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Was gehört in Ihre Kiezoase ?

- Grün ist es zwar jetzt schon, trotzdem kann das Gelände von den Anwohnern kaum sinnvoll genutzt werden.
Viele Menschen, die tagtäglich durch die Adolfstraße gehen, ahnen es kaum: Zwischen den Hausnummern 12 und 13 liegt versteckt hinter einer Mauer und Sträuchern eine Freifläche, die sich über 4000 Quadratmeter erstreckt. Ein idealer Ort, an dem Erwachsene Ruhe tanken, Kinder spielen und Jugendliche Sport treiben könnten. Könnten! Denn die geschützte Situation zwischen den Häusern und vielen schönen Bäumen birgt allerlei Unsicherheitsfaktoren. Anwohner trauen sich nicht durch den un¬übersichtlichen Weg, und Eltern können ihre Kinder nicht ruhigen Gewissens auf den Spielplatz lassen. Mittlerweile wird das schöne Gelände immer mehr zum Müllabladeplatz.
Das soll sich ändern! Um den großzügigen Freiraum aus seinem Schattendasein zu befreien, sind die Anwohner und umliegenden Institutionen und Initiativen gefragt, mit ihren Meinungen, Wünschen und Vorschlägen an der Neugestaltung mitzuwirken.
Über 500 000 Euro Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ konnte das Quartiersmanagement Pankstraße für die Bürgerbeteiligung und den Umbau in der Adolfstraße sowie am Panke-Grünzug einwerben. „Das sind auf längere Sicht die letzten öffentlichen Plätze, die im QM-Gebiet umgestaltet werden“, sagt Quartiersmanagerin Susanne Walz, „da möchten wir viele Bürger mit ins Boot holen, die die Chancen der direkten Beteiligung nutzen, damit die Areale in ihrem Sinne erneuert werden.“
Mit Gabriele Pütz und ThoMi Bauermeister von „gruppe F“ wurden Landschaftsarchitekten gewonnen, die über vielfältige Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungsverfahren verfügen. Eines davon galt der Umwidmung von zwei Hektar Land in Marzahn. In einem ersten Schritt wurde deutlich: Die Anwohner wollten Garagen! Für Architekten ein Alptraum. Doch das Team von „gruppe F“ nahm die Wünsche der Bürger ernst.
Mit der so genannten Charette-Methode – einem öffentlichen, direkten und transparenten Verfahren – wurde in zwei weiteren Schritten gemeinsam mit den Bewohnern eine pfiffige Landschaft entwickelt. Die Garagen stehen zwischen Hügeln und Kiefern, locker verteilt, wie eine grasende Schafherde – denn das Areal liegt im Schorfheide-Viertel. Die Pächter pflegen ihre Grünfläche und können sie mit Bänken, Grillplatz oder Ähnlichem individuell gestalten.
Was sich die Anwohner für die zukünftige Nutzung und Gestaltung ihrer Kiezoase in der Adolfstraße vorstellen, soll mit ebendiesem Verfahren herausgefunden werden. Zwischen dem 23. September und 13. November werden gemeinsam Bedürfnisse, Themen, Visionen und Ziele erarbeitet und diskutiert: in Form von Gehweg-Gesprächen, bei Gelände-Erkundungen, in Arbeitsgruppen oder mit Aktionen wie „Schildwuchs“, bei der man Stichworte zu Positivem und Negativem auf dem Grundstück notiert und mit den Schildern markiert.
Für die Zeit der Charette ziehen die Mitarbeiter und Moderatoren von „gruppe F“ in die Adolfstraße 12 ein. Im Vor-Ort-Büro kann sich dann jeder über Termine und Entwicklungsschritte informieren. Der Vorentwurf und ein abgestimmtes Nutzungskonzept werden am 13. November öffentlich präsentiert und diskutiert. Dazu werden auch die politisch Verantwortlichen eingeladen.
Für eine bürgerorientierte Nutzung werden außerdem die freien Flächen zwischen Gericht- und Schönwalder Straße erschlossen. Neben Passanten-Interviews wird bei Geländespielen ermittelt, was den kleinen Kiezbewohnern gefällt, und Senioren können ihre Bedürfnisse bei einer öffentlichen Kaffeetafel einbringen. Welche Potenziale sich am Panke-Grünzug aus der Sicht von Jugendlichen eröffnen, wird in Gesprächen rund um ein Konzert ausfindig gemacht – die Musik kommt dann natürlich von einer Weddinger Band.
Termine für die Adolfstraßen-Charette:
Auftakt: 23. September
Haupt-Charette: 14.-16. Oktober
Abschluss: 13. November
Informationen zu „gruppe F“ unter
http://gruppeF.com
Ansprechpartnerin:
Susanne Walz
QM Pankstraße
Prinz-Eugen-Straße 1
13347 Berlin
Tel.: 7474 6347






