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Mittwoch, 01.07.2015

Stage and Chill

Richtfest der Open Air-Bühne an der Herbert-Hoover-Schule

Die neue Freiluftbühne
Besenperformance der 10. Klasse
Die Vertreterinnen von Gruppe F und Bauereignis bei ihrer Ansprache
Bautagebücher der Schüler
Michael Peschel spricht zu seinen Schülern
Der Richtkranz wurde von den Jugendlichen selbst gebaut

Groß und rot und ruhig und backsteinern steht sie da, die Herbert-Hoover-Schule (HHS) in der Pankstraße. Das erhabene Gebäude beheimatet die einzige integrierte Sekundarschule im QM-Gebiet Pankstraße. Großzügig sind die Räume, die Flure, die Treppenhäuser. Erst kürzlich wurde nach längerer Bauphase die Aula eröffnet. Nun das nächste Highlight: Am 17. Juni gab es das Richtfest für die Freilichtbühne auf dem Schulhof, die mit Hilfe des Kulturagentenprogramms und QM-Mitteln errichtet werden konnte. Wunderschön steht sie da unter hohen Bäumen. Die Bühne hat zwei Niveaus und steht direkt vor dem Hintereingang der Schule. Leider musste die riesige Kastanie, die direkt daneben stand, wegen Krankheit gefällt werden. Zur Bühne gehören auch viele kleinere Elemente zum Sitzen, Liegen, Inszenieren.

Richtfeste sind ja bisweilen eine Angelegenheit mit gewöhnungsbedürftigen Ritualen. Ein Polier hält eine lausig gereimte Ansprache, pfeffert ein halbvolles Glas gegen das neu errichtete Gebäude, Beifall, Schnittchen, Bier. Das Publikum trägt Blau(mann). Ungefähr so festlich wie ein Skatabend. Dieses Richtfest war anders, ein wirkliches Fest. Und ihm ging eine ungewöhnliche Geschichte voraus, denn die Bauherren waren Schülerinnen und Schüler  und Lehrerinnen und Lehrer und diese waren gleichzeitig auch Projektentwickler, Projektplaner und Bauarbeiter.

Von Anfang: Bereits 2012 wurde im Kulturfahrplan der HHS die Absicht bekundet, eine Freilichtbühne als Ort für Begegnung, Präsentation und Kommunikation zu errichten. 2014 dann, nachdem Fördermittel gesucht, beantragt und bewilligt wurden, ging das Projekt an den Start. Alle Schülerinnen und Schüler waren eingeladen, sich von und in ihrer Schule zu Entwurfsideen für ihre Bühne inspirieren zu lassen. Zusätzlich gab es eine Exkursion zu anderen Bühnen. Dies alles mündete in künstlerische Entwürfe und Modelle, von denen nun einer/eines umgesetzt wurde. Und zwar auch hier unter tatkräftiger Mithilfe der Schülerinnen und Schüler. Es gab zwei Bauwochen im Frühjahr 2015, in deren Verlauf die Bühne auf die Beine gestellt wurde. Wie anregend, wie Gemeinschaft bildend, wie gut diese beiden Wochen für die Beteiligten waren – dies lässt sich auch jetzt noch sehen.

Bei sonnigem Wetter treffen sich früh um 11 Uhr Schüler, Lehrer, Antje Backhaus vom Planungsbüro Gruppe F, Schulkoordinatorin Katinka Wondrak und Katharina Sütterlin als Architektin des Architekturbüros Bauereignis sowie natürlich Jürgen Kuhr, der mit seiner Firma die Bühne gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern baute. Alle sind freudig erregt, die freundlich-scherzhaften Gespräche gehen quer über alle Grenzen, man hat gemeinsam gebaut, gearbeitet, geschwitzt; das schweißt zusammen.

Was braucht so eine Bühne zur Einweihung? Richtig, ein Programm. Und dafür haben die Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll gesorgt. Los ging es mit einem Besentanz. Mit grünen Kehrbesen wurde rhythmisch gekehrt, geschwungen, geklopft; dazu wurden Besen-Rhymes skandiert. Eine Tanzgruppe der HHS führte das Stück auf und bekam dafür den verdienten Beifall. Im Anschluss gab es die Eröffnungsansprache des stellvertretenden Schulleiters Michael Peschel. Er berichtete locker über seine Freude, an einer Schule zu arbeiten, an der ein solches Projekt so erfolgreich umgesetzt wurde. Nun sei mit der Bühne ein Ort zum Spielen, zum Chillen, zum Flirten, zum Hausaufgaben Machen und zum Träumen entstanden, der einen festen Platz im Schulalltag bekommen werde.

Nächster Punkt im Kulturprogramm war eine Theateraufführung, in der Schülerinnen und Schüler ein Casting nachstellten. Die teilweise lustigen, teilweise nachdenklichen Szenen fanden viel Aufmerksamkeit und noch mehr Beifall, denn die jugendlichen Schauspieler verstanden es gut, ihre Texte auf die Bühne zu stellen. Und dann noch eine kleine Ansprache der Architektin Sütterlin und der Planerin Backhaus, in der diese die Eindrücke der Bauwochen Revue passieren ließen und alle beteiligten Kids mit ihren Lieblingstätigkeiten nannten. Eine schöne Würdigung.

Dann gab’s doch noch Schnittchen und die Gelegenheit nachzufragen. Lehrerin Grit Storm hatte die Idee, hier eine Bühne zu errichten und ist begeistert von der Begeisterung der Jugendlichen. Michael Peschel möchte sich nochmals bei allen beteiligten Firmen und Akteuren bedanken und freut sich über den entstandenen „wunderbaren Ort“. Lehrerin Jane Natz hatte besonders viel Freude am Einstudieren der Besen-Performance und freut sich, ihre Schüler bei der Bauphase noch mal von einer neuen Seite kennengelernt zu haben. Katharina Sütterlin sagt: „Das Wetter hat mitgespielt und wir haben mehr Bauleistungen erbracht als erwartet. So konnten neben dem Bühnenbau auch schon die Abrissarbeiten für den Tribünenteil bewältigt werden. Traurig ist, dass die große Kastanie krank war und gefällt werden musste. Sie war Bestandteil des Bühnenentwurfes. Zum Glück gibt es in der Schule viele kreative Köpfe die aus diesem Szenario für ihre Theaterstücke etwas schönes machen werden.“

Gläser gingen nicht zu Bruch und nach dem gut einstündigen Fest bleibt, der HHS, ihren Lehrern und ihren Schülerinnen und Schülern viele Ideen, viel Engagement, viel Enthusiasmus bei der Bespielung der neuen Bühne zu wünschen. Sie hat es verdient. Im nächsten Jahr übrigens geht’s weiter. Dann kommt die Tribüne hinzu denn auch das beste Theaterstück wird noch besser, wenn man es sich im Sitzen anschauen kann.

Einige Impressionen vom Richtfest

Erster Auftritt auf der neuen Bühne

Svenja Bressem/Johannes Hayner