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Schule öffnet sich
Als die Herbert-Hoover-Schule 2006 den Nationalpreis verliehen bekam, schlugen die Wellen hoch. Erhalten hatte sie die Auszeichnung der deutschen Nationalstiftung, weil Deutsch nicht nur im Unterricht, sondern als verbindliche Kommunikationssprache auch in den Pausen und auf dem Schulhof gesprochen wird. Teile der Migrantenverbände und der politischen Parteien wähnten darin eine Diskriminierung. Die Schüler hingegen, sowie deren Eltern hatten die Vereinbarung nicht nur begrüßt, sondern bei der Schulkonferenz selbst mitbeschlossen.
Positiver Nebeneffekt der unfreiwilligen Öffentlichkeitskampagne, die der Schule auch einen deutlichen Anstieg an Anmeldungen brachte: Der mit 75 000 Euro dotierte Preis hat eine längst überfällige Maßnahme ins Rollen gebracht. Im Sinne einer Weiterentwicklung des sprachlichen Schwerpunkts, beschloss man, mit dem Preisgeld eine Theaterbühne einzurichten. Nur konnte die im Krieg zerstörte Aula nicht mehr als solche genutzt werden. Seit den 1960er-Jahren war sie in kleine Einheiten geteilt und für die Arbeitslehre umfunktioniert.
Nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt – und nicht zuletzt dank des neuen Konjunkturprogramms – bekam die Schule insgesamt 4 Millionen Euro für eine Generalsanierung der 1862 erbauten Aula.
Mit der anstehenden Profilbildung in Richtung eines theaterbetonten Konzepts und der neuen Aula kann die Herbert-Hoover-Schule ihr Angebot bereichern und für die Schüler interessanter gestalten. Schulleiter Thomas Schumann ist begeistert: „Wir bekommen eine schöne Aula, mit einer Superbühne, in einem wunderschönen Schulgebäude. Das wird ein idealer Ort auch für andere Nutzer. Auf der Gebietskonferenz habe ich mit Frau Tinius vom Kulturamt verabredet, dass wir einen runden Tisch bilden werden. Die Bezirksstadträtin, Frau Hänisch, und der Leiter der Volkshochschule, Herr Dr. Ditschek, sind auch sehr angetan und wollen uns unterstützen.“
Theatererfahrungen hat Thomas Schumann bereits an der Ernst-Schering-Schule gemacht, wo er bis 2008 stellvertretender Schulleiter war. Wenn auch nur organisatorisch, wie er betont. Das dort von Jane Natz mit dem Regisseur und Komponisten Todd Fletcher und den Schülern erarbeitete Musical „Streets of Wedding“ wurde ein überwältigender Erfolg. „Sogar der Bundespräsident war da“, sagt Schumann. Kollegin Natz arbeitet mittlerweile auch an der Herbert-Hoover-Schule und gibt neben dem Unterricht in Darstellendem Spiel auch Fortbildungen für Lehrer. Todd Fletcher wird für die Herbert-Hoover-Schule ein eigenes Stück komponieren, das zur Eröffnung der Aula im Sommer 2010 aufgeführt wird.
Nicht nur in dieser Hinsicht leistet die Herbert-Hoover-Schule ein Beitrag zur vielfach geforderten Öffnung der Schulen. Eine attraktive Partnerschaft für die Zukunft der Schüler ist man auch mit dem Oberstufenzentrum KIM in der Osloer Straße eingegangen. Das Kompetenzzentrum für neue Medienberufe, Veranstaltungs- und Informationstechnik bietet als berufliches Gymnasium, Berufsoberschule und Berufsschule unter anderem Fächer wie Gestaltung, Medientechnik und Medienproduktion an. Für eine Kooperation mit dem Theaterbereich der Herbert-Hoover-Schule wie maßgeschneidert. „Das gilt für die Ausbildung als Veranstaltungstechniker, aber vielleicht können sie auch neue Theaterformen einbringen, zum Beispiel durch die Einbeziehung von Videos“, so Herr Schumann.
Nach der Kooperationsvereinbarung werden im Dezember die konkreten Pläne zur Realisierung und Umsetzung unter Dach und Fach und sicher auch auf die Bühne gebracht.
Herbert-Hoover-Schule
Pankstraße 18/19
13357 Berlin | Tel.: 469 063 3
Oberstufenzentrum KIM
Osloer Straße 23-26
13359 Berlin | Tel.: 493070





