Internationale wären die Stimmzettel wohl als Flaschenpost in die Panke getrieben. So aber blieben sie trocken und unbehelligt in der Urne – übrigens eine Privatleihe (Kristallvase) aus dem Hause Altunkaynak. Alles, was bei Regen in der Urne landete wurde am folgenden Tag beim Frühstück in W. ausgezählt.

Der Duft: ein sonniger Morgen, frisch und kühl, Erde, Brötchen und frischer Kaffee. Eine Tafel ist aufgebaut auf dem kleinen Platz vorm QM-Büro, direkt unter der großen Esche. Ein schattiges Plätzchen mit lustigen Sonnenflecken. Rund um das leckere Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten und für die Kaffee-Verächter Tee aus dem Samowar haben sich circa 10 Leute gesetzt. Stimmauszählung, heute mal ohne die KSZE.  Dafür mit mobiler Wandtafel, Kreide, einem Schriftführer und mündlichen Ansagen. Das geht so: Gesine Schulze und Katja Krüger vom QM-Team nehmen abwechselnd einen Stimmzettel aus der Urne und verlesen die gewählten Kandidaten, während der Schriftführer  hinter dem jeweiligen Kandidaten einen Strich macht. Weil jeder Wähler bis zu 15 Stimmen hat, kann dieses Procedere je Stimmzettel auch etwas länger dauern. Zum Glück gibt es genug Auswechselspieler, so dass sowohl die Stimmbänder der Ansager als auch die Armmuskeln der Anschreiber dem Erschöpfungssyndrom entkommen. Kraft auftanken bei Kaffee und Gebäck – und dann vielleicht noch mal? Warum nicht.

Nun, zu lange geht die Auszählung auch nicht bei knapp 70 abgegebenen Stimmen. Aber die Menschen, die gekommen sind, sind berufstätig und ganz froh, nicht 800 Stimmen auszählen zu müssen. Überhaupt sind fast alles Quartiersräte, die neben dem QM-Team hier sitzen. Erfahrene wie Carsten Schulz oder neu gewählte wie Ivanka Sucic, Marcel Flasch und Falko Kutz. Über die Wahl können sich alle freuen: Wer antrat, bekam auch einen Platz im Gremium bzw. wenigstens einen Stellvertreter-Platz. Insgesamt 26 Personen fanden Einzug in den neuen Quartiersrat.

Zum Schluss noch zwei kurze Statements.

Carsten Schulz, bisher Quartiersratssprecher: "Im Quartiersrat findet sich immer das gesamte Spektrum der Bewohnerschaft wieder. Das ist spannend und macht Spaß. Ich freue mich auf zwei weitere Jahre."

Der neu gewählte Quartiersrat Falko Kutz ist 35 Jahre alt und arbeitet als Online-Lektor. Seit sechs Jahren wohnt er im Kiez und kam eher durch Zufall mit dem Quartiersrat in Verbindung. "Durch die Plakate bin ich auf die Quartiersratwahl aufmerksam geworden", so Kutz, "und eigentlich wollte ich mir nur Informationen holen. Doch dann erfuhr ich beim Quartiersmanagement, dass noch Kandidaten gesucht werden. So habe ich mich kurzentschlossen am Dienstag aufstellen lassen. Und obwohl alle, die ich aktiviert habe, nicht konnten, bin ich nun gewählt. Tolle Sache!"

Wir wünschen unserem neu gewählten Quartiersrat eine gute, spannende und entschlussfreudige Zeit!


Und das sind die neuen Mitglieder

Johannes Hayner