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Rassismus, NSU und die Stille im Land
Erzählcafé Wedding- Zu Gast der Kiezläufer Mahmut Hatun und der Filmstudent Johannes Kaczmarczyk
30 Jahre NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße
Die Zukunft der europäischen Stadt - das Beispiel Berlin
Händlerfrühstück Müllerstraße
Lange Tafel Leopoldplatz
NAH DRAN XXXII - Stücke junger Tänzer & Choreografen
Runder Tisch Leopoldplatz
Der Leopoldplatz ist ein Schatz“, sagt Azize Karagülle von der Bürgerplattform Wedding/Moabit und ergänzt später in ihrer sympathischen Art: „Wo es spitz ist, muss man es ein bisschen rund machen.“ Dass sich die Probleme am Leopoldplatz zugespitzt haben, darin waren sich alle einig. Kontrovers diskutiert wurden mögliche Lösungsstrategien. Wie bekommt man den Müll und herumliegende Fixerspritzen in den Griff? Wie geht man mit Leuten um, die vor den Augen der Passanten und der Kinder öffentlich ihre Notdurft verrichten? Wie mit den Drogen- und Alkoholabhängigen oder den Sinti und Roma, die in Anrainerstraßen campen?
„Ich will die Drogenabhängigen nicht da haben!“, sagte eine Mutter. Etwas gemäßigter formulierte es ein Anwohner, der in seinem Wohnumfeld dennoch „keinen therapeutischen Auftrag“ übernehmen mag. Andere forderten hingegen die Berücksichtigung und Hilfsangebote auch für die Problem-Gruppen.
Heinz Nopper, der den „runden Tisch“ als Leiter des Präventionsrates organisiert, moderiert und den „kurzen Draht“ zu Behörden oder zum Bezirksbürgermeister herstellt, ordnete die Ängste, Meinungen und Sorgen der Bürger konkreten Bereichen auf dem Leopoldplatz zu. Neben dieser Problem-Topographie wurden Vorschläge für eine Verbesserung der Situation angedacht. Die Teilnehmer forderten ein Konzept für eine positive Bewirtschaftung, regten die künstlerische Gestaltung an sowie ein Café auf dem Platz oder die Wiederaufnahme von Konzerten in der Nazarethkirche, die früher sogar eine überregionale Ausstrahlung hatten.
Aber auch ungewöhnliche Ideen hatten ihren Platz. So schlug Quartiersrat-Mitglied Sebastian Trommsdorf vor, dem ansässigen Discounter zu sagen: „Nehmt doch mal das Bier aus dem Sortiment!“ Die kleine Utopie zur Drosselung des Alkoholkonsums nahm der Geschäftsführer des Karstadt-Hauses Müllerstraße immerhin als Anregung für die eigene Geschäftspolitik mit. „Der Leopoldplatz ist die Visitenkarte des Kiezes“, so Herr Koske. „Doch der Leerstand ist ein Problem, und der Branchen-Mix stimmt nicht mehr.“
Dabei verfügt der Leopoldplatz mit seiner geschichtsträchtigen Bausubstanz –nicht zuletzt durch die von Karl Friedrich Schinkel entworfene Nazareth-Kirche – durchaus über Entwicklungspotenzial. Diesem widmet sich auch das „Aktive Zentrum Müllerstraße“, bei dem der Leopoldplatz eine zentrale Rolle spielt. Einige Mitglieder der hierfür neu gewählten Stadtteilvertretung waren ebenso anwesend wie Susanne Jahn vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Jahn, Mack und Partner, das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und vom Bezirksamt Mitte mit der Entwicklung des Gebiets beauftragt wurde. Ideen und Projekte des „runden Tischs“ können hier einfließen, und Frau Jahn wies im Hinblick auf den gesamten Leopoldplatz und die Notwendigkeit einer Betreuung darauf hin, dass Fördermittel für nachhaltige Projekte zur Verfügung stehen.
„Eine weitere Möglichkeit“, so Susanne Walz, Teamleiterin des Quartiersmanagements Pankstraße, „den Leopoldplatz als Gesamtheit zu stärken, bietet die vom QM Pankstraße veranstaltete Gebietskonferenz am 7. November.“Link zur Quartierszeitung
Erste Schritte wurden bereits im Anschluss an die Bürgerversammlung eingeleitet. „Das Ordnungsamt hat Teile der Vegetation entfernt, und die Polizei strengt sich gewaltig an, etwas gegen die Drogenkriminalität zu unternehmen“, berichtete Herr Nopper. „Aber die Polizei kann das nicht alleine schaffen, wir brauchen Ihre Unterstützung“, sagte einer der drei anwesenden Beamten vom Abschnitt 35. Polizeihauptmeister Ralph Schmidt war in Zivil erschienen und somit auch als Mitglied der Initiative „Eltern schafft Zukunft“ und des Nachbarschaftsladens Maxstraße 14. Herr Schmidt ist nur ein Beispiel für das große Engagement; denn die meisten der Anwesenden setzen sich in weiteren Initiativen und Gremien aktiv für ihren Kiez ein.
Auf der Grundlage der gemeinsam erarbeiteten Themen geht es beim nächsten „runden Tisch“ um die vorhandenen Potenziale und erste Schritte für eine positive Rückeroberung des öffentlichen Raumes. Die Gruppe ist für neue Interessenten offen.
Michaela Nolte
Kontakt:
Heinz Nopper
Bezirksamt Mitte von Berlin
Mathilde-Jacob-Platz 1
10551 Berlin
Tel. 030/9018-32570
Fax 030/9018 - 488 32570
heinz.nopper[at]ba-mitte.verwalt-berlin[.]de






