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Das Quartiersmanagement Pankstraße hatte hierzu am 10. November in die Oberschule am Brunnenplatz eingeladen. Rund 40 Bürger zwischen 17 und 77 sowie Vertreter von Vereinen, Schulen und des Bezirksamtes diskutierten sechs Stunden über Anliegen und Ideen zum Thema Integration im Wedding.
Das Wissen um die jeweils andere Kultur muss gestärkt werden, darin herrschte in den Arbeitsgruppen und bei der Abschlussdiskussion Einigkeit. Das mag angesichts von 160 Nationen, die der Bezirksbürgermeister für den Bezirk Mitte nannte, nicht einfach erscheinen. "Doch gerade weil wir eine Welt im Kleinen sind, ist es wichtig, Antworten zu entwickeln und dieses Motto mit Leben zu füllen", so Dr. Christian Hanke zur Begrüßung.
Bilal, Hassan und Jilal, drei Jugendliche, die sich ehrenamtlich im DRK-Jugendladen engagieren, wollten erst einmal die Unterschiede und Vorurteile gegenüber anderen Kulturen und Religionen klären, und forderten mehr Orte zur Begegnung. Denn um Vorurteile abzubauen, muss eine aktive Kommunikation entstehen. Der lebhafte Austausch mit den jungen Männern hat den Erwachsenen sichtlich Spaß gemacht.
Gegenstand einer weiteren von acht Arbeitsgruppen war das jüngst vom Berliner Senat herausgegebene Integrationskonzept, das Wolf Müller, Integrationsbeauftragter des Bezirksamts Mitte, eingangs vorstellte. Havva Arik meldete Interesse an einer Arbeitsgruppe an, beschäftigte sich zunächst allerdings allein mit dem Senats-Papier. Im Rahmen des "Open Space" ist aber auch eine "Solo"-Gruppe möglich. Denn das "Gesetz der zwei Füße", so der Moderator Andreas Knoth von der Organisationsberatung Socius, "besagt, dass man sich einfach da aufhält, wo man sich sinnvoll einbringen kann. Wenn man das Gefühl hat, dass man fehl am Platz ist, kann man auch rausgehen."
Später regte Frau Arik, Kiez-Bewohnerin und selbst im Gesundheitsbereich für Migranten tätig, eine Fachveranstaltung zu den Inhalten des Konzepts an. Eine der Fragestellungen könnte lauten: Wie sieht es mit der interkulturellen Öffnung der Verwaltung aus?
Als Vertreter des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) waren Cüneyt Özdemir und der Imam Serdar Kaya gekommen, um Anregungen zu bekommen, wie der Verein zur Integration beitragen kann. In einer Arbeitsgruppe wurden gegenseitige Erfahrungen ausgetauscht: Die Hemmschwellen von Deutschen, eine Veranstaltung der Moschee zu besuchen, waren ebenso Thema wie der Wunsch des VIKZ nach einem verbesserten Kontakt zu den christlichen Kirchen. Offene Gesprächskreise, die man zukünftig gemeinsam mit dem QM Pankstraße initiieren will, sollen Abhilfe schaffen. Darüber hinaus bot Sigrid Homann, Physiotherapeutin im Haus der Gesundheit des Bezirksamts Mitte, an, Schwangerschaftskurse mit Muttersprachlerinnen in der Moschee durchzuführen.
Ein weiterer Vorschlag kam von Samer Ahmed, der als Honorarkraft im DRK-Jugendladen arbeitet. Beim Thema "Werte und Verhaltensregeln" entstand der Plan, dass ehrenamtliche Jugendliche des DRK in die Theodor-Plievier-Schule gehen, und mit den Altersgenossen über ihre Wertvorstellungen reden. Direktorin Angelika Prase-Mansmann versprach, die organisatorischen Strukturen für eine Kooperation zu schaffen. Christian Luchmann vom QM Pankstraße will die Schulleiterin in der Debatte um eine verstärkte direkte Einbindung der Schüler unterstützen.
So war das gegenseitige Kennenlernen ein positiver Effekt des Forums "Viele Kulturen – Eine Zukunft?". Vor allem aber gab es am Ende konkrete Ansatzpunkte, die dazu beitragen können, das Fragezeichen einmal in ein Ausrufezeichen zu verwandeln. "Weitere Schritte und auch weitere Ideen können am 7. Dezember im QM Pankstraße in Angriff genommen werden", so die Quartiersmanagerin Susanne Walz zum Abschied.
Nachbereitungstreffen: 7.12., 14-16 Uhr, Adolfstraße 12. (Nur wenn vorher ausgeliefert wird!)
Quartiersmanagement Pankstraße
Prinz-Eugen-Straße 1
13347 Berlin
Tel.: 7474 6347







