Sie befinden sich hier: kiez.info - Aktuell / "Verwirklichte Realität"

"Verwirklichte Realität"

Zur letzten Ausstellung in der Jugendgalerie - die Förderung läuft im Dezember aus - wird noch mal alles aufgeboten:

Vier junge KünstlerInnen, eine raumgreifende Installation, Medien- und Konsumkritik, Verstörendes, und ein selbstbewusster Blick in die Zukunft.

Fühlen Sie sich also herzlich eingeladen zum Finale, sehen und hören Sie, was junge Menschen aus dem Kiez zu sagen haben und welche Pläne es jenseits der Förderung gibt.

Öffnungszeiten zum Kolonie Wedding Wochenende im November: Fr, 27.11.09 von 19 - 23 Uhr (mit zusätzlicher Videoinstallation!) Sa, 28.11.09 von 16 - 20 Uhr und So, 29.11.09 von 14 - 18 Uhr Weiterhin kann die Ausstellung bis 13. Dezember 2009 immer sonntags von 17 bis 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (unter 0172 - 38 11 71 6) besichtigt werden.

 

Finnisage und Abschiedsparty am 13. Dezember 2009 ab 19 Uhr!

Verwirklichte Realität ist eine Gemeinschaftsarbeit der Künstler/innen Julia Roch (18), Nina Colella (23), Henriette Fenes (20) und Virgil G. Venglescu (20) und ist als paradoxe Intervention zu verstehen. Es gilt - so sagen sie - das von Werbetexten und -Versprechen, medienhysterischer Reizüberflutung und Konsumterror verschüttete Ich aufzuspüren und - wenn es denn gelinge - vorsichtig freizulegen. Die Vier fragen mit ihrer, den gesamten Raum der Anstalt Wedding einnehmenden Installation nach dem Verbleib und nach dem Zustand des Individuums. Es wird der Versuch unternommen, die von den Medien und der Werbeindustrie produzierten Wirklichkeitskonstruktionen vermeintlich realen Lebens, aber auch zugeschriebene (Zielgruppen-) Identitäten zu dekonstruieren, mindestens aber zu entlarven. So ist man von verfremdeten und bis ins Absurde sinnentstellten Werbesprüchen à la "Du bist Deutschland" umzingelt, die Henriette Fenes und Julia Roch überpräsent an die Wände geschrieben haben. Nina Colella hat in den raumeinnehmenden werbebunten Quadern sehr persönliche eigene, aber auch von Freunden und Bekannten eingesammelte, Texte hinter kleinen tabernakelartigen Türchen versteckt, die entdeckt, und im Sinne wirklich realen Individualismus´, wahrgenommen werden wollen. Das wollen auch die fast zu übersehenden Objekte von Virgil G. Venglescu, die auf den knalligen Werbeträgern ausgelegt (fast möchte man sagen: ausgesetzt) sind. Auf ihnen sind einzelne Worte zu lesen, die der Künstler aus der Okkupation der Werbetexter herausgelöst, und sie so in ihre natürliche Unschuld zurückgegeben hat. In die "echte" Wirklichkeit eben. Eine Zuordnung der Details dieser Installation zu den einzelnen Künstler/innen wird - trotz Konzept - nicht möglich sein, erfährt man auf Nachfrage. Man arbeitet und gestaltet in gemeinschaftlichem Prozess; und das Ergebnis ist in jeglicher Hinsicht immer offen.

 

Kontakt:
Anstalt Wedding
Osloer straße 103
13359 Berlin
Tel.: 0172 – 38 11 71 6

anstaltwedding[at]hotmail[.]de

Weitere Informationen zur Anstalt Wedding und der Jugendgalerie gibts hier.