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Freitag, 28. Juli 2017 , 19:00 Uhr

Buchvorstellung "Walk with the artist"

Weihnachten mit Markt

Soziale Träger und kulturell Aktive veranstalten Märkte zur Weihnachtszeit

Eröffnung des Goldnetz-Weihnachtsmarktes durch Geschäftsführerin Gisela Pfeifer-Mellar
MdB Renate Künast bei ihrem Grußwort
Moderator Sven Eric Böhrnsen trotzt der Kälte
Die Majoretten-Tänzerinnen aus Wittenau
Jürgen Metz liest Weihnachtsgeschichten vor
Heizten richtig ein: Natural Soul aus dem Wedding
Steinbrecher auf der Bühne des Goldnetz-Weihnachtsmarktes
Zu kalt zum Blasen? I wo!
Die Einladung zum 2. Weddingmarkt am 1. Dezember
Schauen, Staunen, Fragen, Kaufen - Stimmungsbild vom Weddingmarkt
Der Stand von Irene Stader auf dem 2. Weddingmarkt
Glückliche Verkäuferin, glückliche Kundin
Wohlwollendes Interesse
Der 2. Weddingmarkt - gute Laune nicht nur bei kleinen Kissen

Die Advents- und Weihnachtszeit ist für viele soziale und kulturelle Initiativen und Projekte eine aufregende Zeit. Zum einen lädt das bevorstehende Jahresende dazu ein, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten zu geben. Man kann „Danke!“ sagen zu allen, die im letzen Jahr Unterstützung gewährten. Gemeinnützige Träger haben die Möglichkeit, für Spenden zu werben, was weihnachtsbedingt im Dezember besonders lohnend ist. Und wer etwas zu verkaufen hat, kann seine Produkte als Weihnachtsgeschenkidee empfehlen. Eine beliebte Form, all dies unter einen Hut zu bekommen ist der Weihnachtsmarkt. Wir stellen zwei verschiedene Formen von Märkten in der Weihnachtszeit vor, die von hier aktiven Trägern bzw. unmittelbar in Kieznähe stattfanden. 


Auf dem Klausener Platz in unmittelbarer Nähe des Schlosses Charlottenburg fand am 8. Dezember der „Große Soziale Weihnachtsmarkt 2012“ statt. Es ist eine bewährte Tradition des Veranstalters Goldnetz gGmbH, einmal im Jahr kurz vor Weihnachten einen etwas größeren Markt zu veranstalten. Einen Markt, auf dem sich auch die, die sonst aus finanziellen Gründen einen Bogen um die kommerziellen Weihnachtsmärkte machen müssen, ein wenig Weihnachtsstimmung leisten können. Und im Märkte machen kennt Goldnetz sich aus: berlinweit veranstaltet der gemeinnützige Träger die Sozialmärkte mit preisgünstigen Artikeln für Menschen mit weniger als 900 Euro Nettoeinkommen. So auch auf „unserem“ Nettelbeckplatz, wo der monatlich stattfindende Sozialmarkt viele Fans hat. 2011 und 2012 wurde der Markt musikalisch und organisatorisch unterstützt vom QM-Projekt „Lokale Kulturlandschaften“, das dort parallel „PankeMusik“ veranstaltete. PankeMusik-Veranstalter georg+georg griff Goldnetz auch beim Weihnachtsmarkt unter die Arme, in dem er die Soundanlage zum Sozialpreis zur Verfügung stellte. Und die wurde gebraucht …


Um 14 Uhr ging’s los am Klausener Platz – bei klirrender Kälte eröffnete die Geschäftsführerin der Goldnetz gGmbH, Gisela Pfeifer-Mellar, den Markt mit einer kurzen Rede. Darin dankte sie den Mitarbeitern und treuen Kunden für ihr Vertrauen und warb weiteres Engagement für die gute Sache ein. Darauf folgte ein Eröffnungs-Grußwort von Renate Künast. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist langjährige Unterstützerin von Goldnetz und stellte ihr Gesicht auch schon für eine Image-Kampagne zur Verfügung. Danach fing es richtig an: Sven Eric Böhrnsen übernahm das Mikrofon für seine launigen An- und Abmoderationen. Erster Act: Die Seepferdchen, ein Kinderchor, präsentierte Weihnachtslieder und viele auf dem Platz sangen mit. Darauf folgte der Geschichtenerzähler Jürgen Metz. Warm wurde es den einigen hundert Besuchern nicht nur dank der stets gut besuchten Suppen-, Würstchen- und Glühweinstände. Natural Soul, hier im Kiez in guter Erinnerung dank einiger PankeMusik-Auftritte, heizten den Zuhörern ordentlich mit souligen Klassikern ein. Auch der Majoretten-Tanz der Mädchen vom TSV Wittenau 1896 war herzerwärmend und wer mit- bzw. nachmachte, konnte eigentlich nicht frieren. Das Kulturprogramm erstreckte sich bis zum frühen Abend mit etlichen weiteren Künstlern, die halfen, den 2. Advent einzuläuten. Und besinnlich wurde der Abend, als bei einbrechender Dunkelheit auch noch der Schnee rieselte. Ein stimmungsvoller Ausklang für einen Weihnachtsmarkt, der sich wohltuend von der kommerziellen Konkurrenz absetzen konnte.


Etwas anders ging es eine Woche zuvor im CiTTiPOiNT Wedding am U-Bahnhof Seestraße zu. Hier fand am 1. Dezember der 2. Weddingmarkt statt – ein Designmarkt für kreative Ideen, Künstler, Handwerker, Kunsthandwerker vor allem aus dem Wedding. Der 1. Weddingmarkt am 26. August konnte bereits mit einem breiten Angebot und reger Beteiligung ansässiger Kreativer überzeugen. Waren damals ca. 70 Stände auf dem Leopoldplatz aufgestellt die 2000 Besucher sehen wollten, konnte die 2. Ausgabe diesmal indoor ungefähr die gleiche Anzahl Stände bieten – wobei dank der starken Nachfrage von den rund 90 Anmeldungen einige nicht berücksichtigt werden konnten. Der Weddingmarkt ist kein „echter“ Weihnachtsmarkt, hat aber dank seiner Integration ins Weihnachtsprogramm des CiTTiPOiNT einen stark weihnachtlichen Charakter. Eberhard Elfert und Sabrina Pützer, die Veranstalter, sind glücklich über den Erfolg des Weddingmarktes. Ihre Idee war es, den hier ansässigen Künstlern, Handwerkern und Designern ein Forum zu bieten, um sich zu präsentieren und gleichzeitig das Erscheinungsbild des Kiezes aufzuwerten – übrigens komplett ohne öffentliche Fördergelder. Die Veranstaltung zielt darauf, die Weddinger Kreativwirtschaft zu vernetzen und dadurch zu unterstützen. Und es ist erstaunlich, was hier an Unikaten und Kleinserien entsteht. Von Modedesign über Malerei, Fotografie, Grafiken, Schmuck und Papier bis hin zu feurigen Saucen, einzigartigen Nadelkissen, Weihachtskrippen aus Holz  und kuschligen Wärmflaschen-Hüllen – wer ein individuelles Weihnachtsgeschenk sucht, musste hier fündig werden. Entsprechend gut war die Stimmung bei Besuchern und Ausstellern. Mit so viel Rückenwind aus den Adventstagen kann der Kiez gespannt sein, wie der Weddingmarkt 2013 weiter macht. Erste Ideen und Verhandlungen gibt es bereits, diese sind aber laut Elfert noch nicht spruchreif.

Weitere Informationen zum Weddingmarkt unter http://weddingmarkt.wordpress.com/ und auf facebook unter „weddingmarkt“.

Johannes Hayner