Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 26. Oktober 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 02. November 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Mittwoch, 17.11.2010

Mit Sicherheit unser Kiez – Straßenumfrage im QM-Gebiet

Diagramm 1: Sicherheitsempfinden der Anwohner im QM-Gebiet (von 1 – ich fühle mich hier sehr unsicher bis 10 – ich fühle mich hier sehr sicher)
Diagramm 2: Als wie sicher schätzen Sie den Kiez im Berliner Vergleich ein? Angaben von 1 (sehr unsicheres Gebiet) bis 10 (sehr sicheres Gebiet) möglich.

Dass die empfundene Sicherheit nicht unbedingt im Zusammenhang mit der tatsächlichen Gefährdungslage steht, ist seit dem Märchen vom tapferen Schneiderlein ein alter Hut. Trotzdem wollten wir es genauer wissen und haben Anwohner aus dem QM-Gebiet nach ihrer Einschätzung der hiesigen Sicherheitslage und ihren Erfahrungen mit Kriminalität gefragt. Vorweg: Die Umfrage ist nicht repräsentativ, dafür war die Stichprobe mit 46 Befragten (17 Frauen, 29 Männer im Alter von 10 bis 67 Jahre) zu klein. Zum Erkennen von Tendenzen dagegen ist sie durchaus geeignet.

Die erste Frage fokussierte darauf, wie sicher sich die Anwohner hier im Kiez fühlen. Auf eine Skala von 1 (sehr unsicher) bis 10 (sehr sicher) ergab sich ein Durchschnittswert von 7,4 bei der gesamten Befragungsgruppe – also ein hoher Wert. Männer über 30 fühlen sich mit einem Wert von 8,5 am sichersten. Am wenigsten sicher fühlen sich Frauen über 30 mit einem Durchschnittswert von 4,9. (Diagramm)

Im berlinweiten Vergleich wird das QM-Gebiet immerhin als überdurchschnittlich sicher empfunden – auf einer Skala von 1 (sehr unsicheres Gebiet) bis 10 (sehr sicheres Gebiet) ergab sich für alle Befragten ein Wert von 6,1. (Diagramm) Dreizehn Befragte – also ein gutes Drittel – gaben an, wegen Kriminalität bestimmte Orte im Kiez zu meiden. Interessanterweise liegt dieser Wert bei Frauen über 30 mit 3 Nennungen bei 10 Befragten nur sehr knapp unter dem Mittelwert für die gesamte Erhebung – und das, obwohl sich diese Gruppe von allen deutlich am wenigsten sicher fühlt. Bei den gemiedenen Orten ergibt sich keine nennenswerte Häufung bestimmter Straßen oder Plätze, abgesehen von der Aussage, bei Dunkelheit Parks und das Pankeufer zu umgehen (4 Nennungen).

Welche Art von Delikten unterstellen die Befragten nun als besonders häufig für unseren Kiez? Mit 21 Nennungen führen Drogendelikte die Umfrage an, gefolgt von Diebstahl und Einbrüchen (16), Raub und Überfällen (9) sowie Körperverletzungen durch Schlägereien etc. mit 8 Nennungen. Selbst mit Kriminalität in Berührung gekommen sind hier 16 Befragte, wobei hier Diebstahl und Einbruch mit 6 Nennungen vor Fahrraddiebstahl mit 3 Nennungen rangiert. Vier Befragte gaben an, selbst schon Zeuge krimineller Aktionen im Kiez geworden zu sein.

Weiterhin fragten wir nach Maßnahmen, die zur Senkung der Kriminalität im Kiez dienen können. An erster Stelle stand die Forderung nach mehr Polizeipräsenz mit 8 Nennungen, hinzu kam der Vorschlag, Zivilstreifen einzusetzen mit 2 Nennungen. Aber auch Maßnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit z.B. durch staatlich geförderte Jobs (7 Nennungen) bzw. die Forderung nach besserer Bildung (5) oder Werbekampagnen gegen Gewalt (2) wurden genannt. Offensichtlich gibt es hier also sowohl einen Ruf nach „harten“, abschreckenden Maßnahmen wie auch die Vorstellung, durch sozialpolitische Aktivitäten eine Verbesserung der Sicherheitslage erreichen zu können. Erfreulich für das QM: Die Kiezläufer wurden als kriminalitätsvorbeugende Maßnahme von 3 Befragten genannt. Genauso viele waren der Ansicht, dass bereits genug gegen Kriminalität unternommen wird. Lediglich ein Befragter resigniert: Er sucht sich aufgrund der Situation hier eine neue Wohnung in einem anderen Stadtteil.

Die letzte Frage zielte auf die Rolle der Polizei: Ist sie wirksam und aktiv genug bei der Kriminalitätsbekämpfung? Genau die Hälfte der Befragten beantworteten diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ (23), 7 weitere halten das für eingeschränkt zutreffend; die Einschränkung bezog sich vor allem auf die personelle und technische Ausstattung. 10 Personen halten die Polizei für nicht wirksam bei der Bekämpfung der Kriminalität.

Als Fazit lässt sich ein durchaus differenziertes Bewusstsein für die Probleme und Chancen des Kiezes bei den Anwohnern konstatieren. Einerseits scheint sich ein Großteil der Einwohner hier wohl zu fühlen, andererseits gibt es durchaus einen wachen Blick auf die vorhandene Kriminalität und ernsthafte Vorstellungen davon, wie ihr begegnet werden kann.

Johannes Hayner