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Volles Haus bei Radijojo

Schnell noch ein paar Vorbereitungen und los geht's
Die Aula ist gut gefüllt und die Stimmung steigt
Thomas Röhlinger heißt alle Besucher herzlich willkommen
Die Verbindung mit Ulan Bator steht. Die Schüler der Alexander-Humboldt-Schule sind gespannt
Frau Quennet-Thielen steht den Radijojo-Reportern Rede und Antwort
Die Radijojo-Kids sind stolz auf ihre Preise
Live Musik aus der Mongolei sorgt für Partystimmung
Die Besucher sind überrascht. In perfektem Deutsch wird eine kleine szenische Darstellung von Kleist vorgetragen.
Auch vor prominenten Politikern schrecken die knallharten Reporter von Radijojo nicht zurück.
Eine Weltkarte zeigt, mit welchen Ländern zusammen gearbeitet wurde
Radijojo-Moderatoren bei der Arbeit. Liveschaltung aus dem Haus der Jugend

 

Kinder und Medien - ein Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion. Das Schreckgespenst vom TV- oder onlinesüchtigen Kind, das außer seiner Mattscheibe nur noch Pizza und Cola mag, raubt deutschlandweit Eltern den Schlaf. Aber anderswo lernen Kinder und Jugendliche nicht nur, wie sie Medien verantwortungsvoll anwenden. In vielen Projekten wie Schülerzeitungen, Kinderfernsehen oder ähnlichen Medienaktionen gestalten Kinder Medien selbst. Dabei erfahren sie viel über die Verantwortung bei Medienerstellung und -nutzung. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist das Kinderradio Radijojo im Haus der Jugend Mitte am Nauener Platz, das seit 2004 aus dem Weddinger Kiez in alle Welt sendet.

„Wir entdecken die Welt“, ein Projekt des Kinderradios Radijojo wurde am Montag, 21. November im Rahmen des Wettbewerbs "Ideen für die Bildungsrepublik" ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand um 10.30 Uhr im Haus der Jugend in der Reinickendorfer Straße statt. Wie leben eigentlich die Kinder in Asien, Afrika, Südamerika oder Europa? Dieser Frage gehen die Kinder verschiedener Altersklassen im ausgezeichneten Projekt nach. Sie recherchieren, wie es ihren Altersgenossen auf der ganzen Welt geht, sprechen Probleme an und berichten darüber. Sie befragen Politiker, schreiben Stiftungen an und unterstützen Projekte. So entsteht eine globale Zusammenarbeit, von Kindern mit Kindern.

 Im Haus der Jugend war schon vor Beginn der Preisverleihung der Teufel los. Schüler flitzten durch die Gegend und eine Gruppe Kinder drängte in die Aula. Schnell wurden noch ein paar Plakate angebracht und der Korridor geschmückt. Auf vielen bunten Collagen konnte man die kleinen Moderatoren von Radijojo bei der Arbeit sehen, zum Beispiel beim Moderieren und Musizieren mit Kindern aus der ganzen Welt. Eine Länderkarte zeigt, mit welchen Kontinenten zusammengearbeitet wurde. Das reicht von Ungarn, Russland oder Zypern über China und Indonesien bis hin zu Kamerun und Kiribati.

 Trommelwirbel und Gesang zweier afrikanischer Musiker begrüßen die Gäste. Thomas Röhlinger, Gründer und Chefredakteur von Radijojo, bedankt sich in seiner Begrüßung unter anderem bei Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen vom BMBF für die ministeriale Unterstützung.

 Das Projekt „Wir entdecken die Welt“ wurde in Zusammenarbeit mit Kindern verschiedener Berliner und Hamburger Schulen verwirklicht. Bei einem Sommercamp konnten die jungen Reporter Kinder aus aller Welt kontaktieren und ausfragen. Mit diesen Anregungen entwickelten die Schülergruppen ihr Projekt, das sie unter eigener Regie verfolgten. Während der Auszeichnungsveranstaltung wurden den Besuchern die Projekte via Diashow vorgestellt.

 So arbeitete zum Beispiel die Märkische Grundschule für ein Projekt mit Haiti zusammen und interviewte Kinder auf Französisch. Für die Kommunikation mit muslimischen Ländern wie Marokko und Syrien ist die Anna-Lietz-Grundschule in Wedding zuständig. Sie hat einen Brief auf Arabisch geschrieben und den Kontakt hergestellt. Gesundheit und AIDS im südlichen Afrika waren Leitthemen der Gottfried-Röhl-Grundschule, da dort tausende Kinder mit der Krankheit geboren werden und damit umgehen müssen. Ein Leben lang.

 Nach der Preisvergabe an die Schüler wurde eine Videoverbindung mit der Alexander-von-Humboldt-Schule in Ulan Bator, Mongolei, hergestellt. Auf der anderen Seite der Leitung präsentierten mongolische Schüler eine Szene aus Heinrich von Kleists Werk. Mit perfekten Deutschkenntnissen und passend zum Datum: Kleists 200. Todestag.

 Im Anschluss nahmen drei Schüler Cornelia Quennet-Thielen in die Mangel. Gnadenlos führten sie ein Tiefeninterview zu den Themen globales Lernen und Bildungsideen. Laut Quennet-Thielen ist ein Lernen außerhalb der Schule essentiell für die Entwicklung der Schüler. Der Preis für die Bildungsideen soll dazu anregen, Ideen selbst zu entwickeln und zu überlegen, was in anderen Ländern passiert und was man hier und dort besser machen kann.

 Zu guter Letzt kam es zur Preisverleihung an die Projektverantwortlichen und an die Redaktionsleitung. Musik aus Ulan Bator (auf Schanz und Pferdekopfgeige) und live vor Ort (Trommeln von Nick und Ricky) bildeten den musikalischen Rahmen dazu. Danach freuten sich alle auf das große Buffet - dass die Besucher nach mehr als zwei Stunden Preisverleihung ausgiebig plünderten.

 Falls ihr mehr über aktuelle Themen und Projekte bei Radijojo wissen oder dort selbst mitmachen wollt, findet ihr alles ausführlich auf der Radijojo-Website. Radijojo arbeitet vor allem projektbezogen. Vorschläge für eigene Projekte können Kinder vom 3 bis 13 jederzeit einreichen und nach Absprache umsetzen. Live aus dem Haus der Jugend. Von Kindern für Kinder.

 

Link: www.radijojo.de

 

Johannes Hayner / Cagla Aydin