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"Sicheres Internet für unsere Kinder" – Infotag von Volkshochschule und Polizeidirektion 3
Besorgte Eltern und andere Interessierte besuchten die Infoveranstaltung zu Fragen von Gefährdung und Sicherheit von Kindern im Internet. Ort der Veranstaltung am 7. Februar waren die Aula und Räume der Volkshochschule Mitte in der Antonstraße 37. Der Tag wird als Aktionstag „Safer Internet Day“ sid12 von der Europäischen Union unterstützt. Die TeilnehmerInnen hatten sich auf die Veranstaltung in Kursen der Volkshochschule, wie z.B. Sprachkursen oder einem Mütterkurs, vorbereitet. Deshalb hatten sie ihre Probleme und Fragen notiert, um sie in der allgemeinen Diskussion und den anschließenden Arbeitsgruppen zur Sprache zu bringen und mit den eingeladenen Experten zu diskutieren. Als Experten waren Tanja Engel und Falk Schobranski vom Präventionsteam in der Polizeidirektion 3 sowie der Jugend- und Diversionsbeauftragte Christian Zorn vom Präventionsteam in der Polizeidirektion 3 und Rechtsanwalt Stephan Poche gekommen.
Die Veranstaltung wurde vom Direktor der Volkshochschule, Michael Weiß, eröffnet. Im ersten Teil sahen sich alle TeilnehmerInnen den Film „Netzangriff“ an, der im Internet auf youtube zu sehen ist: http://www.youtube.com/watch?v=aHMgcmYuz2M . Dieser „Tatort für Kinder“ als Lehrfilm für Internetmissbrauch thematisiert das Problem des Cybermobbings am Beispiel einer Schulklasse in Stuttgart. Mitschüler mobben eine neue Schülerin, indem sie von ihr private Fotos und ein von einem Schüler gedrehtes Partyvideo ohne ihre Einwilligung ins Netz stellen. Dadurch entstehen Probleme mit Freunden und Eltern. Der Film wirft die Fragen auf, ob die unfreiwillige Veröffentlichung von Fotos und privaten Informationen im Internet strafbar ist und warum sich diese Daten nicht mehr löschen lassen.
In der anschließenden Diskussion wurden sehr viele Elternsorgen deutlich. Hier einige Fragen und Antworten.
Frage: Wen kann man fragen, wenn Kinder Probleme mit dem Internet haben?
Antwort: Mit Klassenlehrern oder Schulleitern reden, um Öffentlichkeit herzustellen. Das Problem darf kein Geheimnis bleiben, damit wird eine Tat offen dargelegt und kann durch Gespräche mit den Betroffenen aufgeklärt werden.
Frage: Warum machen Täter Cybermobbing?
Antwort: Es gibt nun einmal Leute, denen es Spaß macht, auf subtile Weise Menschen zu kränken. Wahrscheinlich sind sie selber unglücklich und versuchen so, ihre Probleme zu überspielen. Sie können dabei auch Macht und Kontrolle über andere ausüben, was diese „Täter“ als Erfolgserlebnisse empfinden. Viele Jugendliche sind sich aber gar nicht über die weitreichenden Konsequenzen bewusst, die eine Diffamierung einer Person im Netz nach sich ziehen kann.
Frage: Wie merke ich, dass mein Kind Probleme mit Cybermobbing hat, denn das Kind erzählt meist darüber nichts.
Antwort: Kinder verändern ihr Verhalten durch Probleme. Oder sie wechseln Freunde, haben plötzlich andere Kontakte, die die Eltern nicht kennen. Das können schon Anzeichen für eine problematische Entwicklung sein. Eltern sollten bei solchen Beobachtungen aufmerksam nachfragen.
Frage: Gibt es eine Therapie für Opfer oder Täter und wer bezahlt das?
Antwort: Opfer brauchen vertrauensvolle Ansprechpartner, die oft gar nicht leicht zu finden sind, weil Opfer oft ablehnen, in ihrem unmittelbaren Umfeld Vertrauen aufzubauen. Mobbing wird oft erst spät bemerkt, dann helfen Beratungsstellen, die kostenfrei arbeiten.
Frage: Gibt es Schutzprogramme und Informationen für Jugendliche gegen Cybermobbing?
Antwort: Das Internet kann nicht bewacht werden und es gibt keine hundertprozentig wirksamen Programme für die Datensicherheit. Gegen Angriffe ist man nur schwer zu schützen. Eltern müssen mit ihrem Kind über seine Aktivitäten im Internet sprechen und darüber diskutieren. Man kann auch im Computer Sicherheitsschranken und Filter einbauen. Wichtig ist, dass sich Eltern über das Internet schlau machen und sich informieren. Denn Kinder sind in der Regel fitter und schlauer als die Erwachsenen bei allen Belangen des Internets.
Frage: Können unerwünschte Fotos im Internet gelöscht werden?
Antwort: Nein, einmal im Netz, immer drin. Man kann ein Profil löschen, damit die Fotos nicht gleich sichtbar werden, aber löschen kann man sie nicht mehr.
Aus rechtlicher Sicht wurde noch erläutert, dass Kinder nicht nur Opfer von Cybermobbing, sondern manchmal auch Täter sein können. Viele meinen, nur etwas Harmloses zu tun und bedenken dabei nicht die Folgen für das Opfer. Diese Taten sind strafbare Handlungen, bei denen die Polizei aktiv werden kann. Sanktionen der Gerichte reichen von Verwarnungen bis hin zu Bewährungsstrafen. Generell wurde festgestellt, dass Kinder auf sich selber und Eltern auf ihre Kinder aufpassen müssen. Dies sind natürlich Fragen, die auch das Familienleben und die Erziehung betreffen.
Im zweiten Teil des Informationstages verteilten sich die BesucherInnen auf verschiedene Workshops, in denen die Themen Soziale Netzwerke, Online-Spiele und Online-Geschäfte in kleinen Gruppen mit den Experten weiter diskutiert wurden. Eine Infobörse bot eine große Auswahl an Informationsbroschüren und Adressen für Beratung und Elternkurse.
Wichtige Hinweise zur Internetsicherheit für Schüler finden sich auf der Europäischen Union eingerichteten Homepage der Online Aktion zum Safer-Internet-Day sid12 www.klicksafe.de . Hier können sich Jugendliche rund um Probleme des Internets informieren. Für Eltern hat die Elternakademie von der Volkshochschule Mitte und dem Sprachförderzentrum Mitte einen Kurs „Eltern am Computer“ eingerichtet. Informationen über www.elternakademie-berlin-mitte.de .
Ein vom Quartiersmanagement gefördertes Projekt „Umgang mit modernen Medien“ wird sich ebenfalls mit diesem Thema befassen. Hier sollen Jugendliche im Rahmen von Radioworkshops u. a. sensibilisiert werden, Medien kritisch zu reflektieren und zu beurteilen. Das Projekt beginnt im Frühjahr 2012.











