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Montag, 04.12.2017

Warten auf Weihnachten mit dem lebendigen Adventskalender

Adventskalender, übrigens eine typisch deutsche Tradition, gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Besonders Kinder erfreuen sich seit vielen Generationen an süßen Naschereien und kleinen Geschenken. Mittlerweile gibt es sie in allen erdenklichen Formen, Farben und Füllungen. Neben den traditionellen Schokoladen- und Bilderkalendern, wie viele von uns sie noch aus ihrer Kindheit kennen, werden unter anderem Beauty- und Wellnesskalender, Teekalender, Superfoodkalender, Spielzeugkalender, Bierkalender und sogar Kalender für Haustiere angeboten.

Aber es gibt auch noch eine ganz andere Form von "Vorweihnachtszeitverkürzern" oder "Adventszeitmessern", fernab von kommerziellen Strukturen: den sogenannten "Lebendigen Adventskalender". Dieses Jahr findet er erstmalig auch im Quartiersmanagementgebiet Pankstraße statt.

"Wir wollten ein Format in unserem Kiez ausprobieren, das in der Weihnachtszeit Menschen zusammenführt", sagt die Quartiersmanagerin Magdalene Loda, die den Lebendigen Adventskalender koordiniert. Es sollte eine Veranstaltungsreihe über mehrere Tage sein, und da hat sich der lebendige Adventskalender angeboten.

Das Format, auch begehbarer Adventskalender genannt, gibt es seit vielen Jahren in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Immer häufiger lesen und hören wir davon, aber was ist das überhaupt? Ein Lebendiger Adventskalender ist eine gemeinschaftliche Aktion, bei der man sich jeden Tag trifft, um ein anderes "Türchen" zu öffnen, beispielsweise zu einer Einrichtung, einem Laden oder auch zu einer privaten Wohnung, deren Tür normalerweise für Fremde verschlossen bleibt. Es geht vor allem um das Zusammensein und Mitmachen, man knüpft neue Kontakte und lernt den eigenen Kiez besser kennen. Ein Wir-Gefühl kommt auf, ganz ohne Fußball.

Leuten aus dem Kiez bietet er die Möglichkeit, Orte kennenzulernen, die sie im Alltag bisher vielleicht nur am Rande wahrgenommen haben und zu denen sie schon immer mal hingehen wollten. Möglicherweise trifft man Nachbar*innen, die man bisher nur vom Sehen kannte oder auch bisher völlig unbekannte Menschen, lernt sie näher kennen und öffnet mit ihnen gemeinsam vielleicht sogar weitere Türchen. "Ein Ort der Begegnung, das soll der Lebendige Adventskalender sein."

Auch für die Quartiersmanagerin bot die Organisation des Programms eine gute Gelegenheit, neue Einrichtungen und Orte kennenzulernen. Manche sind noch recht neu im Quartier, wie zum Beispiel die Café-Buchhandlung "totem", spezialisiert auf Kinderbücher und Comics, in der Maxstraße 1. Die Inhaberin ist Französin und so wird neben einer englischen Lesung auch ein deutsch-französischer Musikgarten für Kinder ab zwei Jahren stattfinden. Das passt einerseits gut zum Laden und anderseits perfekt in das Gesamtkonzept der Veranstaltungsreihe. Auch hier zeigt sich wieder einmal die Internationalität des Kiezes.

Magdalene Loda freut sich besonders über die Teilnahme des Vereins für Wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen "Unter Druck – Kultur von der Straße e. V." in der Oudenarder Straße 26. Bisher gab es für sie persönlich während ihrer Tätigkeit im QM Pankstraße noch keine Berührungspunkte mit dem schon seit vielen Jahren bestehenden und äußerst engagierten Verein. Da ist der lebendige Adventskalender eine willkommene Gelegenheit, etwas mehr darüber zu erfahren und auch die Leute, die hinter dem Projekt stehen, kennenzulernen.

Für den Adventskalender hat der Verein ein nachmittagsfüllendes Programm zusammengestellt: Theater zum Mitmachen, Klangkunst, Bauchtanz, Feuershow und eine Ausstellungseröffnung. Loda ist beeindruckt von so viel spontanem Engagement für den Kiez: "Ich finde es wirklich toll, dass sie eigenverantwortlich ein so umfangreiches und vielfältiges Programm zusammengestellt haben."

Beim Lebendigen Adventskalender gibt es neben den bereits erwähnten Programmpunkten zum Beispiel Führungen, Konzerte, Bilderbuchkino und Basteln für Kinder sowie gemeinsames Tanzen und Backen.

Auch einige Gewerbetreibende, wie zum Beispiel die Traditionskneipe "Café Morena" in der Malplaquetstraße 25 und das französische Bistro Mirage am Nettelbeckplatz, machen mit. Loda sieht es in diesem Fall als eine Art Erweiterung der Gewerbetreibendenprojekte des Quartiersmanagements Pankstraße. Sie sollen helfen, das Gewerbe im Kiez zu fördern, sich zu positionieren und Leute darauf aufmerksam zu machen "was es für tolle Sachen gibt in unserem Kiez gibt, wie viel Potenzial im Wedding steckt."

Magdalene Loda findet die Bereitschaft, sich selbst etwas für das neue Format auszudenken, wirklich toll. "Viele waren sehr aufgeschlossen und wollten sich gerne daran beteiligen. Also zum Schluss mussten wir fast schon ein wenig stoppen, da wir im ersten Jahr keine Doppelbelegung haben wollten." Auch ohne detaillierte Absprachen hat alles gut funktioniert. Jeden Tag findet etwas anderes statt und zusammen mit den doch sehr unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen ist ein buntes Programm entstanden.

Ein wahrhaft lebendiger Adventskalender, gefüllt mit Menschen aus unserem Kiez.


Das Gesamtprogramm des Lebendigen Adventskalenders finden Sie hier.

Annette Wolter