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Neue Grundschule an der Panke

In den Grundschulen in unserem Quartier ist es eng geworden. Die Klassen sind kleiner geworden, die Horte werden angegliedert und benötigen Platz. Einige Schulen wurden zu Ganztagsschulen umgestellt – auch sie brauchen mehr Räume als vorher. Deshalb wurde jetzt eine neue Grundschule gebildet: angegliedert an die Albert-Gutzmann-Schule in der Orthstraße 1.
Dort, zwischen Wiesen- und Schönstedtstraße, stand bis zum letzten Jahr ein halbes Schulgebäude leer: der ehemalige Standort der Wilhelm-Busch-Sonderschule. Die andere Hälfte des Baus aus den 70er Jahren wird vom „Förderzentrum Abert Gutzmann“ genutzt. In dieser nach einem preußischen Pionier der Sprachheilkunde benannten Schule werden sprachbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche aus den Bezirken Mitte und Reinickendorf unterrichtet.
Als im vergangenen Jahr in der Humboldthain-Grundschule Umbauarbeiten für die Umstellung zur „gebundenen Ganztagsschule“ notwendig waren, wurden die ersten und zweiten Klassen in die leer stehende Schulhälfte ans andere Ende der Wiesenstraße umgelagert. Nach den Sommerferien jedoch, konnten nicht alle Klassen wieder zurückkehren. Drei zweite Klassen verblieben an der Panke, zwei erste wurden neu gebildet. Doch für eine dauerhafte Außenstelle der Humboldt-hain-Grundschule ist der Standort an der Panke zu weit entfernt. Deshalb wurde am ersten August ein neuer Grundschulteil of.ziell an die Albert-Gutzmann-Schule angegliedert.
Deren Schulleiter Jürgen Jeßke sieht das positiv. „Die SchülerInnen des Förderzentrums sind ja in der Regel nicht geistig behindert“, erläutert er, „sondern weisen erhebliche Rückstände in der Sprachentwicklung auf, die meist keine medizinische Ursachen haben. Mit intensiver Betreuung in kleinen Klassen wollen wir möglichst viele von ihnen in die Lage versetzen, am normalen Schulunterricht teilnehmen zu können.“ Mit den anderen Grundschulen p.egt das Förderzentrum einen regen Kontakt: dessen SpezialpädagogInnen beraten sie in Fragen der Sprachförderung – ein Thema, das nicht nur in unserem Quartier unter den Nägeln brennt.
In dem neuen Grundschulzweig arbeiten zwar normale GrundschullehrerInnen, sie bilden aber gemeinsam mit den SpezialistInnen des Förderzentrums ein neues Kollegium. Das Expertenwissen ist somit vorhanden, und kann auch für den Kiez genutzt werden. Denn die SchülerInnen des Grundschulzweiges kommen ja zu Fuß aus der direkten Umgebung. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir unsere Erfahrungen auch zum Beispiel im Bereich der Elternarbeit einsetzen können“, so Jürgen Jeßke.
Der Grundschulzweig ist auf zwei Klassen pro Jahrgangsstufe ausgelegt und arbeitet im offenen Ganztagsbetrieb. Die Kinder werden verlässlich bis um 13:30 Uhr unterrichtet und können danach im Schulhort weiter betreut werden. Über die künftigen Schwerpunkte der Grundschularbeit kann sich Jürgen Jeßke noch nicht äußern: „Das muss sich erst herausstellen. Aber mit den SchülerInnen aus dem Förderzentrum haben wir viele gute Erfahrungen im musischen Bereich gemacht, zum Beispiel mit Theaterarbeit.“
Auch dem Quartiersmanagement hat die Schule schon Erfahrungen gesammelt. Ein Schulhof wurde aus Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ erneuert, zuletzt gestaltete der Künstler Christian Wahle („Lake“) einen ehemaligen Parkplatz zu einem ansehnlichen Schulhofteil um. „Das hat alles prima und ohne Verzögerung geklappt“, lobt der Schulleiter.
Albert-Gutzmann-Schule
Orthstraße 1
Tel.: 030 - 46 90 59 60






