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Samstag, 17. November 2018  13:00 Uhr

Ebru - Die Kunst auf Wasser zu malen

Sonntag, 18. November 2018  13:00 Uhr

Ebru - Die Kunst auf Wasser zu malen

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Ebru - Die Kunst auf Wasser zu malen

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Ebru - Die Kunst auf Wasser zu malen

Donnerstag, 29. November 2018  10:00 Uhr

Einladung zu Info-Treffen: Tandems für geflüchtete Menschen

Kurort Wedding


Im "Kurort Wedding" haben sich alte und neue Clubs, Kneipen und Restaurants zusammengeschlossen, um gemeinsam zu beweisen, dass man auch im Wedding ausgehen kann. So auch am 8. April in sieben Locations:

Ein Erlebnisbericht.

21 Uhr: Alte Buchbinderei
Es ist noch früh, nur wenige Besucher haben sich in der Ladengalerie in der Adolf- an der Ecke zur Schererstraße eingefunden. Gut so, man kann in Ruhe etwas essen. Es gibt leckeren Couscous. Gorka, ein Spanier mit baskischem Vornamen, steht am Tresen. Er ist erst letzte Woche aus Friedrichshain in den Wedding gezogen: in das Hausprojekt in der Scherer 8. Aber in der Alten Buchbinderei ist er schon länger, zusammen mit zwei Italienern, einem Franzosen und einem Amerikaner betreibt er die Konzertgalerie. Alle haben eine künstlerische Ader – Gorka fotografiert zum Beispiel.
"In Berlin ist es viel weniger hektisch und auch sicherer als zum Beispiel in Madrid oder in Paris", erzählt er, "Hier kann man ja sogar sein Fahrrad auf der Straße abstellen, ohne dass es sofort geklaut wird."

22 Uhr: Kaffee Schmidt
Heiko Schmidt hat die Kegelbahn im Keller aufgemacht. Per Mikrofon kommentiert er die aktuellen Würfe - oben im Laden wird alles übertragen. Er ist schon gut gefüllt. Später wird der Keller zum Dancefloor, aber noch ist es nicht so weit.
Das Kaffee Schmidt in der Schererstraße 11 ist das Zentrum des neuen Clublebens im Wedding. Mit Bollerofen, zerknautschen Sesseln und Bundeskegelbahn. Einen Zigarettenautomaten hat Heiko noch nicht aufgestellt. Nebenan, bei den Sportwetten, steht aber einer.

22 Uhr 30: Lifebomb
Mal kurz nebenan in die Lifebomb geschaut, in der Schererstr. 9. Hier werden Kunstvideos gezeigt. Die Tür steht weit offen, die Gäste haben ihre Mäntel an. Buntes Licht flackert.
Seit vergangenem Juli gibt es die Galerie schon: man pflegt den künstlerischen Untergrund.
Jetzt sogar im Austausch mit Paris.
Bis in den Mai hinein finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt, auch an anderen Orten des Kurorts – zum Beispiel im Cralle.

22 Uhr 45: Café Cralle
Auch das Café Cralle in der Hochstädter Straße 10 ist gut gefüllt. Gleich treten im Hinterzimmer die "Brauseboys" mit ihrer Leseshow auf.
Seit 28 Jahren gibt es die Kneipe – als Kollektiv, wie die Frau am Tresen stolz berichtet. Das Publikum ist auch nicht mehr ganz so jung. Die linke Szene des Wedding trifft sich hier, heute gibt es auch noch Kurzfilme "aus dem Südosten" (Kreuzberg).

23 Uhr 15: Jatz-Bar
Hier, in der Gottschedtstraße 2, ist das Publikum jung. "So bis 25 etwa", erzählt Kaitas am Tresen. Der Laden ist plüschig, mit bunten Lichtern und vielen Sesseln. Er verströmt Clubatmosphäre, ist aber viel billiger als ähnliche Etablissements in Mitte oder Prenzlauer Berg. "Wir zahlen auch weniger Miete", meint Kaitas.
Heute ist Latino-Nacht, es darf getanzt werden. An der Wand hängen Fotos von vergangenen Events, zum Beispiel der Übertragung des Grand Prix Eurovision.
Seit zwei Jahren gibt es die Jatz-Bar, Kaitas berichtet, dass allmählich mehr Leute kommen. "Man merkt, dass immer mehr StudentInnen in den Wedding ziehen."

24 Uhr: Barrikade
Ton Steine Scherben läuft in der Barrikade in der Butmannstr. 2. Olivia am Tresen singt mit. "Hier wurde der Rauchhaus-Song geschrieben", erzählt sie stolz: "Keine Macht für Niemand!"
Vor 30 Jahren wurde die Kneipe von Hausbesetzern eröffnet, vor 29 Jahren wurde sie legalisiert. Heute wohnen normale Mieter im Haus, mit denen es manchmal Schwierigkeiten wegen der Lautstärke gibt. "Aber die Polizei sagt, wir seien die friedlichste Kneipe in ihrem Abschnitt", verkündet Olivia stolz. Heute spielen die "Kurpfuscher": Lieder gegen Hartz IV, Waffenexport und Bundeswehreinsätze. Das Publikum ist gemischt – auch viele junge Gesichter dabei.

0 Uhr 45: Solitaire
Es wird heftig getanzt. Die Band "Pero Inferno" heizt ein. Seitdem vor eineinhalb Jahren neue Betreiber das Restaurant am Nettelbeckplatz übernommen haben, ist hier samstags Party – bei freiem Eintritt. Latein-amerika ist die Devise: Essen, Getränke, Live-Musik. Auch Fußballstar Marcelinho ist hier schon aufgetreten. Taifun, der Chef, kündigt für die WM viele Aktionen, unter anderem eine Großleinwand auf der Terrasse zum Platz hin an. Im Publikum mischen sich verschiedene Generationen und Ethnien. Hier feiert nicht Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Hier feiert der Wedding.


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