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Rituale der Gemeinschaft: Auferstehung der Wiesenburg

Die Empore der Wiesenburg
Von Trümmern versperrt - eine alte Metalltür auf dem Gelände
Die roten Backsteingebäude von Architekt Georg Toebelmann
Stück für Stück wird die Wiesenburg von der Flora des Areals eingenommen

Welcher Weddinger kennt sie nicht? – Die Wiesenburg.

Die historischen  Ruinen in der Wiesenstraße 55, welche von ihrer Erbauung 1897 bis zum Beginn des 1.Weltkrieges einen ganz bestimmten Zweck erfüllten – Obdachlosen ein Asyl zu geben.

Dieses Obdachlosenasyl wurde errichtet durch den Berliner Asylverein für Obdachlose, welcher 1868 gegründet wurde. Zu seinen berühmtesten Mitgliedern zählten seinerzeit Rudolf Virchow sowie der sozialdemokratische Politiker und Mitbegründer der SPD Paul Singer.

Am Donnerstag den 19. April öffneten sich die Tore des Areals für interessierte Studenten der Technischen Universität Berlin. Unter der Leitung von Sönke Hartmann und Max Dengler durften sich die angehenden Akademiker in aller Ruhe umschauen und Fotos schießen. Aber vor allem ging es darum, Vorschläge für eine temporäre Nutzung der Wiesenburg zu entwickeln. Eine Tanzhalle gibt es ja bereits auf dem Gelände, nun sollen auch die Kinder von Wedding einen Platz auf dem Areal bekommen. Nur was soll gebaut werden und wie? Mit der Klärung dieser Fragen beschäftigten sich an diesem Tag neben der Eigentümerin Frau Dumkow auch die beiden Dipl. Ing. Arch. Sönke Hartmann und Max Dengler der TU, welche sich bereits im Vorfeld gemeinsam Gedanken über mögliche Nutzungskonzepte gemacht hatten. Dabei wurden ein paar gute Ideen entwickelt, welche hoffentlich in diesem Sommer umgesetzt werden können.

Geplant ist ein Werkraum für Workshops, eine Lesekammer, ein Nutzgarten und eine Kochstation, wo nicht nur gemeinsam gegessen, sondern auch gekocht werden kann. Jeder dieser Bereiche besitzt nun mehrere Teams von Studenten, die alle ihr “bestes“ Konzept zur Umsetzung und Durchführung des Projektes entwickeln sollen. Das Team mit dem überzeugendsten Entwurf bekommt den Zuschlag für das jeweilige Teil-Projekt und darf es umsetzen.

Neugierig und dennoch sorgsam schauten sich die Teilnehmer auf dem ca. 12.000 Quadratmeter großen Gelände um, denn überall mussten sie sich auf dem dicht bewachsenen Boden vor Stolperfallen in Acht nehmen. Nachdem die Wiesenburg im Februar 1945 beinahe vollständig von einer Brandbombe zerstört wurde, kann man heute nur noch erahnen, wie schön die einzelnen roten Backsteingebäude einmal gewesen sein müssen, die der Architekt Georg Toebelmann vor langer Zeit entworfen hatte. Das Grundstück wurde daraufhin im Jahre 1951 wieder enttrümmert. Der Wildwuchs, der die Ruinen teilweise verhüllt, verleiht dem Gelände jedoch einen verwunschenen Märchencharakter und bietet den Kindern eine spannende Abenteuerspielplatz-Athmosphäre. Die Wiesenburg soll in Zukunft einen geschützten Raum für Kinder darstellen, der ihnen eine freie Bewegung ermöglichen soll.

Wir freuen uns auf die baldige Wiederauferstehung der Wiesenburg.

Die Mittel für die Umsetzung der verschiedenen Entwürfe werden aus dem Quartiersfonds 2 des Quartiersmanagements Pankstraße zur Verfügung gestellt.

Jessica Quade / Johannes Hayner