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Montag, 13.06.2016

Kunst auf die Straße!

Eröffnung der Open Air Galerie „Mein Wedding³“

Kurz vor der Enthüllung: Das Siegerfoto
Eingehüllt von Offiziellen: Die Einreicher des Gewinnerbildes
Die Schillerbibliothek wird an diesem Tag zur Galerie
Die Schillerbibliothek gibt der Anlass einen schillernden Rahmen
Kunst ist immer auch Anlass zur Selbstbespiegelung: Bezirksrat Spallek betrachtet die Galerie von außen
Ungewöhnlich viel los auf dem Grünstreifen in der Mitte der Müllerstraße

Der Wedding zeigt sich von seiner künstlerischen Seite: Am Tag der Städtebauförderung, 21. Mai, um 11 Uhr wurde die Freiluftgalerie „Mein Wedding³“ feierlich eröffnet. Auch 2016 wieder können Passanten, Auto-, Rad- und Busfahrer und natürlich gezielte Besucher der Ausstellung einen Eindruck von der Vielfalt des Wedding und der Kreativität seiner Bewohner bekommen. Bereits zum dritten Mal werden Weddinger Kunstwerke auf 3,60 mal 2,90 Meter großen Plakatwänden zum Thema „Mein Wedding“ auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße präsentiert. Die Initiatorin der Aktion ist die Standortgemeinschaft Müllerstraße (link). Hanna Dobslaw von der Standortgemeinschaft Müllerstraße sagt zur dieser Ausstellung: „In jedem Jahr wurde es besser, größer – und schöner!"

Die Idee entstand 2014 beim regelmäßigen Händlerfrühstück in der Müllerstraße und wurde vom Vorstand der Standortgemeinschaft in Kooperation mit dem Geschäftsstraßenmanagement Müllerstraße umgesetzt. Nachdem in den Vorjahren die Aktionen der Standortgemeinschaft überwiegend innerhalb der Geschäfte und Einrichtungen stattfanden, war es Ziel des Händlervereins, mehr an die Öffentlichkeit zu treten. Schnell stellte sich heraus, dass die Aktion "Mein Wedding" großen Zuspruch und viel Beliebtheit im Kiez fand. Finanziert wird die Aktion zur Hälfte aus dem Gebietsfond 2016 und zur Hälfte von der Standortgemeinschaft.

Im Voraus waren Interessierte dazu aufgerufen, sich mit dem Thema „Mein Wedding“ auseinander zu setzen und Kunstwerke einzureichen. Ob mit dem Pinsel, als Collage oder als Fotografie: Gefragt war der ganz persönliche Blick auf den Stadtteil. Nicht Wenige fanden das interessant und reichten ihren künstlerischen Beitrag ein. Von der Jury, der Standortgemeinschaft Müllerstraße, wurden die Kunstwerke inspiziert und bewertet. Jedes Jury-Mitglied durfte seine drei persönlichen Favoriten auswählen. So entstand die nun zu sehende Auswahl an 16 wundervollen und ganz unterschiedlichen Kunstwerken von 15 Künstlern. Zu entdecken sind unter anderem ein Foto des verschneiten Plötzensees, die Abbildung eines Kunstwerkes, das ein einbetoniertes Fahrrad am Nettelbeckplatz zeigt, aber auch die gesammelten Fußabdrücke der Kita Silberstern. Bei den Besuchern kommen die Werke zumeist gut an: "Ich finde es inspirierend, wenn Menschen aus meiner Nachbarschaft Orte, die ich kenne, so zeigen, wie ich sie nie sehe.", bekennt eine Dame im mittleren Alter. "Das meiste, was hier hängt, gefällt mir." sagt es eine 15jährige Schülerin etwas einfacher. Ihr Bruder zeigt sich zufrieden mit der Auswahl, freut sich aber noch mehr auf ein anderes Kulturereignis: "Mit der Eröffnungsfeier zur Fußball-EM kann das heute aber sicher nicht mithalten." Und ein vorbei laufender Rentner bemängelt, dass er einiges auch selber hätte machen können. Nun, Kunst ist natürlich Geschmackssache und bietet seit jeher Anlass zum Disput.

Zur Eröffnung im Foyer der neuen Schiller-Bibliothek sind nicht nur Künstler und interessierte Bewohner zusammen gekommen; auch Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke und der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Carsten Spallek, ließen sich dieses Kunstereignis nicht entgehen. Bürgermeister Hanke sagte in seiner kurzen Ansprache: "Viele, die nicht bei uns im Wedding wohnen, bezeichnen diesen als Kulturwüste, doch wir beweisen hier und heute das Gegenteil.“ Und Carsten Spallek freute sich: „Woanders muss man in die Galerie gehen, um Kunst zu genießen. Hier sieht man sie auf der Straße umsonst im Vorbeilaufen.“

Nach einer kleinen Begrüßung der Standortgemeinschaft und den Dankes- und Würdigungsworten der Offiziellen gehen die Gäste gemeinsam auf den Mittelstreifen vor der Schiller-Bibliothek. Hier wird nun das Sieger-Foto von allen Mitwirkenden gemeinsam enthüllt. Das Bild zeigt eine Inszenierung einer Kaffeetafel à la Alice im Wunderland über den Dächern des Wedding. Entstanden ist es auf dem Dach des Alhambra-Kinos in der Müllerstraße.

Dieses und alle weiteren Bilder können noch bis zum 30. Juni auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße bewundert werden. Ein Spaziergang ist absolut zu empfehlen.

Fotos: Anna Lindner | Text: Anna Lindner, Johannes Hayner