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Donnerstag, 21. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Donnerstag, 21. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Weihnachtsessen im Tageszentrum m32

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Heiligabend - Geselliges Beisammensein im Tageszentrum m32

Dienstag, 26. Dezember 2017 , 14:00 Uhr

Weihnachtscafé im Tageszentrum m32

Donnerstag, 01.12.2016

Visionen sind gefragt!

Quartierswerkstatt 2016
Sükran Altunkaynak
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Herr Gothe
Los geht's
Workshop Arbeit und Wirtschaft
Workshop Arbeit und Wirtschaft
Workshop Bildung, Jugend und Ausbildung
Workshop Bildung, Jugend und Ausbildung
Workshop Öffentlicher Raum
Workshop Öffentlicher Raum
Die Pfeile leiten mir den Weg
Workshop Nachbarschaft
Workshop Nachbarschaft
Workshop Nachbarschaft
begutachtung der Plakate
nachbarschaftlicher Austausch
Es werden Wünsche ergänzt
arabisches Buffet
Es gibt auch Süßes
Der Abend klingt entspannt aus

Am Freitag, den 25. November lädt das QM Pankstraße zur Quartierswerkstatt. Hier können Bewohner und Akteure aus dem Kiez sowie Fachleute des Bezirks ihre Wünsche, Bedarfe und Visionen für den Kiez formulieren und austauschen. Es wird zurückgeblickt, welche Projekte in letzter Zeit realisiert wurden und überlegt und analysiert, was der Kiez zur Verbesserung seiner Situation noch benötigt. Ich selbst arbeite seit zweieinhalb Jahren im Quartier, also ist auch meine Meinung gefragt. Also: „Nichts wie hin da.“

Die heutige Veranstaltung beginnt im ehemaligen Krematorium und heutigen Silent Green Kulturquartier. Heute geht´s hinten rein. Durch den Eingang vis-a-vis des QM-Büros. In dem gemütlichen Raum, in dem auch schon die unverblümt Kulturexpedition mit einem Konzert Station machte,  begrüßt uns Quartiersmanagerin Sükran Altunkaynak. Sie freut sich, heute auch unseren Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe, begrüßen zu dürfen und lässt diesen sogleich zu Wort kommen. Herr Gothe hebt hervor, wie wichtig die Arbeit der Quartiersmanagements für Berlin ist und verspricht in den folgenden Jahren seine volle Unterstützung und eine gute Zusammenarbeit.
Darauf halten die Quartiersmanagerinnen Katja Krüger und Marlen Bergmann eine kurze Präsentation. Sie erzählen den gut 50 Besucher/innen, was genau eigentlich die Arbeit eines Quartiersmanagements ausmacht und worauf es dabei ankommt: Auf die Kiezexperten, also die Bewohner/innen und Akteure im Kiez und deren Engagement. Außerdem erläutern sie die Handlungsfelder für das QM Pankstraße. Diese sind „Bildung, Jugend und Ausbildung“, „Arbeit und Wirtschaft“, „Nachbarschaft“ und „Öffentlicher Raum“. Desweiteren berichten die beiden über die jüngsten demographischen Entwicklungen: Unser Quartier ist nach wie vor ein sehr junges. Die Einwohnerzahl steigt kontinuierlich, hauptsächlich im Bereich der 25-35-jährigen. Sie machten 2015 einen Anteil von 24 % der Quartiersbevölkerung aus.

Nun finden zeitgleich vier Workshops zu den unterschiedlichen Handlungsfeldern des QMs statt. In jedem dieser Workshops wird sich ein in diesem Bereich aktives Projekt vorstellen und anschließend zur Diskussion mit Anwohner/innen und Akteuren einladen.
Los geht´s!

Zunächst schaue ich mir den Workshop zum Thema Arbeit und Wirtschaft an. Dieser findet in einem charmanten Raum des Silent Greens statt. Hier stellen Andris Fischer und Torsten Wiemken von LOKATION:S ihr Gewerbetreibenden-Projekt vor. Schnell merke ich, dass der Gastro-Führer, welchen das Team im letzten Jahr für den Kiez entwickelt hat, einschlug “wie eine Bombe”. Offensichtlich hat auch die Beuth-Hochschule sehr großes Interesse und forderte eigene Exemplare an, um diese ihrem Erstsemester-Starterpack beizulegen. Ein Riesenerfolg! Auch  der Betreiber des Ado Getränkeladens in der Maxstraße, Kemal Karadas, übrigens Quartiersratsmitglied, nimmt heute am Workshop teil. Er schätzt die Unterstützung und Beratung von LOKATION:S in Sachen Werbung für seinen Laden sehr.

Ich verabschiede mich und schaue einen Raum weiter in den Workshop Bildung, Jugend und Ausbildung, wo der Verein „Digitale Gesellschaft“ sein Projekt „Sicher und bewusst im Netz“ vorstellt. Projektleiter Alexander Sander spricht hier über das Problem, des oftmals leichtsinnigen Umgangs mit dem Internet durch Jugendliche.  „Für Jugendliche ist oft nicht klar, dass nicht alle Menschen im Netz Freunde sind.“ erklärt Sander. In seinem Projekt klärt er junge Menschen in Jugend- und Bildungseinrichtungen auf, wie das Internet verantwortungsvoll genutzt werden kann, etwa durch simple Änderungen von Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook und Konsorten. Die heutigen Workshop-Teilnehmer, unter ihnen viele Erzieher/innen und Lehrer/innen, erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen, die sie mit Eltern gemacht haben, welche beispielsweise selbst beim Abholen des Kindes in Kita oder Schule nicht vom Handy zu lösen sind. Außerdem haben sie die Befürchtung, dass Eltern oft gar nicht wissen, was ihre Kinder eigentlich online so treiben. Da stellt sich die Frage, ob es die Aufklärungsveranstaltungen der Digitalen Gesellschaft denn auch für Eltern gibt. Momentan, so Alexander Sander, haben sie sich auf die Arbeit mit Jugendlichen spezialisiert, doch auch er ist der Meinung, dass Eltern dies mindestens genauso nötig hätten, wie ihre Kinder. Hier wird also schon sehr früh ein künftiger Bedarf für den Kiez im heutigen Workshop ausgemacht.

Mit dieser Erkenntnis gehe ich weiter zum Workshop über das Handlungsfeld Öffentlicher Raum. Hier erwarte ich den interkulturellen Gemeinschaftsgarten „himmelbeet“ anzutreffen. Doch nanu? Niemand da im Seminarraum in der Adolfstraße. Doch Taschen und Tassen deuten darauf hin, dass hier noch vor Kurzem mehr als diese zwei Menschen, die ich nun noch antreffe, gewesen sein müssen. Die beiden erklären mir, dass die Gruppe auf dem Spielplatz nebenan ist, doch ihnen war das heute einfach zu kalt. Spielen werden diese dort wohl kaum, denke ich mir, sondern wie soll es auch anders sein, Meryem Korun und Jonas Flötotto von der himmelbeet gGmbH haben den Workshop für ein paar Minuten nach draußen verlegt, um ihr Projekt „Sauberkeit auf Spielplätzen“ vorzustellen. Als ich dazustoße, geht es gerade um das so nervenaufreibende wie leidige Thema “Fixer-Besteck” auf Spielplätzen. Die beiden sagen, dass sie nach ihren regelmäßigen Spielplatz-Begehungen nicht behaupten können, dass dies ein Problem im Quartier sei, doch auch sie haben von so einigen Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern von Vorfällen diesbezüglich erfahren müssen. Das himmelbeet arbeitet eng mit dem Team von Fixpunkt zusammen. Diese bieten Aufklärung zur sicheren Entsorgung solcher Funde sowie dem Umgang mit Kindern und besorgten Eltern an: Zur Entfernung dieser gefährlichen Spritzen gibt beispielsweise ein speziell entwickeltes Utensil, bestehend aus einer Box mit kleiner verschließbarer Öffnung und einer Zange, welches Flötotto heute zum Zeigen mitgebracht hat.

Nun wird auch mir ein wenig kalt und ich mache mich auf zum Workshop Nachbarschaft. Dieser findet im QM- Büro statt. Auf den Boden gesprühte Pfeile weisen mir den Weg. Eine schöne Idee! Hier stellen Annette Wolter und Volker Kuntzsch von georg+georg gleich zwei laufende Projekte vor. Zum einen die Kultur- und Konzertreihe unverblümt – Kulturexpeditionen Hier geht es um geführte Touren durch den Kiez zu unterschiedlichen Orten, an denen “Kultur passiert” bzw. Kultur passieren kann: Tanz, Spiel, Kunst, Musik, Theater, Film, Lesungen, Sport und vieles mehr von lokalen Künstlern und Künstlergruppen.

Zum anderen die Kiezzeitung Panker 65, welche vom Kiez für den Kiez geschrieben wird. Eine Bürgerredaktion also. Beides sind Projekte, mit dem vorrangigen Ziel, die Nachbarschaft zu aktivieren und vernetzen.  

Zuerst wird ein Video gezeigt: Es zeigt die Highlights der bisherigen zwölf unverblümt Kulturexpeditionen in zehn Minuten.

Das Video gibt's hier.

Das Format kommt sehr gut an und die Diskussionsrunde, bestehend aus 15 Bürger/innen, findet, dass solche Veranstaltungen auch zukünftig viel Sinn machen, weil Kiez, Besucher (hier Teilnehmer) und Künstler gleichermaßen profitierten.

Allen Workshop-Teilnehmern ist es ferner wichtig, eine Art Kiezfest oder feste Veranstaltung im Kiez zu etablieren, wo sich Nachbar/innen kennenlernen, austauschen und vernetzen können. Hierfür sind aber auch Räumlichkeiten für die Nachbarschaft im Kiez notwendig, findet Dietlind Mandel. Da stimmen ihr alle zu, es braucht eine Anlaufstelle für den Kiez, damit sich die vernetzten Bürger auch treffen und gemeinsame Projekte durchführen können.  

Nun wird über das Medium Kiezzeitung diskutiert. Es kommt die Frage auf, ob ein gedrucktes Medium noch zeitgemäß ist.  Interessieren sich denn junge Menschen für ein solches Format? Doch Lehrerin und Bürgerredakteurin Dietlind Mandel zum Beispiel findet, dass es für Schüler aufregend ist, sich selbst in einer gedruckten Zeitung mit einem Beitrag oder Foto wiederzufinden. Auch Annette Wolter räumt ein, dass sie durchaus überraschend viele junge Menschen in den Berliner Bibliotheken antreffe, welche sich dort nicht gerade ein Videospiel, sondern tatsächlich Bücher ausleihen.
Ziel des Projektes ist es, die Bürgerredaktion langfristig in die Selbständigkeit zu entlassen. So ist Bürgerredakteurin Mandel inzwischen eifrig dabei, alle Interessierten und Engagierten aufzurufen, bei der Vereinsgründung des Panker 65 mitzuwirken.
Die nächste offene Redaktionssitzung findet übrigens am 8.12. um 17 Uhr bei georg+georg, Gerichtstr. 23, Hof 3, Aufgang 2 statt. Und jeder ist herzlich eingeladen, teilzunehmen!

Zum Ende des Workshops werden alle Forderungen und Wünsche für den Kiez auf das in der Tischmitte liegende Plakat, welches das Quartier in tangramartigem Farbmosaik darstellt, niedergeschrieben.

Die Workshops sind zu Ende. Alle Gruppen kehren mit ihren Schwerpunkt-Plakaten in den Veranstaltungssaal zurück. Hier klingt der Abend nun gemütlich aus. Es gibt Getränke und ein von Bewohnern und Bewohnerinnen zubereitetes sehr leckeres  Buffet. Die Plakate werden an Stellwänden, für alle gut sichtbar, aufgehängt. Nun kann sich jeder die Ergebnisse der anderen Gruppen in Ruhe anschauen sowie weitere Wünsche und Ergänzungen auf die darunter hängenden Zettel notieren.  
Falls jemand vergessen hat, seinen Herzenswunsch für das Quartier niederzuschreiben, so gibt es beim QM-Neujahrsempfang am 23. Januar 2017 ebenfalls im Silent Green Kulturquartier noch die Möglichkeit zur Ergänzung.
Mit angenehm vollem Kopf und Bauch mache ich mich auf den Weg nach Hause.


Text und Fotos : Anna Lindner