Sie befinden sich hier: kiez.info - Neuigkeiten / Kinderquatsch mit unverblümt

Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 26. Oktober 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 02. November 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31.05.2016

Kinderquatsch mit unverblümt

Unverblümt Kulturexpedition #9

Am 21. Mai wird zum zweiten Mal überhaupt der „Tag der Städtebauförderung“ begangen. Er soll die Bürgerbeteiligung in Städtebauförderung und Stadtentwicklung stärken und Projekten in kleineren Gemeinden, Mittel- und Großstädten ein Forum bieten. Deutschlandweit beteiligen sich dieses Jahr über 500 Städte und Gemeinden mit eigenen Veranstaltungen. So auch das Quartiersmanagement Pankstraße mit seiner unverblümten Kulturexpedition!

Diesmal gibt es eine speziell für Kinder und Junggebliebene geschneiderte Veranstaltung: Die Spielplatztour! Die unverblümte Karawane zieht damit nun bereits zum neunten Mal durch das QM Gebiet.

Moderator Volker Kuntzsch: “Wir haben uns extra was für unsere Kleinen ausgedacht. Neben tollen Aktionen wie Seifenblasen und Hula Hoop, wollen wir die wunderschönen Spielplätze hier im Kiez ins Rampenlicht rücken. Einige sind so versteckt, dass Eltern und Kinder sie nicht unbedingt kennen!”

Los geht´s um 15 Uhr vor dem Haus der Jugend, am Nauener Platz. 25 Grad und Sonne! Kaiserwetter! Schnell erkennt man die Kulturkarawane an zwei riesigen Blumen-Lollis aus Pappmaché, in liebevoller Kleinarbeit gebastelt von den beiden Schülerpraktikantinnen des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums (Martha und Luzie), die diese Wochen bei der veranstaltenden Agentur georg+georg ein wenig in das Berufsleben schnuppern.

Die Lutscher sollen fortan als Begrenzung des sich von Spielplatz zu Spielplatz bewegenden Kinder-Eltern-Feldes fungieren, das hier an der ersten Station schon knapp 70 Personen umfasst.

Als ersten “Act” gibt es die jungen Tänzer von Chicos Tanzstudio: Urban Dance Styles für Kinder und Jugendliche. Auf einem Linoleumteppich im Schachbrettmuster beeindrucken die Kids mit einer gekonnten Choreographie aus waghalsigen Steps, Slides und Spins. Nach der 10-minütigen Show offeriert Chico einen Mini-Workshop und bittet dafür Kinder aus dem Publikum auf die “Bühne” vor dem Café KiezKuchen. Die Erwachsenen erfrischen sich derweil mit einer eiskalten Limo oder einem leckeren Eis.

Chico: “Kinder im Alter von 6 bis 12 lernen extrem schnell!” Und siehe da, nach ein paar Probeschritten gibt's eine natürlich noch nicht komplett synchrone, aber trotzdem durchaus ansehnliche Miniperformance der Breakdance-Novizen.

Weiter geht es über die Reinickendorfer Straße. Die unverblümten Projektpartner, die Kollegen 2,3 in Person von Hajo und Lea, sperren schülerlotsengleich die Fahrbahn mit den Riesenlollis. Wie bei einer Schnitzeljagd weist ein Pfad aus gelben und weißen Luftballons und auf den Asphalt gesprayten unverblümt-Logos (natürlich mit wasserlöslichem Kreidespray) den Weg durch die Oudenarder Straße.


15:45

Angekommen bei Hausnummer 24 geht es durch eine Toreinfahrt auf den sogenannten Häuserspielplatz, einer begrünten und mit 4 unterschiedlichen Ball- und Spielplätzen ausgestatteten Baulücke, die sich über den gesamten Block zwischen Oudenarder und Liebenwalder Straße erstreckt.   

Hier wartet schon MARTIN vom Fußgänger e. V.

Fußgänger e. V.?

Fußgänger e. V. ist eine Parkour-Community aus Berlin. Cooler Name! Passt wie die Faust aufs Auge!

Denn Parkour ist die Kunst der Fortbewegung im urbanen und natürlichen Raum mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers. Hierbei kommt es darauf an, möglichst effizient und schnell von Punkt A zu Punkt B zu gelangen.

Martin: “Uns Fußgänger gibt es nun schon seit dem Frühjahr 2008. Damals waren wir nur vier Schulfreunde, die Parkour für sich entdeckten und regelmäßig zusammen trainierten. Bald organisierten wir regelmäßige Trainingsstunden in der Sporthalle unserer Schule. Es kamen immer mehr neue Gesichter dazu und schnell waren wir eine Gruppe von ca. 20 Schülern und einem Übungsleiter. Wir treffen uns seitdem einmal die Woche für ein intensives, parkour-orientiertes Kraft- und Ausdauertraining.”

Schnell finden sich auch heute etwa 10 Unverblümte, die sich Martins Schnupperkurs anschließen. Nach einem kurzen Warm-Up geht es auf den Zaun neben den Schaukeln. Wie Hühner auf der Stange balanciert die Gruppe über die grünen Spielplatzbegrenzungen. Hier wird vor allem das Gleichgewicht trainiert.

Nun zeigt uns Martin wie man sich sicher abrollt. Das geht in beide Richtungen links und rechts. Nach einer gewissen Übung rollt man auch spielerisch über harte Beläge wie Beton oder Pflastersteine.

Nächste Station ist eine Tischtennisplatte aus Stein. Zur Verwunderung aller springt Martin locker in einem Satz darüber. Natürlich mit Hilfe seiner Hände: “Die Hände flach und komplett aufsetzen. Und die Badelatschen vorher besser ausziehen!” Jasper, 11, schafft das ebenfalls auf Anhieb. “Macht total Spaß, hätte nicht gedacht, dass mich sowas auf eurer Tour erwartet.”

Manche, allen voran Moderator Kuntzsch, haben sich noch einen Showact von Martin erhofft, in dem er seine Künste mal richtig in Anwendung zeigt und mit spielerischer Eleganz über den meterhohen Rutsch- und Kletterpavillion springt und klettert. Aber: “Parkour ist kein Showsport. Das macht man nicht zum Angeben oder um zu zeigen, wie geil man ist. Das macht jeder für sich selbst.”
Wieder was gelernt.

Weiter gehts durch den Ausgang Liebenwalder Straße über die Groninger Straße auf einen etwas versteckten Stichweg Richtung “Ameisenspielplatz”.
“Der heißt bestimmt so, weil hier diese Holzameisen sind”, merkt Antonia, 9, an. Kluges Kind!


16:30


Auf der malerischen Wiese hinter dem Spielplatz treffen wir nach kurzem Warten (“Das ist ja wirklich versteckt hier!”) ANKE. Anke Brinkmann ist eine Meisterin in Sachen RIESENSEIFENBLASENKUNST! „Menschen glücklich zu machen ist unsere Mission! Mit Seifenblasen. Klingt Simpel, aber das funktioniert tatsächlich.”

“Wir sind ein Familienbetrieb von Seifenblasen-Zauberern. Wir produzieren und verkaufen die Seife, die Zauberstäbe und das ganze Zubehör, um Riesenseifenblasen selber zu machen. Unsere Seifenblasen kann jeder.

Die Augen der Kinder beginnen sofort hell zu leuchten! Anke hat mehre Schalen mit der geheimen Seifenflüssigkeit präpariert. Sie hat zwei Dutzend Seifenblasenstäbe dabei, die sie verteilt. Die Stäbe, es sind immer zwei, werden verbunden durch dicke, saugfähige Schnüre, die die Zauberlauge für die Blasen aufnehmen. Bewegt man die Stäbe auseinander, ergeben sich unterschiedliche Formen aus den Schnüren: Ovale, Kreise, Doppelkreise, Herzen usw.

Bei entsprechender Bewegung oder Wind, werden nun die Riesenseifenblasen geboren. Das können nun alle selbst probieren. Kinder wie Eltern. Inzwischen hat die Teilnehmerzahl knapp 90 erreicht. Und noch viel mehr Blasen, in allen Regenbogenfarben schimmernd, schweben nun über die Lichtung am Armeisenspielplatz. Ein schönes Bild.

“Die Faszination von Seifenblasen ist vor allem ihre Endlichkeit, oder?” findet Florian, 30, der mit seiner fast dreijährigen Nichte Kaya die Tour besucht.

So schnell geht hier eigentlich niemandem die Puste aus, doch bald schon müssen wir weiter ziehen, denn es liegen noch weitere Spielplätze vor uns.
Als nächstes auf dem Programm: der Seilbahnspielplatz auf dem hinteren Leopoldplatz.


Wir verlassen den Ameisenspielplatz durch den Ausgang Hochstädter Straße und biegen links in die Maxstraße ein.


17:00


Hier ist ein weiteres Mal körperliche Betätigung angesagt. Geli Mango ist gekommen, um uns zu zeigen, wie und wie vielfältig man einen Hula-Hoop-Reifen um den Körper schwingen kann. Genau genommen sogar nicht nur einen, sondern sie zeigt uns auch, dass dies mit mehreren gleichzeitig möglich ist und dabei auch noch ziemlich gut aussieht.


Um die 30 Reifen hat Geli am Start und: Ob barfuß oder Lackschuh, sofort will das jetzt jeder selbst probieren. Im sonnengelben Spielplatzsand. Kinder und Erwachsene schnappen sich einen Reifen und beginnen sich zu krümmen und  zu biegen, Hauptsache der Reifen bleibt am „Mann“. Auch ein paar Zaungäste (im wahrsten Wortsinn!) von diesseits der Spielplatzbegrenzung mischen sich in den Workshop. Schön!

Parallel werden die Kleinen geschminkt: und zwar einheitlich. “Ich kann nur Maus.” sagt Sarah, “Dienstagspraktikantin” des QM Pankstraße.

Und weiter zieht sie, die unverblümte Kulturexpedition Nummer Neun.
Diesmal vorneweg Hajo, verkleidet als Rattenfänger vom Wedding. Den irren Tönen seiner Blockflöte (“Ich habe die ganze letzte Woche geübt.”) folgen alle Mausgesichter wie hypnotisiert zum Elefantenspielplatz in der Adolfstraße.


17:30


Hier haben sich bereits die Kollegen vom himmelbeet aufgebaut. MERYEM und ANJA stellen ihr Quartiersmanagement-Projekt „Sauberkeit auf Spielplätzen“ vor und beginnen auch gleich mit den Kindern den Spielplatz zu fegen und den Müll, der nun wirklich gar nichts auf Spielplätzen zu suchen hat, zu beseitigen. Das Maskottchen des Projektes ist eine Biene. Doch wie soll es heißen? Kinder können hier Namensvorschläge machen und für ihren favorisierten Namen ihre Stimme abgeben.

Außerdem im Elefantenmodus: die legendären Baufachfrauen. ILKA HOLTORF
hat ihr Cornhole-Spiel mitgebracht, Teil des ebenfalls über das QM geförderten Projekts “beWEGen - Auf die Plätze, fertig, los!"

Hierbei handelt es sich um ein abgeschrägtes Holzbrett mit einem tennisballgroßen Loch, in das es gilt, ein mit Sand gefülltes Säckchen zu werfen.
Macht Spaß!

Wir verweilen ein wenig, doch dann treibt uns der Hunger (und der Zeitplan) weiter zur allerletzten Station, quer über die Straße: Den Vorplatz des QM-Büros, Adolf- Ecke Prinz-Eugen Straße.


18:00


Es gibt ein leckeres Buffet mit türkischem Gebäck, süß und salzig, Apfelschorle und frischem Kaffee und Tee. Guten Appetit!

Und hier steht er auch, der große unverblümte Goldrahmen aus Holz, der auf keiner Tour fehlen darf. Aus ihm springen mit einem lauten Knall vier verrückte Gestalten: ein Oktopus, eine Hand, ein verrückter Vogel, und eine Portion Spagetti mit Tomatensoße!

Die vier schnappen sich ihre Instrumente und legen los. Diese Combo nennt sich „Puppe’n Mucke“. Ihre sensationellen Puppen-Outfits schneidert die Sängerin und Kopf der Band, die Japanerin SHOU, selbst.


Und jetzt rocken sie mit ihren schrägen Elektroklängen den QM-Vorplatz. Eine geile Show!


Nun staunen die Erwachsenen...

Viele Kinder hält es nicht mehr auf ihren Stühlen und einige wagen sogar, die wahnwitzigen Gestalten zu berühren oder mit ihnen ein Tänzchen zu wagen! Da kann man nur sagen: Großes Kino für Groß und Klein und ein gelungenes Finale der neunten unverblümten Kulturexpedition!

 

Text & Fotos: Volker Kuntzsch und Anna Lindner