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Freitag, 22.05.2015

Nehmt Platz!

Straßenfest zum Tag der Städtebauförderung

"Nehmt Platz!" - Die Aktion vorm QM-Büro
Gelabelt: Gehsteig vorm QM-Büro
Stelzenlauf bei "Achtung, fertig, los!"
Einladung zum Dichten
Die Fortsetzungsgeschichte am Tisch der Bürgerredaktion
Am Tisch der Bürgerredaktion: Mitarbeiterinnen Schudi und Wolter (v.l.)

Es gibt solche Tage und solche. Auf den Weltnichtrauchertag (31. Mai) folgt beispielsweise der internationale Tag des Kindes (1. Juni 2015), dann gibt es noch den Tag der Zahngesundheit (25. September), den Tag des Gartens (8. Juni) oder den Kopfschmerztag (5. September). Beispielsweise. Seit 2015 gibt es neu den Tag der Städtebauförderung, der am 9. Mai auch bei uns im Kiez mit einem kleinen Straßenfest begangen wurde.

Der Aktionstag ist ein Gemeinschaftsprojekt und wird vor allem von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund getragen. In ganz Deutschland fanden am 9. Mai zahlreiche Veranstaltungen statt, die über Projekte und Ziele der Städtebauförderung informierten und die Beteiligung der Öffentlichkeit einwarben.     

So auch hier. Bei uns im Quartier Pankstraße bietet es sich natürlich an, die Projekte des Quartiersmanagements (QM) zu präsentieren. Und so kam es auch bei der Aktion „Nehmt Platz!“, die um 14 Uhr auf der Freifläche direkt vor dem QM-Büro begann. Beteiligt waren die Projekte "Auf die Plätze, fertig, los", "Wir im Quartier", "Gemeinsam feiern, zusammen gestalten" und die Bürgerredaktion, die sich für die Erstellung der Kiezzeitung verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus natürlich das Team vom QM Pankstraße. Die Teams trafen sich zu Aufbau und Absprachen um 13 Uhr. Man kennt und schätzt sich, beim Tragen, Schrauben, Ausrichten hilft man sich. Alle schauen besorgt zum Himmel - Hauptsache, das Wetter hält.

Um 14 Uhr geht es los. Rings um die große Eberesche auf dem halbrunden Platz vorm QM-Büro gruppierten sich die Projekte mit ihren Aktionsständen, -tischen, -geräten und –apparaturen, um die eintreffenden Anwohnerinnen und Anwohner zu empfangen. „Gemeinsam feiern, zusammen gestalten“ hat eine Mal- und Bastelecke für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Bei „Auf die Plätze, fertig, los!“ geht es – na klar – in erster Linie um sportliche Betätigung mit Stelzenlauf, Minigolf und vielem mehr. „Wir im Quartier“ sucht mit vielen kreativen Ideen nach den Geschichten der Nachbarn und ihren Beziehungen zum Quartier. Selber kreativ werden ist hier genauso wie bei der Bürgerredaktion gefragt. Dort gibt es eine Fortsetzungsgeschichte, die jeder weiterschreiben kann, das Cover der nächsten Kiezzeitung kann gestaltet werden und es gibt eine öffentliche Redaktionssitzung unter – geplant – freiem Himmel. Tatsächlich wurde es dann doch ein Zeltdach, denn der graue Himmel schickt zwischendurch immer mal wieder ein paar Tropfen gen Pankstraßenkiez. Entmutigen ließen sich die Veranstalter davon nicht, zumal das QM-Team Gäste und „Aktionisten“ mit Kaffee, Tee, Kuchen und vielen netten Gesten bei Laune hielt. Nebenbei gab es noch die neue Ausgabe der illustrierten Kiezkarte zu bestaunen, die druckfrisch zum Mitnehmen bereitlag. (Und in Zukunft im QM-Büro abgeholt werden kann)

Zu den ersten Gästen gehörte Özcan Mutlu, grüner Bundestagsabgeordneter hier aus dem Kiez, der sich sehr interessiert an den Aktionen zeigte, mit vielen sprach und die Bürgerredaktion zu einer Sondersitzung in den Bundestag einlud. Eine Gruppe türkischstämmiger Nachbarinnen nahmen ihn in die Mitte und es entwickelte sich ein munteres Gespräch mit viel Gelächter und guter Laune, über dessen Inhalt der Beobachter mangels Türkischkenntnissen leider nichts erzählen kann. Überhaupt: Niemand ließ sich die Laune verderben; nicht durch das wechselhaft-kühle Wetter, nicht durch den doch ausbaufähigen Zuspruch aus der Nachbarschaft und schon gar nicht durch die verpassten, allerdings nur noch mäßig interessanten Bundesligaspiele, die zeitgleich stattfanden. So schön der Platz vorm QM-Büro ist, leider liegt er abseits der Bewegungsrouten vieler Nachbarn, sodass zufällige Teilnahme eher die Ausnahme blieb.

Gleichwohl zeigen sich die teilnehmenden Projekte zufrieden, denn immerhin nahmen über den Nachmittag verteilt ca. 100 Gäste Platz. Und die, die kamen, blieben dafür etwas länger und der Austausch war entsprechend intensiver. Viele Kinder begleiteten die Veranstaltung auch über die gesamte Dauer. Die Kulturermittler von „Wir im Quartier“ fassten die lebendigen Stunden so zusammen: „Hoch konzentriert und mit viel Muße widmeten sich sowohl Kinder als auch Erwachsene unserer Momentaufnahme. Wir erforschten Wege, Erinnerungen und Lieblingsorte im Quartier.“

Am Stand der Bürgerzeitung trafen sich sehr unterschiedliche Menschen. Interessierte wie Frau Mandel, Schulberaterin der Herbert-Hoover-Schule, die extra kam, um mit der Bürgerredaktion in Kontakt zu treten. Quartiersrätin Christa Sämisch, die Teil der Bürgerredaktion ist. Zwei Männer aus dem Soldiner Kiez, die sich über Fördermöglichkeiten und unsere Redaktionsarbeit informierten. Ältere Menschen, die ihr Wissen über den Kiez in das Q_2.0-Cover-Puzzle einfließen ließen und viel zu erzählen hatten. Und natürlich Kinder, die Bilder zum Kiez malten, die dann Teil des Puzzles wurden.

Michail ist ein Student aus Polen, der gerade ein Praktikum im Kiez macht und auch hier wohnt. Er fasst seine Eindrücke so zusammen: „Mir gefällt, dass die Kinder viel Spaß hatten. Man hat manchmal das Gefühl, dass sie niemanden haben, mit dem sie spielen oder lachen können. Deswegen hat mir das Lächeln der Kinder am meisten Freude bereiten. Es ist immer eine Superidee, wenn Leute, die zusammen im Kiez wohnen, sich treffen. Ich finde, dass das eine große Rolle spielt, wenn die Menschen beginnen, sich selbst fürs Leben des Kiezes zu engagieren.“ Das kann man so stehen lassen.

Text: Johannes Hayner, Fotos: Michail Staniszewski, Johannes Hayner