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Dienstag, 26.07.2016

Sie haben die Wahl!

Wahl zum Quartiersrat und Vergabebeirat vom 11. - 14. Juli

Dein Kiez. Deine Ideen. Dein Engagement.
Im Gespräch mit den Nachbarn
Die Wahlurne steht bereit
Wähler beim Ausfüllen des Wahlscheines
Nachbarschaftlicher Austausch vor dem QM Büro
Bei schlechtem Wetter muss drinnen gewählt werden.
Stimmen werden ausgezählt
Ziehung der Gewinnernummern
Der QR kann nun in die Zukunft blicken...

Alle Jahre wieder, pardon, alle zwei Jahre wieder kommt die Wahl zum Quartiersrat im QM-Gebiet Pankstraße. Aber was ist das eigentlich, ein Quartiersrat? In einer Informationsbroschüre der Senatsverwaltung heißt es dazu: "Die Mitglieder des Quartiersrates bewerten Projektideen und entscheiden gemeinsam mit der Verwaltung über den Einsatz der Fördermittel des Programms „Soziale Stadt“. Sie entwickeln auch eigene Projektvorschläge und nehmen Einfluss darauf, was schwerpunktmäßig in einem Gebiet verbessert werden soll. Dabei verabreden sie sich mit dem Quartiersmanagement und der Verwaltung." Es ist also nicht zu weit hergeholt, wenn man den Quartiersrat als zentralen Impulsgeber für die Entwicklung eines Stadtteiles bezeichnet. Die Mitglieder des Quartiersrates arbeiten ehrenamtlich. Um einen repräsentativen Blick auf die Nachbarschaft zu gewährleisten, gibt es einen Schlüssel für die Zusammensetzung des Quartiersrates. Im QM-Gebiet Pankstraße sieht der so aus: 9 Bewohnerinnen und Bewohner werden in den Quartiersrat gewählt, hinzu kommt jeweils ein Vertreter aus Grund- und Oberschulen im Kiez, von lokalen Gewerbetreibenden, von den Hauseigentümern und den Kunst- und Kultureinrichtungen. Vereine und soziale Einrichtungen sind mit zwei Personen im Quartiersrat vertreten.

Im Prinzip kann sich jede und jeder als Kandidat für den Quartiersrat melden. Voraussetzung ist, dass die Person im Quartier wohnt oder arbeitet oder sich ehrenamtlich engagiert und dass sie wenigstens 16 Jahre alt ist. Es ist gleichgültig, ob sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder nicht.

Die Wahl erstreckte sich über vier Tage, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, an der Wahl teilzunehmen. Quartiersrat und Vergabebeirat wurden gleichzeitig gewählt. Der Vergabebeirat besteht ausschliesslich aus Bewohnervertreter/innen und er entscheidet über die Vergabe der Mittel aus dem Aktionsfonds. In diesem Aktionsfond stehen 2016 für das QM-Gebiet 10.000 Euro zur Verfügung, von denen kurzfristige Aktionen und Projekte unbürokratisch mit jeweils maximal 1.500 Euro gefördert werden. Die Zugangsbedingungen für beide Gremien sind identisch.

Vier Tage Wahl - das ist eine lange Zeit. Wir haben die Wahl begleitet und sind immer mal wieder zum Quartiersbüro, vor dem die Wahlurne aufgestellt war, gegangen.

Montag: Start. Wie auch an den meisten folgenden Tagen bezieht das Wahlbüro mit einem Tisch und mehreren Stühlen Quartier vorm Quartiersbüro. Das QM-Team wechselt sich an der Urne ab. Freilich, daneben laufen ja noch die ganzen anderen Projekte, die betreut werden müssen. Ein großes Plakat im Fenster und ein Banner am Geländer vor dem Platz machen auf die Wahl aufmerksam. Im Fenster hängen auch Informationen zu den zur Wahl stehenden Personen. Um die scheuen Nachbarn anzulocken, gibt es Kaffee, Tee, Gebäck und Salzstangen. Trotzdem läuft die Wahl ziemlich gemächlich an. Bis 14:00 Uhr haben ungefähr 15 Wähler ihre Stimmen für die beiden Gremien abgegeben. Positiv ist, so Katja Krüger vom QM-Team, dass dieses Mal viele neue Anwohner ihre Bereitschaft erklärt haben, für den Quartiers- oder Vergabebeirat zu kandidieren.

Der Wahlstand ist inzwischen zu einer Art Erzählcafé mutiert. Fast jeder, der vorbei kommt, lässt sich auf einen kleinen Schwatz ein oder setzt sich kurz an den Tisch. Wähler sowieso. Zusätzlicher Anreiz für die Teilnahme ist die Tombola, bei der nach Auszählung der Wahl fünf Essen im Moos, dem Restaurant im Silent Green, unter allen Wähler/innen verlost werden. Also schnappen auch wir uns einen Stift und geben unsere Stimmen ab.

Das Wetter ist durchwachsen. Sonne und Wolken wechseln sich ab. Es ist nicht heiß, aber auch nicht kalt. So ist es wohl auch mit dem Wahltag. Als um 18 Uhr die Möbel und die Urne hereingeräumt werden, lautet das Resümee:  Hätte besser sein können, aber auch schlechter.

Dienstag, Tag 2. Heute kamen die Kiezmütter,  gegen Mittag geschlossen zum Wählen Das war wieder einmal ein lebendiger und lustiger Moment  und sicher das Highlight des Tages. Ansonsten nimmt die Wahl ihren zurückhaltenden Fortgang. Am Ende des Dienstag haben insgesamt 41 Menschen ihre Stimme abgegeben. 17.000 Einwohner hat das QM-Gebiet.

Mittwoch. Blitz, Donner und Starkregen entladen sich über dem Wedding. Für den Fall, dass die Wahlurnen zu diesem Zeitpunkt draußen gestanden hätten, wären alle abgegebenen Stimmen ungültig. Standen sie aber nicht, denn die Stimmabgabe wird im Inneren des QM-Büros fortgesetzt. Allerdings engagieren sich nur sehr wenige der mit gesenktem Kopf die Kapuze festhaltenden Vorbeirennenden dergestalt für ihren Kiez, dass sie ihre Stimme abgeben. Gegen 12 Uhr steht fest: Die Welt ist nicht untergegangen und die Wahl wird fortgesetzt. Aber Vorsicht ist die Mutter des Quartiersmanagers: Bis zum Abend bleibt das Wahlbüro überdacht.

Donnerstag. Das Wahlbüro ist heute wieder im Frischluftbereich. Im Gespräch mit QM-Teamchefin Sükran Altunkaynak hören wir, dass vor einigen Jahren versucht wurde, mit mobilen Ständen einen höhere Aktivierung für die QR-Wahl zu erreichen. Die sicherlich gute Idee brachte allerdings kaum mehr Stimmen, sodass 2016 darauf verzichtet wurde. Vielleicht bringt die Verlängerung der Wahlzeit ja mehr Stimmen? Geschätzt 55 Wähler haben bis heute Abend ihre Stimme abgegeben, richtig viel ist anders. Egal jedenfalls, heute schließt das Wahllokal und alle verabreden sich zur Auslosung am Folgetag.

Freitagmittag. Der Wind pfeift bei angenehmen Temperaturen. Suppe wurde gekocht, Kuchen gekauft, Kaffee und Tee überbrüht. Zur Auszählung erwartet das QM-Team Gäste. Und die kommen auch. Vor allem potentielle Mitglieder der beiden Gremien schauen vorbei, um sich vom Wahlausgang zu überzeugen und einen kurzen Schwatz zu halten. Die Atmosphäre ist familiär. Ronald Hock von der Albert-Gutzmann-Grundschule, Carsten Schulz, Neu-Vergabebeirat Georg Hermann und später auch Angelika Graß kommen und helfen beim Auszählen. Dazu werden Strichlisten angefertigt, auf denen für jeden Kandidaten die abgegebenen Stimmen eingetragen werden. Die Kandidaten mit den meisten Stimmen gehen direkt in die Gremien, während die anderen Stellvertreter werden. Das Ergebnis kann direkt hier nachgelesen werden.

Zur personellen Kontinuität lässt sich sagen, dass sieben Personen aus dem letzten auch wieder im neuen Quartiersrat mitmachen. Zwei weitere waren früher schon einmal Quartiersrat. Und die Wahlbeteiligung? Insgesamt 73 Stimmen wurden abgegeben.

Unter den Quartiersräten sind auch einige QR-Erfahrene. Etwa Angelika Graß, die Leiterin der Kita in der Gottschedstraße. Sie freut sich auf die weitere Arbeit im Quartiersrat: "Im Team des QR macht die Arbeit Spaß. Man kennt und schätzt sich. Die Sitzungen gehen viel lockerer zu, als man sich das vielleicht vorstellt." Ihr persönlicher Fokus bei der Quartiersarbeit liegt auf Bildung und Kindern. Für den ganzen Quartiersrat sieht sie die Hauptaufgabe, Chancengleichheit für alle im Kiez zu stellen. Dies sei bei weitem noch nicht der Fall – und dabei seien die Menschen, die als Flüchtlinge hierher gekommen sind, noch nicht mit eingerechnet.

Also, es gibt weiter viel zu tun, nun zum Teil mit neuen Mitgliedern. Die ersten Sitzungen werden im September stattfinden. Wir wünschen den frisch gewählten Quartiers- und Vergabebeiräten viel Kraft, ein gutes Auge für die Bedürfnisse des Kiezes und natürlich auch viel Spaß bei ihrer Arbeit.

Halt! Da war ja noch etwas. Zu Beginn der Wahlwoche hatten wir mit unserer Stimme bei einer Tombola teilgenommen. Und nun, nach dem die Wahlergebnisse bekannt sind, werden die Gewinnernummern gezogen. Doch Schade! Für uns gibt’s es dieses Mal leider kein Essen im schönen Moos.

Das sind die Gewinnerlose:
084634     084638     084643     084657     084690

 

Text und Fotos: Johannes Hayner/Anna Lindner