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Musikalisches Dankeschön an den Kiez

Der Defne Chor gibt ein Konzert vorm Goldenherz

Sonntagnachmittag vorm Goldenherz
Begeistertes Publikum
Der Defne Chor
Auch junges Publikum wird angezogen
Das Mischpult, Herzstück der neuen PA
Mitschunkeln trotz Handicap
Mukaddes Cakmak (ganz links)

Zwischen Adolf- und Reinickendorfer Straße befindet sich der Wittlerblock, so benannt nach der früher dort ansässigen Großbäckerei. Von außen kaum einsehbar, befindet sich darin ein riesiger Innenhof mit Grün-, Spiel-, Wirtschafts- und Parkflächen. An diesen Hof grenzen nicht nur die zahlreichen Wohnhäuser an, in denen viele Familien wohnen, sondern auch das Gesundheits- und Pflegezentrum Goldenherz. Die Bewohner*innen dieses Altenheimes kommen gern in den Hof, um die frische Luft und die Gegenwart von Kindern und jungen Familien zu genießen.

Um für sie und die gesamte Nachbarschaft diesen Aufenthalt noch ein bisschen attraktiver zu machen, beschloss das Quartiersmanagement Pankstraße, dort Hofkonzerte zu veranstalten. An einem Sonntagnachmittag, so die Überlegung, haben nicht nur die Mütter und Väter in den Familien frei. Die Bewohner*innen des Heimes können dann mit Besuch rechnen, der auch schwerer pflegebedürftigen Bewohner*innen hilft, den Hof zu erreichen. Und so rückte am 10. September der Defne Chor an, um das Publikum mit von orientalischen Instrumenten begleiteter A-Cappella-Musik zu erfreuen.

Er kam mit schwerem Gerät. Denn seit neuestem verfügt der Defne Chor über eine Musikanlage, eine PA, die ihm erlaubt, die Instrumente und Sänger*innenstimmen zu verstärken und somit das Programm aufzuführen. Diese PA wurde über Mittel des Aktionsfonds des Quartiersmanagements Pankstraße finanziert und somit ist dieses Konzert heute auch ein Dankeschön an das Quartier. Das Publikum nimmt es gern und gut gelaunt entgegen. Schon die ersten, noch etwas verhaltenen Töne von türkischer Zither, Trommel und Geige bringen die in drei langen Stuhlreihen sitzenden 30 bis 40 Menschen zum Schweigen - und ganz schnell auch zum Schunkeln. Das Event scheint sich im Heim herum zu sprechen, denn laufend werden neue Stühle aufgestellt, die dann umgehend besetzt sind.

Der Chor hat klassische türkische Musik und einige Volkslieder im Repertoire, wie Mukaddes Cakmak, eine der Sängerinnen, berichtet. Diese Musik kommt nicht nur bei Menschen gut an, die in dieser Region verwurzelt sind. Das sieht man auch an diesem Nachmittag: Die Alten wiegen in ihren Rollstühlen hin und her, sie bewegen ihre Hände im Takt oder klatschen mit. Manche fassen sich sogar an den Händen um es dem Chor gleich zu tun, der singend im Takt hin und her wogt. Und ein Rollstuhl hält doch Tanzwütige nicht vom Tanzen ab! Ebenso wie einige 5- bis 6-jährige Kinder wagen ein paar Senior*innen mehr als nur Schunkeln und Wippen. Stark!

Gut eine Stunde dauert das Programm, und glücklich verabschieden die Zuhörer*innen den Chor. Sichtlich gerührt bedankt sich der Chorleiter beim Publikum und verspricht wieder zu kommen. Wie Mukaddes Cakmak berichtet, wird dies zumindest für einen Teil der Gäste schon bald der Fall sein, denn für den 12. November ist ein Konzert extra für die Heimbewohner*innen von Goldenherz geplant.

Wer den Defne Chor noch einmal hören wollte, hatte am Dienstag, den 12. September, vor dem Büro des Quartiersmanagements in der Prinz-Eugen-Straße die Gelegenheit dazu. Es war Netzwerk-Café. Bei dieser Gelegenheit stellen Projekte mit QM-Förderung ihre Aktivitäten vor. Dieses Mal waren die Baufachfrauen vom Projekt "Auf die Plätze, fertig, los!" mit einigen Bewegungsapparaten dabei. Und während man zum Beispiel versuchte, auf einer runden Scheibe mit Spitze stehend eine Kugel um sich zu balancieren, begleitete der Defne Chor diese nur bisweilen erfolgreiche Übung.

Wie kommt die Beziehung des Chores zum Kiez zustande? Mukaddes Cakmak berichtet, dass viele Mitglieder hier im Wedding wohnen und obendrein der Proberaum im Haus Bottrop in der Schönwalder Straße liegt. Der Chor besteht seit Januar 2014, am Anfang waren es nur 4 Leute, darunter Mukaddes Cakmak. In der Zwischenzeit ist der Chor deutlich gewachsen und hat schon mehrfach Konzerte vor großem Publikum gegeben, wobei dann oft bis zu sechs Instrumentalisten die Begleitung bilden. Große Auftritte hatte der Chor beispielsweise im türkischen Theater oder im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek vor mehr als 500 Zuschauern. Da hat man schon mal Lampenfieber, wie Mukaddes Cakmak lachend zugibt.

Wie das bei Chören so ist, werden laufend neue Mitglieder gesucht. Wer also Lust auf türkische Musik und Zeit für zwei bis drei Proben pro Woche hat, ist herzlich willkommen. Vielleicht hat er oder sie bis zum 3. März 2018 ja auch das Repertoire und das Lampenfieber im Griff - denn dann gibt es den nächsten großen "Gig" im Otto-Braun-Saal. Dass sich der Besuch der Veranstaltung lohnt, davon werden die Bewohner*innen des Goldenherz Gesundheits- und Pflegezentrums sicher gerne berichten.

Text: Johannes Hayner, Fotos: Anna Lindner