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Theater und mehr

01.09.2006
Während der Fußball-WM agierten sie auf dem Bürgersteig in der Malplaquetstraße – bei der „WM-Karaoke“. Das aktuelle Spiel wurde dabei auf ein Schaufenster projiziert. Die Zuschauer saßen im Freien. Man hörte aber nicht den Originalkommentar. Mitglieder des Ensembles sowie mutige Gäste übten sich statt dessen in der Kunst des belangvollen Überplauderns langweiliger Spielabschnitte. „Theater und mehr“ lautet das Motto des „Ensemble Öffentliche Leben“. Seit Mai hat es sein Büro in der Malpaquetstraße 17.
Es hat sich in das örtliche Kulturleben schon eingeklinkt. Zusammen mit „Wedding Windows“ wurden im Juni und Juli die samstäglichen Kiezfrühstücke auf dem Utrechter Platz organisiert und gestaltet. Auch bei dem ersten Weddinger Dorffest auf dem Leopoldplatz am 26. August, das der Kunst- und Kulturverein Mastul e.V. organisiert hat, war das Ensemble Öffentliche Leben vertreten. Auf dem Nettelbeckplatzfest am 2. September wird man es gleichfalls erleben können: Auch hier gibt es „Theater-Karaoke“, diesmal in der „Wedding-Ville-Tour“ vor, einem fiktiven Rundgang durch den Wedding – mit der Beteiligung des Publikums.
Gegründet wurde das Ensemble im April 2005 von dem Schauspieler Jan Geerd Buss, dem Regisseur Arno Kleinofen und dem Dramaturgen Markus Engler im Theaterhaus Mitte. Die selbst gestellte Aufgabe lautet: Theater von den Rändern her entwickeln, und von dort aus den Deutschland-Mythen auf die Spur zu kommen. Im „Glaskasten“ in der Prinzenallee wurden im vergangenen Herbst die Produktionen „Deutschland: Wintermärchen –Winterreise“ und „in heaven: Ella“ vorgestellt. Und demnächst folgt „Glück ist nicht immer lustig“ nach Motiven des Filmes „Angst essen Seele auf“ von Rainer Werner Fassbinder. Dabei hat sich das Ensemble den Standort Wedding bewusst ausgesucht – und nicht nur für das Büro. „Wir wohnen inzwischen fast alle hier“ erzählt Regisseur Arno Kleinofen. „Es ist spannend, hier braut sich etwas zusammen.“






