Suche

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 24. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 26. Oktober 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Dienstag, 31. Oktober 2017 , 16:00 Uhr

Textildruck-Workshop

Donnerstag, 02. November 2017 , 14:00 Uhr

Basteln mit Natur im Himmelbeet

Mittwoch, 17.11.2010

„Wohlfühlfaktor Sicherheit“ wichtig für die Lebensqualität

Wie sieht der Quartiersrat das Thema?

Rico Todzi (links im Bild), 28 Jahre, zog vor einem Jahr ins QM-Gebiet. Vorher wohnte er im Sprengelkiez, wo er sich ebenfalls im Quartiersrat engagierte. Carsten Schulz (rechts), 41 Jahre, sitzt mit seinem Hausverwaltungs-Unternehmen im QM-Gebiet, seit 5 Jahren im Quartiersrat.
Problem: Ladenleerstand

Der Treffpunkt mit zwei Mitgliedern des Sprecherteams des Quartiersrat – Carsten Schulz ist seit fünf Jahren Mitglied, Rico Todzi seit der letzten Wahl im Juli 2010 dabei – zum Thema „Sicherheit im Quartier“ fand ganz bewusst vor dem Laden des Quartiersmanagement in der Prinz-Eugen-Straße statt.

Besonders dieser Ort ist ein gelungenes Beispiel für ein Häuser- und Straßenbild mit einer positiven Ausstrahlung. Ansprechend und informativ gestaltete Schaufenster, das transparente Innenleben der Büroräume, der großräumige Vorplatz mit Bänken neben dem Eingang demonstrieren, wie sich Wohn- und Arbeitsräume im Quartier freundlich und einladend gegenüber der Nachbarschaft gestalten lassen. Hier stellt sich der Wohlfühlfaktor Sicherheit bei den Bewohnern spontan ein, in diesem Umfeld bewegen sich die Menschen gerne.

Für die Sprecher des Quartiersrat liegt in dieser bewusst positiven Gestaltung von Straßenräumen der entscheidende Ansatz für Projekte, die der Lebensqualität im Wedding nachhaltige Impulse verleihen können. Für das allgemeine Gefühl von Sicherheit gibt es also ein „weiches“ Feld vielfältiger Möglichkeiten, an der sich von den Bürgern bis zur Polizei alle beteiligen können.

Carsten Schulz erinnert daran, dass auf der großen Gebietskonferenz des QM Pankstraße im November 2009 das Thema „Sicherheit als Wohlfühlfaktor“ von den Teilnehmern als ein Fokus der Aktivitäten in den nächsten Jahren diskutiert wurde. Ein erheblicher Teil des Gesamtbudgets, über das der Quartiersrat entscheidet, sollen in sicherheitsrelevante Themen fließen.

Ausgehend von negativen Eindrücken angesichts dunkler Straßen und verwahrloster Ecken, Spuren von Vandalismus oder verschlossene Läden durch Leerstand stelle sich schon ein subjektives Gefühl der Unsicherheit ein, ohne dass es zu konkreten Vorfällen von Überfällen und anderem gekommen sein muss. Die Reaktion bei den Bewohnern ist dadurch defensiv, viele igeln sich ein und verlassen ungern ihre Wohnung, manche wollen ausziehen und sich eine freundlichere Umgebung suchen.

Als Lösung für diese Probleme wurden in diesem Jahr Projekte angeschoben, die eine stärkere Beleuchtung der Straßen, eine auflockernde Schaufensterbelebung und vor allem nachbarschaftliche Aktivitäten und Netzwerkbildung zum Ziel haben. Wenn sich die Menschen untereinander besser kennen lernen und miteinander reden, können sie sich besser einschätzen und empfinden sich gegenseitig nicht mehr als Bedrohung.

Rico Todzi macht allerdings darauf aufmerksam, dass zum Beispiel Beleuchtungsprojekte wegen der Kosten für Installation und Wartung aber auch wegen des starken Vandalismus im Wedding an Grenzen stoßen.

Ein Dauerthema ist laut Carsten Schulz auch die seit etwa zehn Jahren andauernde Schwierigkeit, leer stehende Gewerberäume zu vermieten. Neuvermietungen an Spielhallen brächten mit ihrem hermentisch abgeschlossenem Äußeren und der für diese Etablissements typischen Kundschaft keine Bereicherung des öffentlichen Lebens.

Lösungen für eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls im Quartier beginnen bei der kleinteiligen Vernetzungsarbeit: Für Projekte ist z.B. wichtig, sich mit der Polizei über eventuelle Problemlagen zu verständigen und in den Planungen zu berücksichtigen. Bürgerbeteiligung ist konsequent zu beachten, denn wenn die Menschen Verbesserungen für sich durch konkrete Aktivitäten umsetzen, wird Akzeptanz gewonnen und Zerstörung verhindert. Mehr Wachsamkeit und eine gewisse Zivilcourage wäre nach Ansicht der Sprecher des Quartiersrats eine Aufforderung an die Bürger.

Unterstützung zur Verstärkung der Atmosphäre nachbarschaftlicher Hilfe bietet das Quartiersmanagement durch Aktivitäten, die mit dem Themenfeld „lokale Kulturlandschaft“ gefördert werden: Bewohner- und Straßenfeste sind eine intensive Form für das gegenseitige Kennenlernen und eine Animation für eine breitere Bürgeraktivität im Quartier.

Ewald Schürmann