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Petunien #9 - Performance-Serie für Improvisationn (gegründet von: Sandra Wieser & Meltem Nil)
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Rassismus, NSU und die Stille im Land
Erzählcafé Wedding- Zu Gast der Kiezläufer Mahmut Hatun und der Filmstudent Johannes Kaczmarczyk
30 Jahre NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße
Die Zukunft der europäischen Stadt - das Beispiel Berlin
Händlerfrühstück Müllerstraße
Lange Tafel Leopoldplatz
NAH DRAN XXXII - Stücke junger Tänzer & Choreografen
Schalasch - dt. Laubhütte
Mit einer bescheidenen Hütte haben die hellen Räume, die sich mit einer Gesamtfläche von 450 qm über zwei Etagen verteilen, wenig zu tun. Aber der alte Standort im Russischen Haus in der Friedrichstraße war dem Andrang nicht mehr gewachsen, und seit März dieses Jahres bespielt Schalasch in der Lindower Straße zwei Tanzsäle, Unterrichtsräume, eine Nähwerkstatt, einen Theaterraum und eine Bibliothek.
Der Kerngedanke ist aber noch der gleiche wie bei der Gründung 1994: Schalasch möchte all jenen ein Stück Heimat bieten, welche ihr Ursprungsland verlassen oder verloren haben, genauso wie jenen, die zwar in Deutschland geboren sind, aber durch ihre Herkunft zwischen den Kulturen stehen.
Die Einrichtung ging aus dem Club Dialog hervor, der 1988 von in der DDR lebenden Russen gegründet wurde. Denn immer mehr Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion strömten nach der Wende nach Berlin. Für die Kinder und Jugendlichen bedeutete es den Verlust der Freunde, der Schule und von allem, was gewohnt und vertraut war. „Ein Mensch ist wie ein Baum mit Wurzeln“, zitiert die 21-jährige Olga ein russisches Sprichwort: „Je länger die Wurzeln sind, desto schwieriger wird es, sich anderswo zurechtzufinden.“
Für die Besucher ist das interkulturelle Jugendzentrum ein Stück Paradies in der Fremde. Dabei verfolgt das Angebot bis heute in kluger Weise ein doppeltes Ziel: Gefördert werden die Kultur und die Sprache des Herkunftslandes und der neuen Heimat.
Bei den Sprachkursen wird zum Beispiel Russisch genauso gepaukt wie Deutsch. Denn das Leben in Deutschland soll nicht bedeuten, die eigenen Wurzeln aufzugeben. Das Konzept geht auf, und viele der Jugendlichen nehmen weite Wege auf sich, um an Breakdance- oder Musikkursen teilzunehmen, durch Nachhilfe ihre Noten zu verbessern oder die Freizeit mit Theater, asiatischen Sportarten oder mit Gymnastik für die ganze Familie zu verbringen. Für die kleinen Geschwister gibt es den Miniclub ab drei Jahren und auch bei den Malkursen für die Kleinen gilt: montags wird Russisch gesprochen, mittwochs Deutsch.
Besonderer Beliebtheit erfreut sich der orientalische Tanz. Für die Einen steht die Bewegung im Vordergrund, für die Anderen ist der Austausch genauso wichtig. „Früher war ich extrem unsicher. Heute stehe ich aufrecht und selbstbewusst da“, sagt eine der Teilnehmerinnen, und Olga fährt für die Tanzstunden mehr als 20 Kilometer von Marienfelde bis zum Wedding. Die Entfernung ist für sie kein Problem. Denn Olga kam mit 15 Jahren aus den Weiten Sibiriens nach Berlin. Den Schulabschluss, den sie damals nicht machen konnte, holt sie jetzt nach und steht kurz vor dem Abi. Heute sagt sie: „Es war es wert, hierher zu kommen.“
Für Jugendliche wie Olga, Valentina oder Elena ist das wöchentliche Treffen mehr als eine Tanzstunde. Ihnen bietet Schalasch Orientierung und Hilfestellungen, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.
Auch das interkulturelle Jugendzentrum muss jetzt erst einmal im Wedding heimisch werden. Mit dem Umzug hat sich vieles verändert: Zu den Besuchern aus Russland und den angrenzenden Republiken kommen vermehrt auch Türkisch oder Arabisch sprechende Jugendliche. Die Organisatoren von Schalasch freut es, und sie stimmen das Programm mit einem erweiterten Kursangebot auf die vielfältigen Kulturen des Standorts ab.
Schalasch
Lindower Strasse 18
13347 Berlin
Tel.: 285 99 485
E-Mail: mitte@schalasch.de
Öffnungszeiten:
Mo - Fr. 12-20 Uhr
Kostenlose Bauchtanz-Probestunde am 24.9.
von 16.45 – 17.45 für Kinder und
von 17.45 – 19 Uhr für Erwachsene
Kontakt
Dina Reinhardt
www.diana-bauchtanz.de








